lundi 17 janvier 2011

Ein Schisma des Westens?

 Der Irak-Krieg und die Struktur der imperialen Macht
Der Präventivkrieg der USA und Großbritanniens gegen den Irak, so scheint es, hat nicht nur zahlreiche Menschenleben und die Infrastruktur dieses ohnehin ausgepowerten Landes vernichtet. Auf der Strecke geblieben ist auch die bislang demonstrierte Einmütigkeit des Westens. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg geht ein Riß durch die politische Allianz der NATO-Staaten. Die in den Jahrzehnten des Kalten Krieges ausgebaute Integration der alten kapitalistischen Kernländer zu einem Imperium der Pax Americana hatte noch das erste Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Pax Sowjetica überdauert und sich in einer ganzen Reihe von Weltordnungskriegen und weltpolizeilichen Maßnahmen gegen die "Unsicherheitszonen" der zerfallenden Peripherie reproduziert. Der Dissens über den Irak markiert einen Umschlagspunkt. Seit Anfang 2003 spricht der Westen nicht mehr mit einer Stimme. Schon ist die Rede von einer neuen weltpolitischen Achse Paris – Berlin – Moskau. Verschieben sich die Gewichte der globalen Macht, ist dieser Dissens der Beginn eines großen historischen Schismas?
Zweifellos zeigen der völkerrechtswidrige Präventivschlag und der Konflikt innerhalb der NATO, daß die imperiale Macht ihre Contenance zu verlieren beginnt. Mit jedem neuen Schub der globalen Krise steigt der Grad der Nervosität, mit jedem neuen Herd der Destabilisierung wächst die Unsicherheit über die weitere Vorgehensweise. Kein Wunder, daß innerhalb der imperialen Struktur Differenzen aufbrechen. Aber die Frage ist, worin diese Differenzen eigentlich bestehen und worauf sie hinauslaufen. Schon seit Anfang der 90er Jahre gibt es einen nostalgischen Diskurs unter linken ebenso wie unter konservativen Ideologen, die eine neue Ära der imperialen Konkurrenz heraufziehen sehen. Der Kalte Krieg, so heißt es, habe nur die Rivalität der großen kapitalistischen Mächte untereinander überdeckt, da sie einen gemeinsamen Feind hatten. Nachdem dieser Feind nun verschwunden sei, werde die Welt zu einem Zustand wie vor 1914 zurückkehren. Der akute Dissens innerhalb der NATO scheint Wasser auf die Mühlen dieser Argumentation zu sein und sie plausibler zu machen als etwa noch während der Kosovo-Intervention von 1999.
Aber eine von der Oberfläche der Erscheinungen bestimmte Interpretation bleibt assoziativ und feuilletonistisch. Historische Analogieschlüsse sind immer falsch und eher von Stimmungen oder von legitimatorischen Bedürfnissen geleitet als von theoretisch stichhaltigen Analysen. Das Unbekannte macht Angst und stiftet Verwirrung; deshalb möchte man die neue Situation der Welt nach dem Epochenbruch in ein vertrautes Muster der Vergangenheit einordnen. Der defizitäre Charakter des nostalgischen Imperialismus-Diskurses ist aber schon in seinen Voraussetzungen zu erkennen. Denn natürlich war die Epoche von Pax Americana und Pax Sowjetica nicht bloß eine zeitweilige Unterbrechung der Konkurrenz zwischen nationalen Imperien. Mit dem Kalten Krieg ging ein globaler Strukturwandel einher. Die imperiale Auseinandersetzung zwischen den beiden Supermächten drehte sich nicht mehr primär um die nationale Aneignung von Territorien, Arbeitskräften, Rohstoffen und Märkten, sondern um die ordnungspolitische Kontrolle eines globalen politisch-ökonomischen Raums. Im Schatten des Systemkonflikts bildeten sich unter dieser Hülle transnationale Strukturen des Kapitalismus heraus, die schließlich zum Prozeß der Globalisierung führten.
Es gibt kein Zurück hinter diese Entwicklung, wie es auch schon in der Vergangenheit keine Umkehr der kapitalistischen Dynamik gegeben hatte. Das moderne warenproduzierende System ist kein Zustand, sondern ein irreversibler Prozeß. Diejenigen, die zu einem "geopolitischen" Räsonnement nach dem Muster der globalen Konstellation zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückkehren wollen, tun aber plötzlich so, als hätte es den grundlegenden Strukturwandel in der Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg gar nicht gegeben. Zu dieser anachronistischen Fehldeutung gehört auch die Illusion, daß die Akkumulation des Kapitals überall wunderbar floriere und die Flut von "neuen Kriegen", sozialökonomischen Zusammenbrüchen und Massenmigration gar nichts mit dem universellen Modell von "Marktwirtschaft und Demokratie" zu tun habe. Die fundamentale Krise der 3. industriellen Revolution wird ebenso ignoriert wie die neue kapitalistische Tendenz der Globalisierung; und das ist nur folgerichtig, denn beide Prozesse sind eng mit einander verbunden.
Es ist kein Wunder, daß gerade die restlichen Vertreter eines traditionellen Marxismus ihr Heil in den Mustern einer unwiederbringlichen Vergangenheit suchen. Denn die Interpretation der Marxschen Theorie war von der westlichen Arbeiterbewegung bis zu den "nationalen Befreiungsbewegungen" des Südens für mehr als ein Jahrhundert an die Paradigmen "nachholender Modernisierung" in den Formen des modernen warenproduzierenden Systems gefesselt. Jetzt möchte man am liebsten mit der antiken Imperialismustheorie Lenins dort weitermachen, wo man 1914 aufgehört hat, um sich den Problemen der neuen Epoche nicht stellen zu müssen. Aber auch Vertreter der europäischen bürgerlichen Intelligentsia sehen sich veranlasst, die Uhren der Geschichte rückwärts zu drehen, wenn auch mit anderen Motiven als die traditionellen Marxisten. So nimmt der bekannte französische Historiker Emmanuel Todd den aktuellen Konflikt in der NATO zum Anlaß, um die kommende "geopolitische" Emanzipation der EU von den USA vorauszusagen, im Verein vielleicht mit Rußland und China.
Schon ein äußerer Faktor spricht gegen derart rückwärts gewandte Deutungen des westlichen Dissens. Dieser Faktor besteht in der uneinholbaren militärischen Überlegenheit der USA. In dem halben Jahrhundert nach 1945 hat der militärisch-industrielle Komplex der westlichen Supermacht die neuartige Dimension einer "permanenten Kriegswirtschaft" angenommen. Der Kern dieses Komplexes wurde in der Zeit der globalen Prosperität zwischen dem Korea- und dem Vietnamkrieg aufgebaut. Ein derartiger Kraftakt ist schon deshalb nicht wiederholbar, weil die Quellen der Prosperität längst versiegt sind, die es erlauben würden, noch einmal die Basis einer vergleichbaren unproduktiven Militärindustrie zu finanzieren. Darauf aufbauend, konnten allein die USA in der Ära der "Reaganomics" einen zweiten historischen Schub der Aufrüstung auf den Weg bringen, auch wenn dieser bereits durch eine historisch beispiellose Defizit-Ökonomie erkauft war. Bekanntlich bildete der aufgeblähte Militär-Keynesianismus der USA in den 80er Jahren eine der Ursachen für den Kollaps der Sowjetunion, die das Wettrüsten nicht mehr mithalten konnte.
In den Weltordnungskriegen der 90er Jahre hat sich der Abstand der US-Militärmaschine gegenüber allen anderen Staaten weiter vergrößert. Heute ist der Rüstungs-Etat der USA immer noch Jahr für Jahr ungefähr zehnmal so hoch wie derjenige von Frankreich, Deutschland und Großbritannien zusammengenommen. Der technologische Vorsprung beträgt bei den meisten High-Tech-Waffensystemen mehrere Generationen. Selbst wenn die EU eine wirkliche politische Einheit wäre, was sie nicht ist, würde sie viele Jahrzehnte benötigen, um mit einem eigenständigen militärisch-industriellen Komplex auch nur in die Nähe der USA zu kommen. Abgesehen davon wäre ein solches Projekt unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen völlig unfinanzierbar. Emmanuel Todd versucht daher gar nicht erst, die von ihm prognostizierte "geopolitische Emanzipation" der Europäer militärpolitisch und rüstungsökonomisch zu begründen. Stattdessen verweist er ziemlich lahm darauf, daß Europa gerade deshalb stark sein könne, weil es "den Militarismus ablehnt". Das ist nett gesagt, aber es kann sich nicht ernsthaft auf die Welt der imperialen Politik beziehen. In der freien Wildbahn der kapitalistischen Macht ist immer noch derjenige Primus, der den größten Knüppel für den Totschlag vorzeigen kann.
Aber natürlich bildet nicht die äußere militärische Überlegenheit den letzten Grund der Hegemonie, sondern die ökonomische Potenz. Diese ist allerdings nicht isoliert zu betrachten, sondern immer nur im Kontext der allgemeinen kapitalistischen Entwicklung. Wenn das Kapital als solches an Grenzen stößt, wird das Problem der Krise entscheidend, nicht das Problem der Hegemonie. Todd aber will (genau wie die traditionellen Marxisten) von einer historischen Krise der kapitalistischen Akkumulation nichts wissen, in dieser Hinsicht bewegt sich für ihn die Welt "in Richtung Stabilität". Vor dem Hintergrund dieser angeblichen Stabilität glaubt er nun eine wachsende ökonomische Abhängigkeit der USA von der übrigen Welt zu erkennen, die zeige, daß der Hegemon auf tönernen Füßen steht. Das ist durchaus richtig. Die innere Defizit-Ökonomie der USA ist bedingt durch eine äußere. Seit Ende der 70er Jahre wächst das Defizit in der Handels- und Kapitalbilanz der westlichen Supermacht kontinuierlich an. Die USA konsumieren immer mehr, während sie immer weniger produzieren; sie kaufen auf Pump, ohne selber zu sparen. Sie saugen das Geldkapital der Welt auf, um damit die Warenströme der Welt aufzusaugen.
Aber Todd tut so, als wäre das nur ein Problem der USA, das deren Hegemonie schließlich zugunsten Europas zu Fall bringen müsse. In Wahrheit sind aber nicht bloß die USA ökonomisch von der Welt abhängig, sondern umgekehrt auch die Welt von den USA. Die Schwäche der letzten Weltmacht ist auch die Schwäche Europas und die Schwäche aller übrigen Weltregionen. Todd betrachtet die Schwäche der USA isoliert, weil er den Zusammenhang von Krise und Globalisierung leugnet. Innerhalb dieses Zusammenhangs aber wird klar, daß es sich um eine Interdependenz handelt, die von der historischen Schwäche der kapitalistischen Akkumulation im allgemeinen verursacht wird. Mangels rentabler Möglichkeiten der Investition transferiert alle Welt ihr überschüssiges Geldkapital in die USA, die damit die überschüssigen Waren der Welt kaufen. Der defizitäre Militär-Keynesianismus bildet dabei den ökonomischen Katalysator. Sobald dieser defizitäre Kreislauf zum Stillstand kommt, wird die Krise der USA auch zur Krise Europas und der übrigen Weltregionen.
So gesehen kann es gar nicht um die Ablösung der US-Hegemonie durch eine andere (europäische oder eurasische) Hegemonie gehen. In Wirklichkeit sind die zentralen westlichen Staaten allesamt auf die imperiale Struktur der Pax Americana angewiesen, in die sie durch den Prozeß der Globalisierung und den damit verbundenen Defizit-Kreislauf negativ integriert sind. Der westliche Dissens kann also gar nicht aus einer neuen, ökonomisch begründbaren imperialen Konkurrenz von unabhängigen Nationalstaaten hervorgehen. Was sich vor unseren Augen vollzieht, ist nicht ein Wechsel der hegemonialen Macht in einem stabilen Bezugssystem weltkapitalistischer Reproduktion, sondern vielmehr die säkulare Krise dieses Bezugssystems selbst, die jede hegemoniale Konkurrenz gegenstandslos macht.
Der Dissens innerhalb des Westens ist ein Ausdruck dieser gemeinsamen Krise im Kontext der Globalisierung. Nur oberflächlich nimmt er die Form eines Gegensatzes von nationalen Regierungen (Washington und London versus Paris, Berlin und Moskau) an. Das rührt allein daher, daß der ökonomische Inhalt der Globalisierung an die politische Form der nationalen Staatlichkeit gefesselt bleibt, die sich ihrer Natur nach nicht ebenso globalisieren kann. Deshalb erscheint die imperiale Struktur der Globalisierung weiterhin als Verhältnis von nationaler Macht der USA und zweitrangiger Staaten des Westens. Form und Inhalt befinden sich im Widerspruch. Was der Form nach als nationaler Dissens erscheint, ist dem Inhalt nach ein Dissens in der imperialen Gesamtstruktur quer durch die nationalen Eliten über das weitere Vorgehen. Teile des Managements und der politischen Klasse in Frankreich und Deutschland vertreten die Position der US-Regierung wie umgekehrt Teile des Managements und der politischen Klasse in den USA und Großbritannien die Position der französischen und deutschen Regierung.
Der Gegensatz ist kein substantieller, weil es um die Verteidigung des gemeinsamen Bezugssystems geht. Es handelt sich auch nicht um einen ideologischen Dissens, denn die Berufung auf das neoliberale Paradigma, auf "Marktwirtschaft und Demokratie", auf die Menschenrechte usw. ist kein Streitgegenstand. Ebensowenig geht es um eine strategische Differenz, da die Ziele des gemeinsamen westlichen Sicherheits- und Ausgrenzungs-Imperialismus identisch sind. Noch nicht einmal von einem Konflikt zwischen "Falken" und "Tauben" kann man streng genommen sprechen, denn beide Seiten befürworten prinzipiell militärische Interventionen und Präventivschläge, wie es das gemeinsam festgelegte "Neue Strategische Konzept" der NATO vom April 1999 aussagt.
Der Konflikt ist allein ein taktischer und legitimatorischer. Die "Legitimisten" wollen die Weltordnungskriege nach außen weiterhin durch die institutionelle Legitimation von "Souveränität", Völkerrecht und UNO flankieren, wie ihrer Meinung nach auch für das Regime der sozialen Repression nach innen die institutionellen Formen der westlichen Demokratie und für die Regulation der Krise einige Restbestände staatlicher Kompetenz gegenüber der globalisierten Ökonomie beibehalten werden sollen. Die Hardliner dagegen sind bereit, unter Führung der USA zu einer Art globalen Militärdiktatur überzugehen, die nach außen wie nach innen mit allen institutionellen Regeln bricht, die Krisenverwaltung verschärft und die Globalisierung rücksichtslos vorantreibt. Von der staatlichen Kompetenz soll nur die Funktion des globalen Leviathan in Gestalt der US-Militärmaschine übrigbleiben; die forcierte Deregulierung führt zur bewußten Delegitimierung.
Vielleicht ist die Position der Hardliner angesichts der fortgeschrittenen Weltkrise vom Standpunkt der kapitalistischen Logik aus gesehen die "realistischere". Die fundamentale Krise der 3. industriellen Revolution ist damit aber dennoch nicht zu bewältigen. Auch der High-Tech-Gewaltapparat kann die Gespenster der vom System selbst erzeugten Barbarei nicht bannen. Das Resultat könnte tatsächlich darin bestehen, daß die hybride Form einer globalen Vergesellschaftung durch das Kapital zerbricht. Die rein negative Vereinigung der Menschheit in einem universellen Raum blinder Konkurrenz ist nicht durchzuhalten. Wenn in diesem Sinne die USA, Europa und Japan/Südostasien auseinanderbrechen, wird das aber erst recht keine Rückkehr zu den alten Formen imperialer Konkurrenz bedeuten. Es wäre vielmehr das Ende des gemeinsamen politisch-ökonomischen Bezugssystems. Auch die "entwickelten" westlichen Länder werden dann auf sich selbst und ihre innere Krisenbarbarei zurückgeworfen, wie es jetzt schon die zerfallenden Regionen der globalen Peripherie vorexerzieren. 
01.05.2003 Robert Kurz

dimanche 16 janvier 2011

GEGENREALISMUS

Gesellschaftliche Konflikte sind immer auch ein Kampf um Begriffe, um die "Definitionsmacht" über die Art und Weise, wie die Probleme überhaupt wahrgenommen werden. Man könnte auch sagen, daß die Probleme quasi naturwüchsig nach Maßgabe der herrschenden Systemlogik definiert werden. Und eine entsprechende Färbung nehmen dann die Begriffe an, ganz nach dem Muster des Chamäleons. Es gibt dazu keine bewußte Absprache und keine Zensur, sondern der Mechanismus der Begriffsbildung und der Prozeß der Definition läuft viel subtiler ab. Eine bestimmte Redeweise mendelt sich gewissermaßen heraus, und plötzlich sprechen alle scheinbar aus tiefster Überzeugung dieselbe Sprache. Ganz besonders in sozial-ökonomischer Hinsicht setzt sich im Wissenschaftsbetrieb, in den Medien und in der politischen Klasse eine allgemeine Sprachregelung durch, eine "Konsens-Sprache", die umso rigider wirkt, gerade weil sie nicht direkt administrativ verordnet ist.
Dieser Sachverhalt rührt daher, daß Wissenschaft, Medien und Politik nicht ebenso stumm und automatisch wirken können wie die unsichtbare Hand des Marktes. Sie bilden die "subjektive" Seite im Verhältnis zu den "objektiven" Systemgesetzen. Die Konformität mit den kapitalistischen Imperativen ist daher nicht von selbst gegeben, sondern muß in einem diskursiven Prozeß immer erst hergestellt werden. Eine wesentliche Funktion dieses Diskurses besteht darin, daß die Beteiligten sich gegenseitig auf die Anforderungen der kapitalistischen Großwetterlage vergattern, an die alle sozialen und kulturellen Verhältnisse anzupassen sind. Genau dafür bedarf es der Sprachregelung. Und in diesem Sinne bilden Wissenschaft, Medien und politische Klasse eine Art Kartell, das darauf achtet, daß keiner aus der Reihe tanzt. Es wird ein allgemeiner Rahmen gesetzt, in dem dann die jeweils eigene Klientel marketing-gerecht zu belabern und gleichzeitig an die Kandare zu nehmen ist.
Die Semantik der ideologischen Kontrolle beherrscht, wer die elementare Definitionsmacht darüber hat, was "Realität" und was demzufolge "Realpolitik" ist. Das heute herrschende semantische Kartell hat die Erfordernisse kapitalistischer Krisenverwaltung zum Realitätsprinzip erklärt und den Begriff der Reform entsprechend umdefiniert. Das einstige soziale und emanzipatorische Pathos der Reform, wie es im Zuge der historischen Entwicklung von Tariflohn, "Wohlfahrtsstaat" und öffentlichen Diensten entstanden war, wird nun genau umgekehrt für die Gegenreform instrumentalisiert. Die Kampagnen von Privatisierung und sozialen Restriktionen laufen unter dem Motto: "Mit uns zieht die neue Zeit". Je privater und je billiger, desto besser.
Alle machen sich Sorgen, ob die "Reformer" sich durchsetzen gegen die "ewig Gestrigen". Eingeladen wird zu reformerischen "Kompromissen bei der Mitgestaltung der Gesellschaft". Zum Beispiel: Wird um 5 oder um 10 Prozent gekürzt? Muß das Krankenhaus oder der Kindergarten stillgelegt werden? Sollen die Vergünstigungen für Krebskranke oder für Gehbehinderte wegfallen? Gibt es 1 Prozent Erhöhung von irgendwas, dafür aber die dreifache Belastung an anderer Stelle? "Verbesserungen für die Menschen" heißt jetzt der Grad der Verschlechterungen, um den mit reformatorischer Geste "gerungen" wird. Der politische Wettbewerb soll sich nur noch darauf beziehen, wer die immer härteren Einschnitte am geschicktesten verkaufen kann. Und der politischen Linken wird angedroht, daß ohne "überzeugende Reformer" der "Sturz in die Bedeutungslosigkeit" drohe. Der "Wählerwille", so läßt die Kontroll-Semantik durchblicken, strotzt derart von "Realismus" und "staatsbürgerlicher Reife", daß er geradezu nach Billiglohn, Sozialabbau und Privatisierung lechzt.
Diese herrschende Sprachregelung ist allerdings so fadenscheinig wie die seit Jahren langweilenden Ankündigungen des baldigen Aufschwungs. Wenn es so weitergeht, droht der einstige Ehrenname des "Reformers" bald zum ordinären Schimpfwort zu werden, mit dem "die Menschen im Lande" böse Nachbarn oder böse Hunde benennen. Gehirnwäsche funktioniert nicht immer. Die herrschende Definitionsmacht über die Realität könnte durch einen sozialen Gegenrealismus durchaus gebrochen werden. So wäre eine umfassende Großkampagne gegen das Projekt des Billiglohns weitaus mehr als bloß Sozialpolitik in den Grenzen der politischen Arithmetik, nämlich ein Kulturkampf, die Offensive für ein elementares zivilisatorisches Niveau. Eine solche Gegen-Realpolitik, die unerbittlich allen Verästelungen, Feinheiten und Gemeinheiten der repressiven Arbeits- und Sozialverwaltung nachgeht, hätte Chancen auf Massenwirksamkeit.
Das gilt erst recht für einen ernsthaften Kampf um die öffentlichen Dienste als wesentlichem Bestandteil des Lebensstandards. "Die Menschen" haben doch die Börsen-Bahn, die Börsen-Post und die Androhung von Börsen-Wasserwerken ebenso bis oben hin satt wie die Zweiklassen-Medizin und das Billig-Unbildungswesen. Das "Gegenfeuer" (Pierre Bourdieu) in dieser Hinsicht muß keineswegs "ewig gestrig" an staatsbürokratische Traditionen anknüpfen. Denkbar ist auch ein Konzept von öffentlichem Dienst in Gestalt von selbstverwalteten Non-Profit-Gesellschaften, in die der materielle Apparat der Infrastrukturen zu überführen wäre. Eine damit verbundene öffentliche Gebrauchswert-Orientierung wäre zwar nicht jenseits der Wertform, aber ein mögliches und nachvollziehbares Moment emanzipatorischer Transformation.
Wenn der Kapitalismus kein zivilisatorisches Niveau halten kann, muß man ihn auch nicht mit Verbeugungen "annehmen". Umgekehrt ist die Rechnung aufzumachen, daß der Kapitalismus seinerseits immer mehr Menschen nicht mehr "annimmt". Das Bedürfnis der sozial Ausgebürgerten nach Formen organisierter Repräsentanz wird nicht sanft erlöschen wie einst bei den Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg, die durch das "Wirtschaftswunder" absorbiert wurden, sondern im Gegenteil massiv zunehmen; und zwar nicht allein in Ostdeutschland. Die Arithmetik des herrschenden semantischen und politischen Kartells kann ihnen keine Stimme geben, sondern nur ihre Stimmen auf die Mühlen des nationalistisch-rassistischen Ressentiments lenken. Es ist wahr: Nicht Staatsgläubigkeit ist angesagt, sondern Selbstverantwortung. Aber eine Selbstverantwortung im Sinne unbürokratischer, eigenständiger sozialer Gegenbewegung, nicht im Sinne höchst autoritärer, "akzeptanzfreudiger" Marktgläubigkeit.



erschienen im Neuen Deutschland
im Oktober 2002

Robert Kurz

samedi 15 janvier 2011

À quoi va ressembler la vie « sans contact » à Lille

Depuis quelques temps, nous mettions en garde nos lecteurs et lectrices contre la généralisation de la technologie RFID décidée dans la confidence par Lille Métropole. Le 5 novembre 2010, en renouvelant le contrat d'exploitation des transports en commun de Kéolis, LMCU – par l'intermédiaire d'Éric Quiquet – nous a dévoilé ses plans maléfiques d'automatisation, de sécurisation et de marchandisation des transports. La carte à puce RFID va donc s'installer dans nos poches et intensifier cette mini société de contrainte et de surveillance propre aux flux de bétail humain.

À la lecture des délibérations savamment noyées dans le site internet de Lille Métropole1 - et alors qu'un mouvement national s'oppose au projet LOPPSI 2 - on se rend compte que nos pires spéculations en termes de fichage et de traçabilité se réaliseront cette année. Si une description de ce qui nous attend dans les transports en commun lillois peut sembler dérisoire quand on ne les prend jamais - ou quand on les fraude - elle permet de toucher du doigt les possibilités de cette technologie intrusive et d'imaginer le monde qu'elle créera une fois généralisée.
La technique déployée
Les techniques seront de trois ordres : le billet « sans contact », la carte à puce RFID, et une application pour téléphones portables. En ce qui concerne la carte RFID, ce sera sensiblement la même que le pass Navigo parisien. Elle s'appelle poétiquement Calypso, comme pour mieux naviguer dans un océan de liberté surveillée.
Les futurs tickets, cartes ou téléphones portables détecteront à distance toutes les personnes entrant dans les transports (métro, bus, tramway, TER, parkings pour bagnoles et vélos), et serviront à louer les futurs Vélos en Libre Service, les voitures en autopartage...

Paris: plusieurs milliers de personnes célèbrent la chute de Ben Ali

Les habitants de Tunis n'en reviennent pas: «Nous sommes le premier peuple arabe à avoir fait la révolution et renversé un dictateur.» L'armée, pourtant, a repris le contrôle des rues. «S'il n'y a pas de véritable ouverture en direction des syndicats et de l'opposition, les manifestations vont continuer».  Après plus d'un mois de manifestations, et au moins 100 morts, le dictateur Ben Ali a quitté vendredi la Tunisie après 23 ans de pouvoir. Il a trouvé refuge en Arabie Saoudite. «La police de Ben Ali pille actuellement le pays. ce n’est pas le peuple, clame une manifestante sur sa pancarte». «Il faut nous aider, ajoute Kamel, 50 ans. La mafia de Ben Ali est en train de tout brûler et de tout casser. Le peuple tunisien n’est pas tombé dans les pièges qui lui sont tendus. Cette révolution est magnifique, historique et on tient à ce que ça reste comme ça». 

Autre atmosphère à Paris:

13h45. Rassemblement place de la République à Paris. Plus de mille personnes sont déjà réunies pour participer à la «manifestation de soutien aux luttes des peuples tunisiens et algériens». Concert de klaxons, hymne national chanté à tue-tête, drapeaux tunisiens sur les épaules... L'ambiance est plutôt festive. «Avec mon âme, avec mon sang, je te protège Tunisie», chantent aussi les manifestants qui ont envahi la chaussée, bloquant la circulation, les services d'ordre se mettent peu à peu en place.

Beaucoup de manifestants exigent le départ du Premier ministre Mohammed Ghannouchi qu'ils considèrent comme complice de Ben Ali. Sur les pancartes, on lit aussi: «c’est fini Ben Ali», «Ben Ali assassin, Sarkozy complice», «Tunisiens restez debout le monde est avec vous» Et encore: «Yes we can» au recto, «Yes we did» au verso.  Notre reporter, Élodie Auffray, rapporte aussi ses propos d'une mère expliquant à sa fille: «On est là parce que les Tunisiens ont réussi à se libérer de leur dictateur. Mais, pour l'Algérie aussi ça va venir» Ils étaient environ 900 à Lyon à manifester pour célébrer la chute de Ben Ali. Et plusieurs milliers (8000 selon l'AFP) dans les rues de Paris. Beaucoup de Tunisiens, mais aussi des Algériens, des Français, dont beaucoup de militants syndicaux et politiques. L’hymne tunisien est entonné sans cesse, les tunisiens sont en liesse, malgré les inquiétudes qui s’expriment quant aux violences qui se produisent toujours dans le pays.
Les opposants et exilés tunisiens sont libres de rentrer au pays, affirme le Premier ministre tunisien sortant, Mohammed Ghannouchi. «Ils peuvent rentrer quand ils veulent. C’est leur pays», a-t-il déclaré à Al-Jazira.
 Pendant ce temps en Tunisie: le Conseil constitutionnel proclame le président du Parlement président par intérim. Le Conseil constitutionnel tunisien a donc estimé qu'en vertu de la loi fondamentale tunisienne, le président du parlement était le chef d'Etat intérimaire, et non pas le premier ministre. Il a indiqué par ailleurs qu'une nouvelle élection présidentielle devait se tenir dans les 60 jours. Des manifestations et des marches ont commencé dans des villes de province pour réclamer le départ de Mohammed Ghannouchi dont la présence à la tête de l'Etat n'aura duré que moins de 24 heures. Ces marches se déroulaient en dépit de l'état d'urgence qui interdit tout rassemblement sur la voie publique et donne aux forces de l'ordre la possibilité de tirer sur ceux violant ces dispositions.


ZUKUNFTSVERBRAUCH

Die Krise, ob sie nun erst einmal eingedämmt ist oder schon bald verschärft wiederkehrt, ist im Kern eine sogenannte Schuldenkrise. Aber was heißt das? Das Produktionskapital leiht sich über das Bankensystem Geld. Deshalb muss es dann seinen Profit mit dem Finanzkapital teilen, das davon Zinsen bekommt als Preis für das geliehene Geld. Kann das Produktionskapital aber den Profit nicht in ausreichender Höhe erzielen, tritt sowohl für den Schuldner als auch für den Gläubiger eine Krise ein. Das „Volksvorurteil“ (Marx) gibt dabei gern die Schuld dem „gierigen“ Finanzkapital, das sich unproduktiv bereichern will. Aber die Frage ist doch, warum sich das Produktionskapital überhaupt Geld leihen muss, um die Produktionsmittel bezahlen zu können. Da liegt der Hund begraben, nicht beim „bösen“ Finanzkapital.
Die Konkurrenz erzwingt ständige Produktivitätssteigerung, und diese ist nur möglich durch den Einsatz eines immer größeren wissenschaftlich-technischen Aggregats. Marx hat gezeigt, dass sich dabei der Anteil des toten, keinen Neuwert schöpfenden Sachkapitals gegenüber dem Anteil der Arbeitskraft, die allein zusätzlichen Wert produziert, immer mehr erhöht. Die bürgerliche Statistik sagt dasselbe, wenn sie feststellt, dass die Kosten für einen Arbeitsplatz zusammen mit der Kapitalintensität ständig steigen. Mit anderen Worten: Die toten Vorauskosten für das Produktionskapital können nicht mehr aus den laufenden Gewinnen finanziert werden. Deshalb der Zugriff auf den Kredit, um das wachsende Sachkapital bezahlen zu können. Im 20. Jahrhundert hat sich das Verschuldungsproblem vom Produktionskapital auf den Staat und die privaten Haushalte ausgedehnt. Auch die Staatsausgaben für Infrastrukturen und der private Konsum sind nicht mehr durch laufende reale Einnahmen zu finanzieren, sondern nur noch auf Pump.
Die Mega-Verschuldung auf allen Ebenen ist aber nichts anderes als der Vorgriff auf zukünftige Gewinne, Löhne und Steuern aus realen Produktionsprozessen. Dieser „Zukunftsverbrauch“ wird zur allgemeinen Krise, wenn er zu weit vorgeschoben wurde und die Kreditketten reißen. Das gilt für alle Akteure, also auch für den Staat. Nun ist die Rede von „Defizitsündern“ und unseriösem Finanzgebaren. Wir dürften nicht auf Kosten der zukünftigen Generationen leben, so heißt es. Nötig sei eine neue „Hausvatermoral“ mit eisernem Sparwillen. In Wirklichkeit werden aber nicht zukünftige Lebensmittel, Kleider, Wohnungen und Geräte verbraucht, sondern allein zunehmend illusorische zukünftige Geldeinnahmen, um aktuell reichlich vorhandene materielle Ressourcen überhaupt noch einsetzen zu können.
Diese Absurdität verweist darauf, dass der Kapitalismus ein Selbstzweck abstrakter Geldvermehrung ist und nichts mit einer effizienten Befriedigung der Bedürfnisse zu tun hat, wie seine Apologeten behaupten. Geld ist keine reale Ressource, sondern die fetischistische Form der realen Ressourcen. Und die globale Schuldenkrise ist das Resultat des verzweifelten Versuchs, durch aufgeblähten „Zukunftsverbrauch“ von nie mehr kommenden Geldeinnahmen die gewaltigen Produktivkräfte in den Grenzen des kapitalistischen Selbstzwecks gewaltsam festzuhalten, obwohl sie längst darüber hinaus gewachsen sind. Weil der Kapitalismus seine eigene Zukunft schon verbraucht hat, sollen wir jetzt schlechter leben und intakte Ressourcen bis hin zur medizinischen Versorgung herunterfahren. Nicht nur in Griechenland ist die Schmerzgrenze bereits erreicht. Aber das gesellschaftliche Bewusstsein hat es noch nicht gelernt, die „entwerteten“ Ressourcen nach einer anderen Logik einzusetzen.
erschienen im Neuen Deutschland
am 10.01.2011

Robert Kurz


vendredi 14 janvier 2011

L’ Anticoncept

Le génie c’est ce que nous avons tous quand nous refusons de faire mieux pour faire autre chose. Quand nous refusons seulement d’avoir du talent.”
Gil Joseph WOLMAN (1964)
“Dans l’histoire du cinéma expérimental, 1951 apparaît aujourd’hui comme une année charnière, celle de la création des premiers films lettristes : “Traité de bave et d’éternité” d’Isidore Isou, “L’Anticoncept” de Gil J. Wolman et “Le film est déjà commencé ?” de Maurice Lemaître.
Gil Joseph WOLMAN (Né en 1929 – Paris, France. Décédé en 1995 – Paris, France) :
En 1951, “Wolman réalise un film, L’anticoncept, qui prend acte de la destruction de l’image par le cinéma lettriste et réduit le film « à l’utilisation de sa quintessence : le mouvement ». Dans L’anticoncept, il créé un mouvement primaire qui couvre totalement l’écran, constitué par un ballon sonde, où alterne le noir au blanc ; la bande sonore est un long poème non-narratif entrecoupé de « mégapneumies », nouvelle poésie du souffle. Ayant fait scission d’avec le Lettrisme d’Isidore Isou en 1952, Gil Joseph Wolman fonde alors l’Internationale lettriste avec Guy Debord 1) : outre un Relevé d’ambiances urbaines au moyen de la dérive, il rédige avec lui en 1956 le Mode d’emploi du détournement qui fait suite à ses travaux de découpage de textes préexistants pour composer ses propres œuvres (J’écris propre, 1956). Exclu de l’Internationale lettriste en 19572, Gil Joseph Wolman entreprend en 1959 un nouveau travail plus résolument pictural, incluant des matières plastiques, des cirages, des papiers mâchés dans lesquels il inscrit des écritures et des graffitis. Avec l’Art scotch commence, en 1964, la période la plus prolifique du travail de Gil Joseph Wolman : il s’agit pour l’artiste d’utiliser des bandes adhésives pour arracher dans les journaux et les revues des fragments de textes et d’images qui restent inscrits dans la colle.3

Préface




L’Anticoncept (1951) de Gil Joseph Wolman (1951) -60mn, 12sec (french no subtitles). [via Tofu Magazine]
Projeté pour la première fois le 11 février 1952 au cinéma-club “Avant-Garde 52″ sur un ballon-sonde, le film fut censuré après plusieurs incidents.
“De quoi s’agit-il ? D’un vaste travail de sape pour évacuer de l’écran tout concept, d’où le titre. Donc pas d’images à l’écran, ou plutôt si : une image autonome, détachée de toute histoire. Juste des scintillements de lumière blanche, renvoyés par une projection sur ballon sonde, sur fond d’improvisations “mégapneumiques” : pulsions, bâillements, râles, syllabes disloquées… ”
* Gil J. Wolman Éditions inconnues, disques et documents du vendredi 26 septembre au samedi 8 novembre 2008 — www.cipmarseille.com
Gil J. Wolman en rétropective 16/02/04 – Cinéma – Actu
* Intervention de Gil J Wolman, délégué de l’Internationale lettriste, au Congrès d’Alba, en septembre 1956 Internationale situationniste. 1958-1969. Librairie Arthème Fayard, Paris, mai 1997 (pdf)

Bibliographie
- « Défense de mourir », ouvrage paru à l’occasion de la rétrospective Gil J Wolman au Frac-Bourgogne et au Musée de l’Objet de Blois, en 2001, éditions Allia.
- Wolman, « Les inhumations », éditions Allia, 1995.

  1. Textes en performance Colloque international Genève, 27-29 novembre 2003
    “Why Lettrism?”
    Guilhem Fabre, Université Paris 7-Denis Diderot France – Gil Wolman et François Dufrêne: du récital lettriste à la performance
    Guy-Ernest Debord / Gil J. Wolman — Mode d’emploi du détournementback] Paru initialement dans LES LÈVRES NUES N.8 (MAI 1956 [by Guy-Ernest Debord and Gil J Wolman
    Potlacht #22, 9 September 1955, trans. 1997 by Luther Blisset & NOT BORED!
    [back]
  2. Frac Bourgogne [back]
  3. Cinema : film history since 1880 [back]                                                                 source

jeudi 13 janvier 2011

The Anticoncept

 Cinematochronic Argument For A Physical Phase of the Arts

Preface

Let X be the original. All art poses the elementary equation: movement of X. Progenitor of the cinematograph: movement of photography.
Emile Reynaud writes movement on the screen with photographs successively taken and projected at a given rhythm.
The Lumiere brothers simplify this process by photographing movement directly.
An art evolves by multiplying its origin by elements that are specific to it.
The evolution of the cinematograph is marked by optical variation and variation of movement and their combinations: close-ups and other shots.
In 1896, Promio gives a second dimension to movement by introducing the first travelling shots.
Thus furnished with its specific means, the cinematograph begins to express a new reality by an original stylization. It produces several masterpieces.
Then, without laying the problem to rest with the reproduction of speech, [the cinematograph] perfects its technology on the criterion of precision, to the point that it ceases to interpret in order to reproduce reality, whether real or novelistic.
The cinematograph had arrived at that stage, when in 1951 Isou destroys photography in favor of sound; and in surprise one saw a most banal fish in the sea take on an unaccustomed relief by means of a love story that unreels on the sound track.
The same year, Gil J Wolman realizes his first cinechronic film, which he calls by abbreviation and to mark the difference with the cinematograph: ATOCHRONE.
Wolman divides the second by 24; he thus renders an image autonomous, which, outside of all symbolism, becomes the element of the propagation of movement on the exterior of photography. Asynchronous, at the unreeling of the atonic narration, this new antithetical movement, counters each vocal inflection.
AND A NEW ART BEGINS.
I love you I no longer love you he loves another woman.
Beneath the mask she must be pretty she must be ugly.
THEOREM.
There is no negation that does not affirm itself elsewhere.
Negation is the transitional term to a new period.
Negation of the intrinsic, immutable, a priori concept, projects this concept outside of matter, reveals it a posteriori to an extrinsic reaction, becomes mutable by as many reactions.
THE TIME OF POETS IS FINISHED.
TODAY I'M SLEEPING.

Voiceover

Those who invent have never lived the characters of this work those who invent have never lived i want to move through all of life the gangster and his victim you say i am not ashamed i have my eyes open watch out for my stockings monique she you you are real certain ones exist the others will soon my steps for a rule the night for a cord i walk and i set up symmetrical frontiers to common places of double mouths of simple provisional bodies of the five atrophied senses and i arch the lost acts To the false earth without elements of the fourth dimension and i set up walls that crumble one must live fire catches the grasses the roots of the trees one must live you won't have me i enter the moon printed shadows on the yellow dress with two very distinct smiles in the eyes that one must know how to capture together in order to see you walk in order to be tired i speak without ambiguity in order to sing there is a butcher's red and grey white awning it's raining and holds us on an island the bridge suspended you have skin with an odor without accent your mouth must be alcohol padded around a lizard dead i oscillate between pleasure and to see at auteil while a nag hesitated before the obstacle a young girl raped the satyr i oscillate between pleasure and i break some fingers in your hand FIRE a cat flows under the bench wet she has closed eyes that count my phalanxes i have some violet blood in my head i wipe my nose you wipe your nose we are two the waiting was a luxury and we were so old that youth serves us if we don't know how to be old as well on the circular path there are some false moons of electric lights four years later the party at the lake under the bridge of stones is still dry depressed by the stupid depth brought to light the children no longer invent the submarine mysteries of the lake of the hills chaumont and i turn stupidly onto the traces of the ass and i throw some ashes to the birds it was it was it was it was it was it was it was it was it was it was it was it was it was i lived so much that dead with sandy eyes in order to deny but some sand too fine to sleep the others got caught on the platform of the bus in motion were running up to drowning themselves in the corridors of the metro one had to be drugged at this point in order to imagine that the train following would be fatal eggs the thousand from 900 to 12000 butter the kilo from 425 to 585 camembert the piece from 35 to 70 gruyere the kilo from 290 to 390 green beans the kilo from 50 to 100 potatoes the the squares squares the squares the children are a tree and the hands of the marriages of hanged men in the sun slide the words no longer know how to speak the mouth opens in order to kiss the benches deep and hollow capitalize themselves with flexible nuances "No, some manners please" it's an ink stain a bolt of lightning an earthquake it's certainly the end of a world bastard bastard bastard bastard bastard bastard she was thin i paid for the room she took a towel and told me to leave something for the service i finished the cigarette reading the regulation on the door while she washed up finally "watch out for my stockings" the time to think of something else the red solar eye is sky mixed inseparably with bodies in the same way one never sees oneself in order to see oneself one must go in the opposite way the prompt reflex will annihilate the mind one must stop before thinking about stopping she has drawn her gaze from the vaults of dead families petrified her two breasts of clay and brings them to the preceding girl seven eight nine ten eleven twelve thirteen fifteen under the bridge where moves the axis exposed to the air of bodies it smells like urine the fixed light of trocadero floats on the seine the water slaps the arches i reinvent the sea we walk in order to extenuate the silence but soon inside some legs one must decrease the angles i you lap the saliva you i catch the tongue and relax it aerodrome train station port anthill crossroads war the vital act takes on sadistic proportions of cataclysms i have liquid hands to discover you forgetting nothing of the prestidigator hands the virgins rasp the acne tomorrow rises to the boulevard the impasses leave each girl a skin of pus the brakes grind fires alternate in mid sky i plow the same street of boredom auscultate the detached vertebrae of the cat abcdefghijklmnopqrstuvwxyz advertising enters backwards but it caught in traps at the tuilleries the chairs with one arm in the damp part of the lip you planted a tooth the fly that irritated it had broken the attraction that held us with four fingers you say "what kids we are" i forget the phrase you write it later the only girl who i name monique leper solitude of ugliness shrew rueil avoid the benches of stone where the space in the seat catches the dirty old men i walk with your double hand balance in order to fill the instant we don't know that we are happy joy today i will raise up sky scrapers for you with a thousand windows seen on the walls of the rue d'aubervilliers lime washed alive with love three benches of the path in the seminary the empty land sluggish animal and then we trample the uneven grass "you'' write me from Paris about everything about the seine about the theatres about" i wrote you in the parks he was crushing his cigarette butt in the cavities of the death head she speaks without lively words she leaves the esophagus without transitions pulps pearls stones she conjugates the least heavy that the air through eighteen years install some passages of untempered steel among them all And recapitulate where we are with it no no no not already i certainly forgot don't go away the glass of rum the phrases phrases for nothing for saying for saying nothing silence modulates itself on words heartsick so that's all we walk in the rain we kiss in the parks i caress you through your dress our muscles tense on the grass and then you get the fuck out for metaphysical reasons under the aerial metro thursday i smoke the time of two cigarettes you left peanuts peanuts peanuts standing a man totally gallowslike in a car long uncovered throws dead bodies expurgate the cemetery belches with tenacious worms living in the green flesh a dyed blonde in her somber slip discharges some hysteria through symbols dactyls THAT empty the newborns to the pipes bleeds pikes on the cut hearts of the women he screws in fingernails through the eyes to the skull three dirty fingers eat away the belly from the navel under the grass guts you will stuff the greasy slime odors odors odors of those who still croak off on all fours corinth steel tannin cove nile wine-red acacia cyclamen rainshower cock etruscan ingot ecru seine here it's not death life stops there is on the live rock the sun in capitals of tar i am looking for you through your phalanxes open to the air here you no longer recognize the places you believe that i invent but here it's not you another woman comes to perpetuate you become you and you the other she the second night you open yourself entire in the narrow bed complete the road of the previous girl carbon between the crude dreams of actions you sleep white polycarbons without pleasure finally mistress of fear "i'm not ashamed i have my eyes open" come take les halles in the mud at eight o'clock in the morning up to chatelet i'm retracing the road the light chisels the retinas the blood takes on the motions of prodigious cataracts i know where to pour in public latrines in italy i suffered from constipation and i thought that there existed no greater pain what does that prove there is always someone who waits for someone to come on the point saint michel the electric clock scrapes at the imagined for me this will be later without dancing we cut in every way the public dances naked she comes to sleep with malleable inflections sleep and don't move for the emptied slut of my gaze all the arborescent girls of the street have a past so so when will we be free perpetual virgins without memory and who don't speak in search of her who on the sidewalks alternating at each train on the trains the bistros on the road the crowd of all the capitals of Europe and of the towns at dawn behind a girl alone in the waiting room i throw a rock into the pond the stories spiral out upside-down towards the sex i will recapitulate love in the real order of the circles my little girl another at como at night under the marabout i saw her face only at the end of the fingers of others issues of the ripe green clusters never at the right time for all the missed women at the transfer point of the metro postulate grab her ass hesitation he's a bad lot regrets jean louis surrealism played at 81 our lives on the boulevard saint germain in the sphere of the first stage with maurice i cheated and thereafter each night methodically i prepared my dreams the new generation will leave nothing anymore to chance peanuts peanuts peanuts she came back to jump over years with both feet together up to the point au change the other girl dead in a corner on the first step i was thrown a bit off my route what phase would she accomplish she in the perfect girl -- absolute -- mixed TO GARBLE THE FUTURE ON THE PATH in the seminary your mouth has gotten deep you need a lot of saliva to erase the time between "i want to move through all of life" quick quick quick square du temple you are biting me in the hollow of my thumb and each day i tear open the wound a scab i grow tired before the blood beethoven van gogh outside the train passes through the hours we will continue to sing "au revoir madamoiselle" peanuts peanuts peanuts huge rats hanging around a trashcan where the fetus of an aborted infant cries wrapped up in the sheets of a weekly with stories lived from the heart i climb the second stairway of saint genevieve you are there sitting she read i can barely see you but it's her one doesn't mistake rotaries bodies i i reinvent you i watch her i confront "hello" she watches me it's you i tell you your name a name of a river you speak "you were saying" your voice is a hard light lights her face it's not her middle of the night hatched with unequal circles the silence exasperates the boys gathered together from the country cancer solitude embodies mine from this day on he carefully emphasized that death was nothing but that it was difficult to die and he had doubts about NOTHING was creating to enter into a formulation i SEE NOTHING IN ORDER TO become the problem he disassembled his veins with a rusted blade i lean back against a column hollowed out i pretend to be waiting he threw himself into the canal several years later we recalled to him by chance on the telephone that it was the canal saint martin when they pulled him out he had two drowned kittens against his chest i returned to dieppe with albert we had put up the hut on almost the same spot the sea had a mask of heaviness you had to be sordid to resist the vertigo he needed air made a child's grimace smile in the mirror he was seeing his death mouths glued together we had started to vomit to consume the acts was to forget to be free i have my hands flat on your i crush you against the tree standing up i look at you marvelous you make me drunk the days of stupid girls later you will invent me return there we got ready i lost the day for living on the train from the north he juggled very quickly between the beaten paths with words used in order not to see them constructed fragile phrases that fell before understanding he wanted to renew love through a new filmic technique one bone after the other until there were four on the table bistros i let half of my skull bead up caress my brain in the open air with your spinner's hands in slow motion he would come back from all the suicides ready to begin again the genesis of the world he had a memory like a man no one had ever suffered as much as his body crushed in the shadow once more among words i say to him and it's to you that i'm speaking no tricks because she is sketching out another boy we split up he missed her by a green light by a second by a sidewalk by a train he was walking with his chin closed down on his adam's apple he balanced real lucidities in the shadow of forms we created arbitrary rules we played at love in a parallel universe without water played we forgot to live and i practice artificial respiration personalities by external usage poets with rotten words virgins with the looks of whores black looks good on you we will allow legend to catch up at saint germain des pres for the tourists of the other quarters "got a smoke, buy me a drink" an enormous skeleton of scrap iron flows at a slow tempo "i can't love you i love someone else" what was there to reply to this rigorous logic huskvarna jonkoping mjolby norrkoping stockholm he didn't cry may be still in sweden taxa taxa taxa ALONE he created things away until the discovery of paroxysms at the place called the heart several burns with cold orgiastic sensibilities one girl coming afterwards she was an exact double of the preceding one with the off-handed ease of a habit this lasted this lasted i open my eyes to a newborn this lasted i crossed over without turning back to the origin my life is an imageless corridor and while i'm at it in the order of things i except nuances a man gives in his language names of children and bread to the pigeons with a mechanical arm night comes without one being aware of it i walk barefoot on the beach what he didn't saw he grimaced on contact with the pebbles i assume the vindicative flight of love caught up in the game of docile vision however it was not so simple the truth is that he would speak to the girls he loved so they'd know in order later to anticipate his silences and he rendered them infinitesimal each breath he could increase the size of a fart up to the stars art unhinges the emotional personality creation splits in two rot plus creation i turn on the out-of-date trajectory of nights rumpled by four of the he recapitulated the inclemencies with a mathematical precision the alliances of his belly he lived parallel extremities without conditions the sky moved i could never detach the clouds from the idea of sky it's raining around eleven o'clock a drunk woman asks for a light it rains against the window somewhere on another continent partner enter into the alternative of cliches you disappear into the amorous finality he found her again without apparent deformation the same eyes in the same palor between two lives only she had become more fragile at the first tactile confines she broke modesty afterwards he gave her the night in her palm in order to isolate himself "we are going to lose everything we are no longer children" "of course of course" and it took him the time to count to fifty to discharge his veins since then everything had gone to their bellies with the gait of an orangoutang pressed down his foot on the mug of the poor little man crumpled in a corner of the cellar one eye out of its orbit and some fresh blood flowed to become lost in a thin thread on the white silk shirt "you're going to talk" i wish them happiness the couple takes their revenge and crosses over reality becomes real man is born an old man and dies a foetus what a program one dawn i cut across les halles with parsimonious steps back and forth you are awake beautiful and you have already brushed your teeth when the ones in love don't know that they are lovers they make love with movements without importance he took aim on every girl at point blank range he was an asthmatic he had one steel lung for hygiene i finish the night with an old prostitute very ugly i make an epilogue of indissoluble rudiments from the succession of events he was accentuating the errors to excess of desolation i trench your belly with hands tied i asphyxiate you we share the foul air i flush the toilet on my siphonal memory persists a whiff of shit END POST SCRIPT resembles you and keeps me her mouth breathless near the ruins she speaks with your words renews past situations life is not retrospective I AM IMMORTAL AND LIVING

(By Gil J Wolman. Translated from the French by Keith Sanborn. An imageless film The Anticoncept was first screened on 11 February 1952 at the cinema club "Avant-Garde 52," where it was projected upon a large white weather balloon.)

 Notbored

Alliot-Marie l'Ignoble

 Dehors !

Tunisie : les propos "effrayants" d'Alliot-Marie suscitent la polémique

Michèle Alliot-Marie est allée trop loin, mardi 12 janvier, en proposant, à l'Assemblée nationale, le savoir-faire français à la police tunisienne pour "régler les situations sécuritaires".  Critiquée devant l'Assemblée nationale par l'opposition sur l'extrême retenue de la réaction française face à la répression en Tunisie, la ministre des affaires étrangères a répondu : "Plutôt que de lancer des anathèmes, je crois que notre devoir est de faire une analyse sereine et objective de la situation." Elle a suggéré que "le savoir-faire, reconnu dans le monde entier, de nos forces de sécurité, permette de régler des situations sécuritaires de ce type". "C'est la raison pour laquelle nous proposons effectivement aux deux pays [l'Algérie et la Tunisie] de permettre dans le cadre de nos coopérations d'agir pour que le droit de manifester puisse se faire en même temps que l'assurance de la sécurité."

La vidéo de Michèle Alliot-Marie proposant d'aider les forces de police tunisienne circule depuis sur le Net et les réseaux sociaux, suscitant des réactions outrées des opposants au régime de Ben Ali. Sur Facebook, des dizaines d'internautes partagent le lien vers la vidéo en écrivant ironiquement "Merci la France !".

Nulle provocation dans ses propos, elle reflète fidèlement la pensée majoritaire UMP selon laquelle tout doit être fait pour sauver le soldat Ben Ali.

Les morts, les blessés, les dégâts dans tout le pays à feu et à sang…? Elle s’en contrefout, elle sait qu’il existe au Ministère de l’Intérieur une société spécialisée dans la vente de matériel spécifique au maintien de l’ordre, Pasqua et son entourage y ayant longtemps grenouillé. Rappeler devant les parlementaires qu’elle connaît mieux le ministère que son lointain successeur voilà le seul petit but politicien recherché par cette dame odieuse.
Rarement le titulaire d’un ministère régalien n’aura donné une image aussi abjecte de ce pauvre pays.

 

Conférence-Débat avec projection de film

Les expériences d’autogestion en Catalogne-Aragon 1936-1939

Le samedi 15 janvier à 17h, Conférence De MYRTILLE GONZALBO

DU GROUPE DE RECHERCHES HISTORIQUES LES GIMÉNOLOGUES http://gimenologues.org

Exil de la mémoire • mémoire de l'exil

samedi 15 janvier 2011
Monoblet (dans le Gard) 17 h - salle du restaurant scolaire
entrée libre dans la limite des places disponibles


Simone Weil rejoint en 1936 la colonne Durutti.
Ici avec des camarades de la CNTdevant le siège du POUM. Barcelone 1936.


Hadopi hausse encore le ton contre les pirates

L'Hadopi entre dans la deuxième phase de son action. Dans les prochains jours, la Haute autorité va envoyer aux abonnés à nouveau repérés sur les réseaux de piratage un second courriel d'avertissement, doublé cette fois d'une lettre remise contre signature. Après un premier message pédagogique, «c'est le début de la phase pénale», avertit Mireille Imbert-Quaretta, présidente de la commission pour la protection des droits et dictatrice enrouée. Si un abonné est repéré une troisième fois, son dossier pourra être transmis à un juge. Il risquera une amende et une suspension de son abonnement d'un mois. Selon nos informations, environ 1600 internautes auraient été interceptés au moins deux fois. Depuis l'activation du dispositif le 1er octobre, l'Hadopi a envoyé moins de 72000 premières recommandations. Elle expédie actuellement 2500 messages  jour et prévoit de franchir le cap des 10.000 d'ici fin juin. Mais cela restera nettement moins que les 70.000 signalements quotidiens que peuvent lui transmettre les ayants droit, parfois pour les mêmes internautes. Le système informatique de la Haute autorité n'est pas encore calibré pour traiter toutes les saisines, et certains représentants de l'industrie du disque et du cinéma s'indignent.  
Mireille Imbert-Quaretta imagine d'autres modes de lutte contre le piratage, englobant aussi des pratiques qui gagnent en popularité, comme le streaming, délire... 
Camarades passez à FreeNet !

Tunisie: l' Histoire en Mouvement

Ben Ali promet de quitter le pouvoir en 2014 !

Il a ordonné aux forces de l'ordre de ne plus tirer sur les manifestants et annoncé une baisse du prix des denrées de première nécessité telles que le pain, le lait, le sucre. Dans l'immédiat l'armée s'est retirée ce jeudi 13 janvier de Tunis, où des unités spéciales de la police ont pris place dans le centre. Des blindés et des unités d'intervention de la police ont remplacé ceux de l'armée sur l'avenue centrale Habib Bourguiba et sur la place Barcelone, près d'un grand terminus des trains de la banlieue sud et du tramway. Seuls deux véhicules de l'armée avec des soldats en armes étaient encore postés sur la place Ibn Khaldoun en face de l'ambassade de France. De violents affrontements ont opposé les forces de sécurité à des jeunes dans la banlieue de la capitale dans la nuit de mercredi à jeudi malgré le couvre-feu imposé dans la capitale tunisienne et ses environs, ont indiqué à l'AFP des témoins.
Les autorités tunisiennes ont imposé un couvre-feu nocturne pour une durée illimitée, la première mesure de ce genre depuis l'arrivée au pouvoir du président Zine El Abidine Ben Ali en 1987. Les forces de l'ordre ont quadrillé la capitale tunisienne, dont les rues sont restées vide de 20 heures à jeudi 5 h 30. Mercredi, des manifestants et les forces de l'ordre s'étaient violemment affrontés pour la première fois dans le centre de Tunis.
Jeudi, le ministère des affaires étrangères suisse a de son côté confirmé la mort d'une de ses ressortissantes : selon la Radio suisse romande, il s'agit d'une infirmière d'origine tunisienne de 65 ans, atteinte par une balle alors qu'elle se trouvait sur un balcon dans la ville de Dar Chaabane.
Il est clair maintenant que ce grand mouvement concerne l'ensemble de la société tunisienne et que rien ne l'arrêtera. Lorsqu'une société civile entière défie un régime à ce point et sur une telle durée malgré une féroce répression ce sont les fondements même du régime qui tendent à se dissoudre et déjà des contradictions apparaissent dans l'appareil d'État. L'armée ne veut pas tirer sur le peuple et se méfie de la police politique à la solde du tyran, une nouvelle légitimité se met peu à peu en place et c'est le peuple qui décide en dernier ressort.
Ben Ali ne peut plus que se retirer et c'est ce qui se joue dans les coulisses. Le plus tôt sera le mieux, assez de sang a été versé et les jeux sont fait !
Tunisiens, tunisiennes, vous allez gagner votre liberté politique !
Et n'oubliez pas: "La Victoire ira à ceux qui ont fait le désordre sans l'aimer !" G.D

"...On a le sentiment de l'avoir habité avant même de naître. C'est le carnaval. La fiesta. Ezzarda. La révolution..../..."
"...Ben Ali, sans le vouloir peut-être, avait retourné la réalité comme on le fait d'un gant: le monde réapparu en joie. En l'air, de toutes les couleurs, les paroles. Le pays a le charme d'un grand café, d'un grand théâtre, d'un hammam. Sans gêne et sans honte, tout pouvait être dit. Dans toutes les villes et dans tous les villages, on entendait enfin se lever bavardages et caquetages, commérages et potins, blagues et plaisanteries. Le rire enveloppait désormais le moindre mot. Ca bavarde dans les ruelles, les boulevards, les souks... Il suffit d'aller dans n'importe quel bar, on se croirait sur les planches, où que vous regardiez, à gauche, à droite, au centre, les gens conversent, font le mariole. Un apprentissage de la fraternité..." 

Balivernes de La Confédération paysanne

Ce petit texte peut résumer à lui seul l'ensemble des illusions des "Anti-Mondialisation" qui déconnent avec ATTAC depuis 10 ans. Exemple d'analyse gauchiste hors sujet. En effet le capitalisme ne peut plus durer QUE par la spéculation et la spéculation sur Tous les biens et services. Dans ces conditions espérer réguler sérieusement le marché est une gageure et crever de faim est un devoir, une nécessité "responsable". Le problème est pourtant limpide soit on fait la peau au système capitaliste soit il nous fait la peau, pas de demi-mesures possible !

Il faut arrêter l’augmentation du prix des céréales !

Le prix des céréales continue sa lancée. Rien ne semble devoir l’arrêter. Les récentes émeutes en Afrique du Nord prennent pour partie leur cause dans l’augmentation des prix de certains produits agricoles.
Les politiques de transformation en agrocarburants assèchent les matières premières agricoles comme le sucre car la canne à sucre est de plus en plus transformée en éthanol au Brésil. Le prix du maïs est lui aussi tiré par la transformation de 130 millions de tonnes au USA en carburant (environ 4 fois le volume de la production de blé français). La quasi-totalité de la production de colza en France est transformée en diester, substituant des hectares qui produisaient des aliments vers de l’énergie.
Ces politiques affament les populations, liquident les éleveurs qui subissent des marchés de plus en plus ouverts et des prix des aliments du bétail qui ne cessent d’augmenter
Il a suffit d’une mauvaise récolte de blé mondial (Russie, Australie, Canada) pour que le prix flambe. Aujourd’hui, la sécurité même des approvisionnements n’est plus garantie selon certains et fait craindre aux éleveurs jusqu’à la possibilité d’approvisionner leurs animaux pendant la soudure avec la récolte prochaine.
La Confédération paysanne a demandé au ministre la semaine dernière de mettre en place une taxation des exportations de céréales pour prévenir une crise encore plus grave qui ne profite qu’à une petite minorité et qui menace l’ensemble de nos société.
Ce qui était urgent hier pour sauver le revenu des céréaliers est aussi urgent aujourd’hui pour sauver les populations et les éleveurs. Ce ne sont pas les hésitations du ministre entre une position raisonnable de limiter les exportations et sa position spéculative qui vont apporter des solutions. Les populations du Sud comme du Nord ont besoin de sécurité alimentaire, de souveraineté alimentaire.
Encadrer le commerce c’est augmenter la sécurité !

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mercredi 12 janvier 2011

Marx reloaded – Kritische Theorie auf der Höhe der Zeit

Die Marktwirtschaft macht zu Beginn des neuen Jahrtausends einen ziemlich brüchigen Eindruck. Der plötzliche Konkurs von Firmen, die viele Zeitgenossen aus ihrem täglichen Leben gar nicht mehr wegdenken konnten, eine stetig zunehmende Zahl von Arbeitslosen, gefolgt von einem rasanten Abbau des Sozialstaates sind nur einige der vielen Zeichen, die nicht einmal die hartgesottensten unter den berufsoptimistischen Schönrednern noch übersehen können.
In der gegenwärtigen Krise ist Marx aktueller als je zuvor. Um das zu erkennen, ist es allerdings erforderlich, die Interpretation seines Werkes auf die Höhe der heutigen Zeit zu bringen. In diesem Sinne legt Anselm Jappe in seinem neuen Buch sehr anschaulich dar, dass es insbesondere die zentrale Kategorie des “Werts” bzw. der “Wertform” und die aus ihr abgeleiteten Momente “Ware”, “Arbeit” und “Geld” sind, die unsere gesamte Gesellschaft durchdringen und ihr ihre Form aufzwingen. Die grundlegende Analyse und Kritik der Wertform ist das Anliegen eines der jüngsten Zweige der marxistischen Theorie, der sich selbst sinnigerweise als “Wertkritik” bezeichnet.
Die Wertkritik hat mit etlichen Dogmen des traditionellen Marxismus gebrochen. Unter anderem mit dem Geschichtsdeterminismus, der Arbeitsverherrlichung und der Klassenkampfideologie. Nach Auffassung der Wertkritik folgte die Entstehung des Kapitalismus keiner historischen Notwendigkeit. Einmal entstanden, folgt seine weitere Entwicklung allerdings einer zwingenden Logik, die mehr oder weniger gewalttätig dem Rest der Gesellschaft aufgezwungen wird. Unter der Herrschaft der Wertform werden alle möglichen Waren produziert, allein zu dem Zweck, aus Geld – der Maßeinheit des Wertes – mehr Geld zu machen. Um wiederum an Geld zu gelangen, muss gearbeitet und das Produkt der Arbeit in Form von Waren verkauft werden. Auf diese Weise sind Arbeit, Ware und Geld zum Zentrum aller menschlichen Aktivitäten geworden.
Der Wert und alles, was aus ihm folgt, sind nichts Natürliches, sondern ein grausamer Fetisch. Wenn Familien obdachlos werden, weil sie ihre Wohnungsmiete nicht zahlen können, Börsenmakler sich nach einem Verfall der Aktienkurse scharenweise aus ihren Bürofenstern stürzen oder Arbeitslose einem rigiden Zwangsregime unterworfen werden, dann ist das im Prinzip nichts anderes als die Huldigung, die “Wilde” einem Götzenbild darbringen. In beiden Fällen haben Menschen etwas geschaffen, dem sie aus völlig irrationalen Gründen große Opfer darbringen, bis hin zu Menschenleben. Beide Male sind die Menschen selbst die Urheber der jeweiligen Fetischform und beide Male ist ihnen das nicht bewusst.
Unter dem Fetischverhältnis des Werts nimmt die Arbeit eine ganz besondere Rolle ein. Sie ist die Quelle des Werts und aller aus ihm abgeleiteten Kategorien. Nur unter der Herrschaft der Wertform, also im Kapitalismus, wird die Arbeit zum totalen gesellschaftlichen Organisationsprinzip. Einem Menschen aus einem beliebigen vorkapitalistischen Zeitalter wäre es nie eingefallen, etwa das Umpflügen eines Feldes, eine Musikdarbietung oder die Zubereitung eines Essens unter ein und denselben Begriff, eben den der “Arbeit”, einzuordnen. Real existiert nämlich im Grunde nur eine große Vielfalt konkreter Aktivitäten. Im Kapitalismus werden dagegen alle Tätigkeiten, die Wert produzieren und sich in Geld übersetzen lassen, als “Arbeit” aufgefasst. Es ist eine zwingende Folge dieser Logik, dass eine Frau, die ihren alten Schwiegervater pflegt, im kapitalistischen Sinne “nicht arbeitet”, während ihr Bomben produzierender Mann “arbeitet”.
Nicht zuletzt wendet sich die Wertkritik auch gegen die Klassenkampfideologie. Deren Anhänger können nicht erklären, warum der Kapitalismus gerade jetzt in eine Krise stürzt. Ihre Erklärungsmodelle, in denen die Kapitalisten häufig so beschrieben werden, als ob sie das gesellschaftliche Mehrprodukt gierig an sich reißen und für ihr Privatvergnügen verzehren würden, überzeugen nicht. Sind doch auch die Kapitalisten nur “Götzendiener” an der tautologischen Selbstverwertung des Kapitals. Zwar sind sie insofern privilegiert, als sie sich mit teureren Waren eindecken können, aber im Grunde führen sie selbst nur ein sehr erbärmliches Leben. Jedem mittelalterlichen Feudalherren wären die gehetzten und überarbeiteten Kleinunternehmer und Manager von heute wie armer Pöbel vorgekommen. Darüber hinaus ist es einfach nicht plausibel, dass die vermeintlich herrschenden Klassen wirklich so dumm sein sollten, die Zahl der Ausgegrenzten durch eine ständige Verschlechterung der Lebensumstände zu einer bedrohlichen Masse anwachsen zu lassen, wo doch eine gezielte Ruhigstellung durch ausreichende Vergütungen und Sozialtransfers viel einfacher, effektiver und billiger wäre.
Die Geschichte ist eher eine Geschichte von einander abwechselnden Fetischismen als von Klassenkämpfen. Die Frage nach den Nutznießern der Misere geht ins Leere. Es verhält sich vielmehr so, dass der Wert in die Haut lebendiger Menschen fährt und sie zu willfährigen Vollstreckern seiner Logik macht. Zwar gibt es in der kapitalistischen Gesellschaft auch Privilegierte, aber der Versuch, ihnen ans Leder zu gehen, macht ungefähr genauso viel Sinn, als würde man auf der sinkenden Titanic um den besten Platz an der Schiffsbar kämpfen. Schon bei Marx selber ist in den ersten drei grundlegenden Kapiteln des Kapitals nie von Klassen die Rede. Die Wertkritiker nehmen Marx beim Wort und kommen bei der Analyse der Bewegungsgesetze des Kapitalismus zu dem Schluss, dass diese in sich selber Widersprüche enthalten, die sich immer mehr zuspitzen und die endgültige Krise der kapitalistischen Gesellschaft aus sich selbst hervortreiben.
Es ist insbesondere der tendenzielle Fall der Profitrate, der letztlich den Niedergang herbeiführt: Das Kapital muss zu seiner Selbstverwertung ständig lebendige Arbeit aufsaugen, denn diese ist die einzige Wertquelle, die mehr Wert produziert als ihr Gebrauch kostet; die Differenz macht den so genannten “Mehrwert” aus, der wiederum die einzige Quelle für den Profit ist. Hört die Mehrwertproduktion auf, dann hört auch jede Wertproduktion auf, denn ein Produzent, der keinen Profit macht, fängt erst gar nicht an etwas zu produzieren. Aber gleichzeitig treibt die Konkurrenz die Kapitaleigner unerbittlich dazu, ständig lebendige Arbeit durch Maschinen zu ersetzen. Diese bringen keinen Mehrwert ein, sondern geben lediglich genau den Wert, der bereits in ihnen steckt, an das Endprodukt weiter. So nimmt der Profit immer weiter ab, bis jede Produktion über kurz oder lang unrentabel wird.
Zur sichtbaren Verringerung der Arbeit tritt noch das unsichtbare Schrumpfen der produktiven Arbeit hinzu. Denn im Kapitalismus produziert keinesfalls jede Arbeit Mehrwert. Unproduktiv sind zum Beispiel das Bildungssystem, innere und äußere Sicherheit sowie das Gesundheitswesen. Arbeiten, die dort verrichtet werden, müssen vielmehr in Form von “Lohnnebenkosten” oder Steuern aus der Mehrwertschöpfung, die zuvor woanders stattgefunden hat, mitfinanziert werden. Dadurch schmälern sie die Rentabilität der Gesamtproduktion. Im sich weiterentwickelnden Kapitalismus, dem die produktive Arbeit immer mehr ausgeht, wird es immer schwieriger und am Ende unmöglich, die Kosten für die mitlaufenden unproduktiven Arbeiten zu bestreiten, selbst wenn diese eine unverzichtbare Voraussetzung für die kapitalistische Produktion darstellen.
Das ist auch der Grund, warum sich die Staaten ständig verschulden. Sie tun dies, um die für ihre Volkswirtschaften notwendigen Infrastrukturen zu finanzieren. Mittlerweile ist die gesamte kapitalistische Gesellschaft unrentabel geworden und lebt nur noch auf Pump. Durch die Verschuldung wird das Wertgesetz für eine gewisse Zeit suspendiert und der Zusammenbruch eine Weile hinausgezögert. Diese Suspendierung geschieht außerdem durch die Flucht der Wirtschaft in fiktives Kapital, das an den Börsen und in anderen Bereichen der Spekulation geschaffen wird. Hier wird mit Versprechungen auf künftige Gewinne gehandelt, die bei nüchterner Betrachtung niemals mehr erzielt werden dürften. Auf diese Weise werden erhoffte Gewinne von morgen schon heute ausgegeben. Die mit rein spekulativen Finanzoperationen erzielten Gewinne sind mittlerweile ein unverzichtbarer Posten im Haushalt von Unternehmen, Staaten und Privatleuten geworden.
Durch die entsprechenden Geldmengen, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen, entsteht der falsche Eindruck, das Geld würde sich von selbst vermehren. Aber es beruht auf dem Vertrauen, dass damit in Zukunft einmal reale Gewinne aus produktiver Tätigkeit geschöpft werden. Würde man die Spekulationskrücke entfernen, dann würde die Weltwirtschaft gar nicht mehr funktionieren. Insofern geht eine Spekulantenschelte, die in bestimmten Personengruppen die eigentliche Ursache der Krise ausmachen will, völlig ins Leere. Sie stellt nicht nur eine ausgesprochene Dummheit dar, sondern ist darüber hinaus gefährlich. Das angebliche “raffende Kapital” aus der Spekulationssphäre ist immer wieder schnell mit einer bestimmten Gruppe identifiziert worden, meist mit “den Juden”. Von da an ist es nur ein kleiner Schritt bis zur systematischen Verfolgung und Vernichtung von Menschen. Auf diese Weise führt eine fehlgehende und völlig irrationale Diagnose zu den schlimmsten Folgen. Die Wertkritik führt dagegen gerade zu einer Kritik der strukturellen Mechanismen des Kapitalismus, die das Unheil nicht auf Umtriebe bestimmter Menschengruppen zurückführt.
Sobald die Einlösung der Versprechungen auf künftige Gewinne in der Zukunft in größerem Maße verlangt wird, platzen die Spekulationsblasen und rufen reihenweise Bankrotte hervor. Gegenwärtig bleibt der große Knall zwar aus, aber es findet ein langsames und allmähliches Absterben der auf dem Wert beruhen Produktionsweise statt. Diese langsame Agonie, die sich vor unseren Augen abspielt, führt nicht automatisch in eine bessere Gesellschaft. Der schleichender Niedergang hinterlässt vielmehr eine bedrohliche Leere, die leicht in die Barbarei einmünden kann. Niemals in der Geschichte ist der bewusste Wille der Menschen so wichtig gewesen, um das Leben der Menschen zu garantieren. Immerhin muss man der Warengesellschaft zugestehen, dass sie die Erkenntnis über die Existenz der fetischistischen Formen ermöglicht hat. Dieser Bewusstseinsfortschritt ist eine Vorbedingung zur Aufhebung des Fetischismus. Leider kann nichts und niemand verbürgen, dass diese Aufhebung gelingen und der Warenfetischismus wirklich der letzte Fetischismus sein wird.
Versteht man das ebenfalls beim Unrast-Verlag erschienene Buch “Dead men working” als “Einladung” zur Wertkritik, dann ist Anselm Jappes Werk für alle Interessierten der nächste Schritt. Es enthält einen systematischen Durchgang durch sämtliche Grundlagen und Schlussfolgerungen dieser Theorierichtung. Hier findet man endlich die systematische Zusammenstellung ihrer wesentlichen Elemente, die man sich zuvor aus den vielen Einzeltexten der Krisis-Veröffentlichungen zusammensuchen musste. Dabei erhält der Leser zahlreiche plausible Antworten auf die Frage, warum die Welt so funktioniert, wie es zur Zeit der Fall ist. Nicht zuletzt dürfte das Buch auch besonders gut als Textgrundlage für Arbeitsgruppen geeignet sein.

Anselm Jappe: Die Abenteuer der Ware. UNRAST-Verlag, Münster 2005. 253 S., broschiert, 18,00 EUR

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