mercredi 16 février 2011

Gesellschaftskritik und Schlaraffenland

Wenn an einem Gegenstand etwas kritisiert wird, so setzt dies voraus, dass dieser Gegenstand als Ganzes schon einer kritischen Würdigung unterzogen worden ist, also jene, die an einem Gegenstand etwas kritisieren, schon ein Bild von ihrem Gegenstand haben, wie er nun beschaffen sei oder wie beschaffen sein soll. Wenn nun ein Teil, eine Äußerung dieses Gegenstands kritisiert wird, so je nach dem, ob mit dem Gesamten ein Einverständnis hergestellt wurde. Wir kennen dies aus der Kritik eines Konzerts. Der Kritiker hat die Komposition - also das Ganze - ebenso zu beachten wie das Dirigat und die Vorstellung der Solisten. Ist aber der Kritiker etwa aus grundsätzlichen Erwägungen kein Verfechter, eher ein Bekämpfer der Zwölftonmusik, so wird die beste Geigerin mit der präzisesten Vorführung des Requiems für einen Engel ihn nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen können.
Ist unser Gegenstand die Gesellschaft selbst, so stehen wir vor demselben Problem. Wenn wir etwas an ihr kritisieren, etwa steigende Arbeitslosigkeit oder kulturelle Verwahrlosung, so müssen wir uns der Frage stellen, von welchem Standpunkt aus wir diese Kritik entfalten. Die eine Möglichkeit ist die, die Komposition für gut, aber die Aufführung für schlecht zu halten (um im Bilde zu bleiben); die andre ist, schon das Werk selbst zu verwerfen und die Ausführenden zu bedauern wegen ihrer Plage mit dem Stück oder sie zu tadeln, weil sie mit ihrer Darbietung ein unrettbar hässliches Ding verbreiten. Was nun die Gesellschaft als Gegenstand der Kritik betrifft, so müssen wir, wenn wir an ihr etwas kritisieren, uns, um diesen Gegenstand durchdringen zu können, den Fragen nach ihren Versprechen ebenso wie nach ihrer Gestalt stellen. Ist, was uns die Gesellschaft verspricht, für uns genug? Oder müssen wir nach mehr und anderem verlangen? Und ist ihre Organisationsform dazu angetan, einzulösen, was sie verspricht? Wir werden diese Fragen zum Ausgangspunkt machen, wenn wir einen Rundgang durch das Gebäude der Wert- und Abspaltungskritik antreten.

Wertkritik

Was uns unsere Gesellschaft verspricht, ist in erster Linie die Garantie der allgemeinen Wohlfahrt durch das Verfolgen der Wohlfahrt der jeweils Einzelnen für sich selbst. Verfolgen diese Einzelnen also ihr Glück, ergibt sich daraus - so das Versprechen unserer Gesellschaft - das Glück aller. Das mag zwar auf den ersten Blick unlogisch erscheinen, denn wie sollte es anderen besser gehen, wenn ich bloß darauf achte, dass es mir gut gehe? Nun erklärt mir unsere Gesellschaft auf diesen Einwand hin, dass ich mich darum nicht zu bekümmern brauchte. Ich brauchte nur mein Auskommen dergestalt besorgen, dass ich, was ich nicht selbst herstelle, von anderen beziehe, was ich nicht selbst verzehre, anderen zur Verfügung stelle. Gleichzeitig bietet die Gesellschaft eine Garantie dafür, dass keins bei diesem Tauschakt übervorteilt werde; was getauscht wird, wird zu einem Wert getauscht.
Zwar kann ich, wenn ich einen Narren finde oder eine Notlage ausnutze, über dem Wert der zur Verhandlung anstehenden Gegenstände tauschen, aber prinzipiell ist dieser Wert unhintergehbar, denn er stellt eine gesellschaftliche Garantie dar, er ist die Übereinkunft, zu der sich die Einzelnen bereit gefunden haben. Dieses "Bereit gefunden haben" ist auf zwiefache Art zu lesen. Die Einzelnen haben sich bereit gefunden, also eine Übereinkunft getroffen; anders gelesen heißt es, die Einzelnen haben sich schon für die Wertgarantie vorbereitet vorgefunden. In jedem Fall aber akzeptieren sie die Tatsache, dass sie zu einem Wert tauschen. Ja noch mehr: Sie sehen diesen Tausch nicht als Notwendigkeit, sich Dinge zu verschaffen, die sie selbst nicht herstellen, wohl aber brauchen können, sie sehen diesen Tausch also nicht als Ergänzung zu ihrer Produktion. Sie sehen im Gegenteil diesen Tausch schon als Voraussetzung für ihr Tätigwerden an, schon als etwas, das ihre Produktion bestimmt. Und diese Produktion sehen sie als das eigentümlich Gesellschaftliche ihrer Existenzweise an, auch wenn sie dabei noch von der Verwirklichung ihrer eigenen Wohlfahrt ausgehen; denn dass sie im Tausch Gerechtigkeit erfahren durch einen Wert, der von allen garantiert und respektiert wird, erlaubt ihnen, im Hinblick auf diesen Tausch tätig zu werden.
Wir finden also eine Gesellschaft vor, die ihre Garantien, Versprechen und Regulationen nicht an einen Verbund von Leuten richtet und die Beziehungen dieser Leute nicht in einem Gemeinwesen und durch dieses hindurch ordnet und bestimmt. Die Ordnung der Beziehungen der Leute dieser Gesellschaft untereinander wird nicht durch ein Gemeinwesen reguliert, vielmehr bleibt auch dies den Einzelnen überlassen in ihrem Streben nach Wohlfahrt und Glück. Die einzige Garantie, die diese Gesellschaft gibt, ist die, dass die Einzelnen als Einzelne für sich sorgen dürfen - und wohl auch müssen. Wir werden uns diesem Zusammenhang wohl auch die Frage stellen müssen, ob der Begriff "Gesellschaft" in Zukunft nicht doch nur für unsere sozialen Zustände anzuwenden sein wird, doch davon später. Was sich als gesellschaftlich im engeren Sinn an unserer Gesellschaft nun herausstellt, also die Ordnung, das Zustandekommen sozialer Beziehungen, ist dabei nicht einmal der Tausch, in dem verschiedene Leute zusammenkommen und verschiedene Produkte verschiedener Tätigkeiten verhandelt werden. Das pure Gesellschaftliche ist die Tatsache, dass im Hinblick auf die recht eigentümliche Gesellschaftlichkeit hin produziert wird: auf einen Tausch hin, der nicht Ausgleich der Gesamtproduktion unter allen Leuten ist, so dass ein jedes dasselbe verzehre, sondern der einen Wert realisiert, der von einem Ausgleich der Produktion zum Verzehr unabhängig ist und davon nicht berührt wird.
Der Tausch drückt also dieser Gesellschaft als das eigentlich Gesellschaftliche seinen Stempel auf, indem er bei den ersten produktiven Äußerungen der Gesellschaft, beim Herstellen der für die Reproduktion notwendigen Güter schon nicht nach der Verteilung und dem Verzehr dieser Güter fragt, sondern nur fordert, dass sie, bevor sie in irgendeinen Verzehr überhaupt eingehen können, getauscht werden müssen. Wer nun aber produziert - oder richtiger: herstellt, denn "Produzieren" beinhaltet ja schon den vorausgesetzten Tauschakt - bloß für seinen eigenen Konsum, geht dieser Gesellschaftlichkeit verlustig. Das Alltagsbewusstsein vermittelt uns davon einen Begriff. Wer auf dem eigenen Hof bloß für sich herstellt ("Bauern nix hergebns, selber fressns" erklärt uns das Volkslied), wird aus der modernen Gesellschaft ausgeschlossen und als hoffnungslos rückständig gebrandmarkt. Wer hingegen als Lumpensammler noch auf dem geringsten Rohstoffmarkt der Dritten Welt reussiert, kann sich die Hoffnung aufrecht erhalten, doch noch vom Schuhputzer zum Millionär zu werden.
In dieser Gesellschaft wird also der Bezug ihrer Mitglieder untereinander nur dadurch hergestellt, dass sie aneinander etwas wert finden - und dazu produzieren sie. Der Wert verdoppelt so die gesellschaftlichen Äußerungen; zwischen Herstellung und Verzehr tritt ein Tausch, der nicht Ausgleich ist, sondern Verzehr erst möglich macht. Was nicht vorher getauscht wurde, kann erst gar nicht in den Konsum eingehen, eher wird es vernichtet als seiner Bestimmung, getauscht zu werden und zwar zu einem unhintergehbaren Wert, nicht zugeführt. Diese Verdoppelung tritt aber nicht erst im Tauschakt auf, da der Wert dort nicht entsteht, sondern nur realisiert wird. Der Wert entsteht schon im Akt der Produktion, da Produkte als Träger von Wert hergestellt werden, oder anders gesagt Waren.

Arbeitskritik

So ist, was für die Produktion eines bestimmten Guts benötigt wird, nur als Ware vorhanden einschließlich der dazu nötigen Arbeitskraft. Es sind also Warenströme, die die Reproduktion der Gesellschaft regulieren, und der Erwerb oder Verkauf von Waren einschließlich der menschlichen Arbeitskraft auf Rechnung Einzelner stellt die Wohlfahrt aller dar.
Die Gesellschaft hat also nicht gelogen, wenn sie uns dieses unlogische Versprechen macht. Dieses Versprechen kann aber nur gehalten werden, wenn die einzelnen Mitglieder selbst diese Einlösung garantieren. Das heißt, sie erklären sich damit einverstanden, nicht für sich selbst herzustellen, sondern für den Tausch zu produzieren. Sie erklären sich dazu bereit, zu Gunsten dieser Produktion sich selbst in Wert zu setzen und sich als für die Produktion vorausgesetzte Ware zu betrachten. Sie akzeptieren, dass sie mit ihrem Vermögen auf dem Markt handeln, anders gesagt, ihre Arbeitskraft als Ware anbieten. Als Ware hat ihre Arbeitskraft wie alle anderen Waren einen Wert. Sie akzeptieren, dass ein Wert von Waren sein Versprechen, die Gesellschaft zu regulieren, durch das Fortkommen der Einzelnen das Fortkommen aller zu gewährleisten, nur halten kann, wenn dieser Wert einheitlich für alle Waren bestimmt ist. Sie akzeptieren das Augenscheinliche, dass ein Wert als der Wert nur gesellschaftlich vermitteln kann, wenn er für alle gleich bestimmt wird durch die in ihm enthaltenen Erstehungskosten, die wieder auf vorausgesetzte Waren bezogen sind, die wieder produziert wurden ad infinitum. Sie akzeptieren, dass in den Waren, die sie produzieren, die Kosten vorheriger Herstellung enthalten sind, in den Waren also im Zug ihrer Produktion vergangene Arbeit angehäuft wird, die entsprechend ihrer Herstellungskosten in Wert gesetzt und abgegolten werden muss. Sie akzeptieren, dass ihre eigene Arbeitskraft, die sie in der Produktion zusetzen, als Ware entsprechend ihrem Wert abgegolten wird, also ihrer Produktionskosten selbst.
So akzeptieren sie, dass sie nicht wesentlich reicher werden in diesem Prozess der Produktion, der als Arbeit auf sie kommt. Sie bekommen ersetzt, was sie im Produktionsprozess als Arbeit verausgaben, um sich selbst auf dem gesellschaftlich sanktionierten Stand von Wohlfahrt zu erhalten, damit sie im Produktionsprozess wieder als Arbeit verausgaben können, was sie als Ware Arbeitskraft verkaufen. Dabei akzeptieren sie, dass der Wert ihrer Ware wiederum in einen Tauschwert zerfällt, den sie abgegolten bekommen, und in einen Gebrauchswert, der den Repräsentationsfonds der Gesellschaft darstellt. Der Gebrauch, der von einer Ware gemacht wird, ist von seinem Tauschwert nämlich unabhängig; vielmehr stellt er die Verfügung über die Garantien dieser Gesellschaft dar und den Platz in ihr. Der Gebrauchswert ist also die affirmative Seite des Tauschwerts, die Seite des Werts, die nicht als gemeinsames Drittes aller Einzelnen sie aufeinander als Einzelne bezieht, sondern die Seite des Werts, über die sich alle Einzelnen auf die gesellschaftliche Vermittlung beziehen; in diesem Sinne meinen wir, den Gebrauchswert (als seine Summe) zu Recht als Repräsentationsfonds der bürgerlichen Gesellschaft bezeichnen zu können.
Die Einzelnen akzeptieren also im Produktionsprozess als Arbeit, dass der Gebrauchswert ihrer Arbeitskraft als Erzeugung von Werten sich darstellt, die über das Wertvolumen der Reproduktionskosten ihrer selbst hinausreicht. Sie akzeptieren dies, indem sie auch nicht von Ausbeutung sprechen, sondern hierin ein Erfüllen des Versprechens sehen, die Verfolgung ihrer Ziele individueller Wohlfahrt würde die Wohlfahrt aller befördern. Sie sehen also den Gebrauch, der von ihrer Arbeitskraft gemacht wird, völlig richtig als Zufuhr zum Repräsentationsfonds ihrer Gesellschaft und gegebenen Falls als dessen Vermehrung.
Sie akzeptieren dabei des Weiteren, dass der Wert in seinen beiden Seiten gegenüber dem Inhalt ihrer Tätigkeit vollkommen neutral ist. Weder als Tauschwerte noch als Gebrauchswerte spielen die sinnlich-stofflichen Eigenschaften der Waren eine Rolle und in dieser Indifferenz verharren auch die produzierenden Individuen. Die Arbeit erscheint als abstrakt, von ihrem persönlichen Glück, ihrer individuellen Wohlfahrt abgeschnitten; diese stellt sich erst außerhalb der Arbeit für sie her. Dennoch ist sie Voraussetzung, da sie eine Inwertsetzung der Individuen und daher deren Reproduktion, die vom Wert abhängig ist, erst ermöglicht. Inhaltlich bleibt sie aber abstrakt und ist nicht an die persönlichen Interessen, Vorlieben und Bedürfnisse der Produzierenden gebunden, ja kann ihnen sogar widersprechen.
Arbeit erscheint nur dort konkret, wo sie affirmatorisch und ideologisch auftritt: wo sie auf ihrer schieren Existenz beharrt, losgelöst vom inhaltlich-stofflichen Herstellen, losgelöst von apologetischen Bestimmungen als Stoffwechsel mit der Natur oder als ontologisch begründetes Tätigsein. Sie erscheint dann als reine gesellschaftliche Beschäftigung und überschreitet dabei sogar die Form sinnentleerter Tätigkeiten wie der Handgriffe am fordistischen Fließband oder der telefonischen Auskünfte der Callcenter und kommt in einem Tun zu sich, das Arbeitslosen (wie übrigens allen anderen Leuten auch) zugemutet wird. Deren Arbeit - und zwar als wirkliche echte gesellschaftliche Arbeit - besteht dann nur noch darin, dass sie verfügbar sind, auch wenn sie nichts tun. Ihr Gebrauchswert fällt mit der Affirmation der Gesellschaft in eins und Arbeit zeigt sich als Stoffwechsel mit der Gesellschaft.

Subjektkritik

Die Individuen, die in dieser Gesellschaft ihr Überleben gesichert sehen, müssen, um die Versprechen dieser Gesellschaft eingelöst zu bekommen, noch eine weitere Vorleistung mitbringen: Sie müssen sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen. Dass die Einzelnen durch die Sorge um sich das allgemeine Wohl befördern, ist ja kein gut gemeintes Angebot, sondern eine dringende Verpflichtung, die eingefordert wird. Das Paradoxe an dieser Forderung ist aber, dass sich die Leute, um dieser Art von Gesellschaftlichkeit teilhaftig werden zu können, als Einzelne konstituieren müssen. Sie müssen sich also in dieser Gesellschaft als Doppelwesen denken: als vereinzelte Mitglieder eines sozialen Zusammenhangs, der sich hinter ihrem Rücken durchsetzt, und als gesellschaftlich Wirkende, deren einzige gesellschaftliche Tätigkeit die pure Affirmation ist, die Beachtung der Gesetze, die das Verfolgen des eigenen Wohlergehens als gesellschaftliche Grundlage und Tätigkeit verlangen.
Dieses erforderte Verhalten bringt den dieser Gesellschaft recht eigentlichen Menschenschlag hervor, die Subjekte, die wir als aktiv Unterworfene beschreiben können. Subjekte können sich nur in dieser Gesellschaft und nur als ihr Unterworfene konstituieren. Sie erhalten die Freiheit zu ihren Unternehmungen in dieser Gesellschaft nur durch die Preisgabe der Freiheit, ihre persönlichen Beziehungen zu anderen zu gestalten. Sie akzeptieren also von vornherein, dass in diesem Zusammenhang eine übergeordnete Instanz wirkmächtig ist, die alle Freiheiten, die vor unserer Gesellschaft ausgeübt wurden und die sich in der Bewaffnung des Freien, des freien Mannes ausgedrückt haben, an sich gezogen hat. Die Freiheit der gesellschaftlichen Subjekte drückt sich also in einer Behauptung von Freiwilligkeit aus, sich aus vernünftigen Gründen den Gesetzen der Gesellschaft zu unterwerfen. Damit wird die Freiheit erlangt, geschützt Unternehmungen einzugehen, die nun darauf abzielen, das Wohl der Einzelnen zu fördern. Gesellschaft wird also nicht für sich betrachtet, als ein tätiges Gemeinwesen wie etwa eine Kirche oder ein Reich, Gesellschaft wird betrachtet als Ergebnis der Summe der Tätigkeiten ihrer einzelnen Mitglieder.
Subjekte kommen nun zu einer Regulierung ihrer wechselseitigen Unternehmungen dadurch, dass sie sich wechselseitig durch Verträge binden. Als Grundlage dieser Verträge tritt dabei wieder der einheitliche Wert auf, der sich als gesellschaftliche Übereinkunft letzter Instanz herausstellt. Als Wert erscheint hier ein durchschnittliches Maß an Arbeit, die als notwendig erscheint, mit den vorhandenen und zur Verfügung stehenden Mitteln Güter als Waren für den Tausch zu produzieren. Dieses jeder reproduktiven Tätigkeit schon vorausgesetzte Tauschen schlägt sich auch im Vertrag nieder, der seinen Charakter als Tauschakt nicht verhehlen kann. Verträge sind immer bezogen auf eine wechselseitige Verpflichtung, die proportional sein muss. Und so wie der Wert nur einer sein kann, den eine Ware hat, so sind auch die Individuen, die das Tauschen ihrer Werte vertraglich vornehmen, der Einheitlichkeit dieses Werts nachgebildet. Und wie der Wert einer Ware in Gebrauchswert und Tauschwert zerfällt, zerfällt auch das als Subjekt konstituierte Individuum in zwei Bereiche, die aber gleichermaßen auf das Gleiche, auf das Gesellschaftliche bezogen ist. Der Tauschwertseite des Werts entspricht dabei das ökonomische Individuum, der Gebrauchswertseite das Individuum als politisches.
Es sei hier, bevor wir in der Darstellung weitergehen, auf das Demiurgische des Vertrags hingewiesen: Während in sozialen Zusammenhängen vor unserer modernen Gesellschaft eine Instanz sich bemerkbar machte, transzendent, göttlich oder geistig, die die Leute quasi lehrte, in ihrer Gesellschaftlichkeit sich aufeinander zu beziehen, in diesem Bezug aufeinander zusammen das Göttliche oder Geistige zu erfahren, das ihnen ihre Gesellschaftlichkeit bestätigte, so bestätigen nun die Verträge der Subjekte untereinander deren Gesellschaftlichkeit. Indem also die Subjekte Verträge abschließen (sich vertragen), stellen sie diese eigentümliche Gesellschaft her. Indem sie mit diesen Verträgen diese Gesellschaft, also Gesellschaftlichkeit herstellen, übernehmen sie und ziehen auf sich die sozialen Kompetenzen, die eben noch bei den Göttern angesiedelt waren; sie werden nun selbst zu Schöpfern, aber ihre Schöpfung ist nicht mehr gottgewollt, sondern beispielsweise demokratisch. Gleichzeitig wird dies durch Verträge Geschaffene - das spezifische Gesellschaftliche - in einer Gestalt präsentiert, als wäre es immer schon da und würde nur durch die Verträge einem korrekten, gerechten Gebrauch zugeführt.
Hier zeigt sich auch das Dunkle am Gebrauchswert. Erscheint er noch bei Marx als das schier Nützliche, das eine jede Ware aufweisen muss, um überhaupt in einen Tausch eingehen zu können, so verschiebt eine genauere Betrachtung den Akzent darauf hin, dass mit dem Gebrauchswert nur das Auftreten von Nützlichkeit bezogen auf die warenproduzierende Gesellschaft gemeint sein kann. So ist die Rede vom Gebrauchswert eine zwiefache: Einerseits verweist sie auf eine krude Nützlichkeit, die aber andererseits von ihrer - sozusagen natürlichen - Eigenschaft auf die Tatsache verweist, dass diese Nützlichkeit sich nur gesellschaftlich äußert, ja nur gesellschaftlich erfahren werden kann. Nützlichkeit als quasi natürliche Eigenschaft von Gütern würde den Strukturen unserer Gesellschaft sofort entraten und könnte gar nicht wahrnehmbar werden. Gebrauchswert wird nur dort wahrnehmbar, wo er auf gesellschaftliche Art realisiert wird: Das heißt, er muss in gesellschaftlichen Konsum eingehen, selbst dort, wo der Konsum nach erstem Augenschein Privatsache ist, Konsum ist ja schon der Verzehr von Waren, also ein Verzehr, der jenseits der gesellschaftlichen Ordnung nicht denkbar ist.
Gespenstisch ist der Gebrauchswert in dieser Zwieschlächtigkeit. Das auf der Hand Liegende, Augenfällige, dass ich nur nützliche Dinge verwende, deckt vollkommen die Tatsache zu, dass ich des Nützlichen nur in seiner gesellschaftlichen Form habhaft werden kann, jeder Nutzen, den ich ziehe, also auch schon die Bestätigung der Form von Gesellschaft ist, in der ich verkehre. Das macht es aber leicht, das Gesellschaftliche hinter dem Offensichtlichen der Nützlichkeit gar nicht wahrzunehmen. Es muss erst von der Theorie an s Tageslicht gekitzelt werden. Diese Zwieschlächtigkeit macht sich, wie oben behauptet, auch am Individuum geltend, wenn wir es nach seiner Gebrauchswertseite hin untersuchen. Der politische Mensch, der engagierte Bürger, der "citoyen" kann sich darauf berufen, dass er nur der Binsenweisheit des Menschen als gemeinschaftlichem Wesen entspricht. Daher nehmen wir an der Politik auch nur das gespenstisch Schillernde wahr, das sich in institutionalisiertem Verhalten, in Schule und Parlament, in Aufzügen und Wahlen, in Rundfragen und am Stammtisch zeigt. Dass wir mit der Behauptung einer gesellschaftlichen Natur der Menschen dabei direkt auf unsere Gesellschaft verweisen, entgeht uns dabei, selbst wenn wir an dieser Gesellschaft kritisieren, auf welch niedrigem Niveau und ohne Wirksamkeit sich das Politische bewegt. Sagt da eins in ein vorgehaltenes Mikrofon seine Meinung, hat es schon als Citoyen gehandelt, auch wenn wir noch die Stumpfsinnigkeit der eben geäußerten Meinung verspotten. Dass Meinung dem Subjekt als politischem zusteht und es sie äußern muss, entgeht da leicht der Aufmerksamkeit, wenn wir bei der quasinatürlichen Tatsache hängen bleiben, dass Leute Ansichten über Verschiedenes haben.
Die Meinung aber, deren Freiheit gesellschaftlich garantiert ist, deutet auf etwas anderes. Hier haben wir es mit der politischen Ausformung des Subjekts zu tun. Meinung ist der gleiche politische Ausdruck des Subjekts, wie es auf der ökonomischen Ebene die Unternehmung ist. Dass die Gesellschaft darauf keinen inhaltlichen Einfluss ausübt (oder nur sehr beschränkten, insoweit sie Restriktionen erlässt, die auf die Garantie aller Einzelnen abstellt), entspricht ihrem Versprechen, das Fortkommen der jeweils Einzelnen zu garantieren. Subjekte können also sich äußern, sprechen und handeln, das Fortkommen der Gesellschaft besorgen, ohne dabei auf ein auf ein Gemeinwohl bezogenes Agieren achten zu müssen. Die einzige Verpflichtung besteht darin, dass sie dieses Sich-äußern-Können vollziehen müssen. Was also als Bewegung und Entwicklung unserer Gesellschaft erscheint, ist nicht planmäßigem Handeln bezogen auf ein Gemeinwesen geschuldet, sondern dem Erhalt der Bedingungen, unter denen sich die Einzelnen verwirklichen müssen.
So erscheinen die gesellschaftlichen Subjekte in ihren Tätigkeiten sonderbar konsequenzlos. Sie produzieren - wenngleich für die Öffentlichkeit eines Markts, auf dem sie kaufen und verkaufen - nur für ihre eigene Reproduktion. Sie vertreten ihre Meinung - wenngleich öffentlich kundgetan - nur für ihre eigenen Interessen. Was sich in der Gesellschaft an Bewegung und Entwicklung zeigt, ist keine Konsequenz eines gemeinschaftlichen Handelns, das durch die bewusste Koordinierung der Mitglieder der Gesellschaft sich vollzogen hätte. Die Mitglieder dieser Gesellschaft bleiben einer Entwicklung und Bewegung unterworfen, die ihnen scheinbar autonom, als Gesamtvertrag, den es zu halten gelte, als allgemeiner Wille, der ihnen die Richtung vorgibt, gegenüber tritt. Diese Unterwerfung, in der sich Gesamtvertrag und allgemeiner Wille als vernünftig ausdrücken, wird als Herrschaft von den Subjekten anerkannt, aber bloß als Herrschaft über sich selbst. Diese Herrschaft kommt also ohne ein Subjekt aus, es seien denn die vielen Subjekte gemeint, die sich entlang ihrer je einzelnen Interessen und Unternehmungen organisieren können und so als herrschend sich darstellen, soweit sie ihr Metier beherrschen.

Abspaltungskritik

Das Subjekt nimmt in der Gesellschaft eine Gestalt an, die nicht nur von der oben bestimmten Form der Gesellschaftlichkeit bestimmt ist, sondern auch davon, was in der beschriebenen Form nicht aufgeht. Wir haben ja schon gesehen, dass sich diese Gesellschaftlichkeit nur daraus ergibt, dass die Einzelnen jeweils für sich handeln. Das Gesellschaftliche setzt sich erst hinter ihrem Rücken durch und scheint für sie durch ihre Produkte bestimmt, die danach schreien, ausgetauscht zu werden. Was also an einem Menschen einem direkten, gerichteten, unmittelbaren Bezug auf einen anderen Menschen entspricht, ist durch den Tauschakt selbst abgeschnitten und wird sonderbarer als Privatsache angesehen. Gesellschaftlichkeit, die in unserer Gesellschaft diesen Namen verdient, also den Einschluss anderer in die eigenen Lebensäußerungen, kann ja bloß - wie gesagt und versprochen - durch das Verfolgen und Erreichen eigener Zwecke sich herstellen.
Es wird also behauptet, bloß das eigene Interesse, formuliert nur nach eigenen Vorstellungen, ja sogar gegen die Unternehmungen anderer, sei gesellschaftlich, das Zusammentreffen von Mitgliedern dieser Gesellschaft in einem Rahmen, in dem sie ihre gemeinsamen Tätigkeiten aufeinander abstimmen (in einer Ehe wie in einem Geschäft) aber sei deren private Angelegenheit. Alles also, was nicht auf einen Tausch gleicher Werte zurückgeführt werden kann, wird gegen jede Empirie und gegen jede Erfahrung als nicht gesellschaftlich oder vorgesellschaftlich abgespalten. Diese Abspaltung ist aber nicht so zu verstehen, dass das Abgespaltene verworfen würde; im Gegenteil ist es so, dass das Abgespaltene erst durch die Zuweisung seines Ortes in der Gesellschaft diese konstituiert durch die Einnahme dieses Ortes. Das Abgespaltene erscheint also dort, wo die Bestätigung dieser Art von Gesellschaftlichkeit erfordert wird durch die notwendigen Tätigkeiten, etwa das Fristen seines Lebens auch im Rahmen von Vorfahren und Nachkommen zu betreiben oder die Erklärung für das Verweilen in dieser Gesellschaft. Der Ort, an dem dieses Abgespaltene sich findet, ist häuslich wie auch staatlich definiert; dieses Abgespaltene wirkt aber durch die ganze Gesellschaft hindurch und stellt so eine brüchige, kaskadierte Totalität her.
Sowohl das Häusliche als auch das Staatliche werden als nicht wirklich gesellschaftlich betrachtet, wenn sie auch mit einer gewissen Öffentlichkeit ausgestattet sind. Sie werden aber als für das Funktionieren der Gesellschaft als notwendig erachtet, wobei ihre jeweiligen Funktionen einander widersprechen können. Ist etwa im häuslichen Rahmen eine rassistische, sexistische oder antisemitische Sichtweise zulässig und in den Bereich der freien Meinungsäußerung verwiesen, so wird im staatlichen Rahmen diese Meinungsäußerung hintertrieben oder verfolgt, allerdings nur so weit als eine Öffentlichkeit betroffen ist - Hausrechte, Verträge und Vereinsstatuten erlauben natürlich den Ausschluss von Frauen, Rassen und Religionen als Teil der Garantien, das jeweils eigene Glück verfolgen zu dürfen. Das Abgespaltene irrlichtert also durch die Gesellschaft und verweist in diesen seinen Bewegungen auf einen Zusammenhalt, der so sonderbar ist wie das Versprechen dieser Gesellschaft. Wenn etwa Frauen an die häusliche Sphäre gebunden erscheinen, so erscheinen sie abgespalten von der gesellschaftlichen Tätigkeit der Verfolgung eigener Interessen und der sexistischen Zumutung, ihre Interessen von anderen definiert zu sehen, ausgesetzt. Wo sie aber als Subjekte auftreten, das heißt, in die gesellschaftlichen Zusammenhänge eintreten, die durch das Wahrnehmen und Verfolgen der eigenen Unternehmungen gebildet sind und deren Garantien sie in Anspruch nehmen, beziehen sie eine Position, die ihre schiere Weiblichkeit abspaltet bzw. in der ihnen diese Weiblichkeit zum Vorwurf und zum handicap gemacht wird: Sie müssen beweisen, dass sie den Ehrentitel des Subjekts auch wirklich verdienen und noch viel stärker überzeugend und positiver mehr leistend in die männliche Verwechselbarkeit von grauem Anzug und blauer Krawatte eintreten (wobei der Hinweis erlaubt sei, dass die Standardeinstellungen der Microsoftprogramme genau diese Farben blau und grau aufweisen und dass nichts zufällig ist).
Ähnliches gilt für andere Religionen, Rassen und für jüdische Menschen. Auch deren Orte der Abspaltung irrlichtern, ausgehend von Fremdem wie auch Vertrautem. Wird etwa dem Islam vorgeworfen, er hätte seine Aufklärung noch nicht gehabt (ganz so, als wäre das Zeitalter der Aufklärung eine Erfindung Roms oder der Staatskirchen), den Juden, sei seien Parasiten an ihrer eigenen Schöpfung (grad so als wären sie verantwortlich für Zustände, die sie ausbeuten), den Menschen anderer Hautfarbe, diese stehe auch für eine andere Kultur (ganz so, als wäre die Armut des Balkans oder Afrikas oder wessen auch immer dann ein kulturelles Erbe, das es zu bewahren gälte, auch von uns für sie, um sie nicht dieses Erbes zu berauben), so setzt gleichzeitig die Versicherung ein, sie hätten ja nichts zu befürchten, solange sie als Träger dieser Abspaltung nicht weiter auffielen. Selbst wenn sie also aus der Gesellschaft gestellt werden durch üble Zuschreibung, werden sie gleichzeitig in ihr gefangen gehalten, indem ihre schiere Existenz, die eigentlich als nicht gesellschaftlich und - schlimmer - nicht gesellschaftsfähig bezeichnet wird, also ihr biologisches Überleben zum Beweis für die Segnungen dieser Gesellschaft gemacht werden.
So zeigt sich an Rassismus, Sexismus, Antisemitismus deren ideologischer Gehalt (der diese gebrochene Totalität der Gesellschaft darstellt) sowohl in der Behauptung wie deren Bekämpfung. Hier ist dann auch der Ort des Häuslichen gemeint, in dem sich alle Behauptungen auf die mannigfaltigste Weise mischen können und so wieder das Schillern und Irrlichtern deutlich machen: der aufgeklärte Haushalt, der in seiner Abwehr eines unbegriffenen religiösen Fundamentalismus die Verfehlungen und Zumutungen der eigenen religiösen Tradition hochhält; der aufgeklärte Haushalt, der Multikulturalität auf Besuche von Restaurants und Vernissagen beschränkt und Kontakt zu anderen Nationen nur im Urlaub sucht und die Freundschaft seiner Kinder mit Mitschülern nicht zur Liebe wachsen sehen möchte, wenn da andere Herkunft oder Religion im Spiel ist; der aufgeklärte Haushalt, der die Politik des Staats Israel kritisieren dürfen will und so Normalitäten postuliert, die wieder nur das ideologische Idol und Idealbild reproduzieren und nirgends anzutreffen sind außer im aufgeklärten Haushalt, in dem die Frau es als Selbstverwirklichung betrachten muss, nicht arbeiten gehen zu müssen, und nichts davon weiß, dass ihre Arbeit (im Sinn der oben umrissenen Arbeitskritik und des Gebrauchswerts) hohles und andauerndes Repräsentieren des aufgeklärten Hauhalts ist.
Und abschließend sei darauf verwiesen, dass der staatliche Ort der Abspaltung, der wiederum durch seine Zuständigkeit für alles, was nicht im Tausch aufgeht aber dennoch geleistet werden muss, definiert ist, ebenso schillernd und irrlichternd, gebrochen und kaskadiert erscheint. Während einerseits seine Tätigkeit ebenso rohstofflich aufgefasst wird wie das Weibliche, als etwas Naturgegebenes, das nichts Gesellschaftliches, menschlich Geschaffenes darstellt, erscheint andererseits seine Tätigkeit als ein notwendiges Übel, das in Kauf genommen werden muss, klein gehalten und strengstens kontrolliert, wohl auch weil es darauf verweist, dass nicht alles durch den Tausch von Werten reguliert werden kann. Dennoch ist er als dieses notwendige Übel Repräsentant (wieder im Sinn unserer Gebrauchswertseite) einer Gesellschaft, die sich ja auch nur als Gesellschaft versteht, insofern sie andere Menschen in Kauf nimmt. Jedenfalls wird der Staat ebenso in Kauf genommen und daran gemessen, wie er die Bedingungen für die Versprechen der Gesellschaft gewährleistet und wie gering dabei der Aufwand ist - lässt doch ein hoher Aufwand den Verdacht keimen, mit dem allgemeinen Glück sei es nicht weit her, wenn es durch staatliche Eingriffe garantiert werden müsse, oder überhaupt trete das Fremde am Abgespaltenen dergestalt zu Tage, dass der Staat - in der Person seiner Politiker und Beamten - sich als Parasit an der Gesellschaft gueriere und seiner recht eigentlichen Tätigkeit entrate: Korruption, Nepotismus, Amtsschimmel und Bürgerferne führten dann zu Politikverdrossenheit, die wir so nicht als Reaktion auf die Einsicht in die Sachzwänge dechiffrieren, die die Illusion in den Primat der Politik zerstört haben soll, wir lesen Politikverdrossenheit als Erkennen der Sphäre der Abspaltung, als der verdrossene Zwang zur Auseinandersetzung mit Dingen, die nicht unserer Gesellschaftlichkeit - der Verfolgung eigener Zwecke - entsprechen.

Fetischkritik

Es stellt sich natürlich die Frage, warum denn unsere Gesellschaft so ist, wie sie ist, und warum sie so bleibt. Oder anders gefragt: Wenn sich durch die gesamte kritische Darstellung unserer Gesellschaft wie ein roter Faden durchzieht, dass die Gesellschaftlichkeit sich bloß hinterrücks durchsetzt, also nicht als Ergebnis gesellschaftlicher Reflexion und Tätigkeit, sondern bloß als unkontrollierbares und unkontrolliertes Ergebnis der Tätigkeit Einzelner, einer Tätigkeit, die auch nur auf das Verfolgen der Interessen und Unternehmungen Einzelner abzielt, wie kann sich dann noch Gesellschaft durchsetzen, in der alle das Gleiche und Nämliche tun?
Wir können erkennen, dass die Werte, auf die sich alle im Tausch beziehen, nicht nur gleich sind als Grundlage des Tauschs, sie sind auch gleich in ihrer Wirkung, ihrem Zwang auf die Gesellschaft selbst. Werte treten nicht nur als gleiche auf, worauf sich dann der Austausch in der Gesellschaft als gerecht und angemessen bezieht, Werte treten auch als nur ein Wert, der Wert auf, der auch diese besondere Form der Gesellschaftlichkeit erst organisiert zur bürgerlichen, zu unserer Gesellschaft. Gesellschaftlichkeit bezeichnen wir dabei ganz allgemein, die Fähigkeit oder Natur oder konstitutive Eigenschaft der Menschen, als Leute aufzutreten: gesellschaftlich-selbstreflexiv, in einer geordneten Beziehung zu sich selbst und zu ihrer Umgebung, Umwelt, zum vorgefundenen Natürlichen. (Wir werden im Fortgang unserer Untersuchung, aber nicht mehr in diesem Aufsatz, uns mit dieser Begrifflichkeit herumschlagen müssen; möglicherweise erscheint auf dieser homepage, möglicherweise auch in einer der nächsten Exit!-Nummern ein Aufsatz, der eine erste Begriffsverwirrung und -klärung unternehmen wird, wie seinerzeit in Babylon).
Für unsere Gesellschaft jedenfalls können wir sehen, dass sich die Bezugnahme der Menschen aufeinander als Leute und die Bezugnahme zwischen ihnen und der Umwelt oder der Außenwelt als geordnet und planmäßig nicht darstellt; wenigstens eine vermittelnde Instanz ist nötig, um der Gesellschaftlichkeit in unserer Gesellschaft Herr zu werden. Diese vermittelnde Instanz kann sich nur darstellen als Ergebnis gemeinschaftlicher Aktion - sonst wäre sie nicht vermittelnd - und als nicht gewusstes Ergebnis (weder im Vorhinein noch im Nachhinein) - sonst wäre sie nicht Instanz, also übergeordnet. Was also von Menschen vollbracht, aber nicht gewusst wird, zwingt sie zusammen und lässt sie nach einer Erklärung suchen, die umso plausibler wird, als sie sich ja auf das Gemeinsame bezieht. Hier schließt sich der Kreis. Aus der gemeinsam unternommenen Anstrengung, für sich selbst zu sorgen nach Maßgabe eines gemeinsamen Dritten erwächst dieses gemeinsame Dritte, das zunächst nur den Vergleich der Anstrengungen ermöglicht, zur regulierenden Größe, die den gesamten gesellschaftlichen Zusammenhang bestimmt. Dabei tritt sie scheinbar losgelöst von den menschlichen Beziehungen auf und als Bedingung und Grundlage dieser Beziehungen selbst. Sie macht sich unhintergehbar, wie sie es beim Vergleich der Täusche war, so nun bei der Beziehung der Menschen aufeinander. Als Wert ermöglicht sie den Tausch genauso, wie sie die Gesellschaft zum Tausch zwingt unter der Vorgabe, dass nur diese eine Form gesellschaftlichen Bezugs möglich und denkbar sei. Was also als Ungewusstes gesellschaftlicher Tätigkeit in die Welt kam, wird nun als Natürliches, als Weltgegebenes entdeckt und zur Rechtfertigung und apologetischen Erklärung der gesellschaftlichen Bedingungen herangezogen.
Die Werte erscheinen nun als natürliche Eigenschaften der Dinge, was sie zu Waren macht, und als Grundlage menschlich-gesellschaftlichen Handelns, was dieses Handeln zu einem wiederholten und wiederholbaren Kaufen und Verkaufen macht, um die Werte am Leben zu erhalten. Die Werte erscheinen nun als äußerliche Bezugspunkte menschlichen Lebens, als äußerliche Voraussetzungen und Bedingungen, als äußerliche Gesetzmäßigkeiten, die bloß zu entdecken, zu verstehen und richtig anzuwenden sind, ansonsten aber unveränderbar. Für diese von Menschen geschaffenen Produkte und Verhältnisse, die so betrachtet werden, als hätten sie erst - quasi aus Eigenem - das menschliche Zusammenleben hervor gebracht, ist der Begriff Fetisch angebracht. Dass diese Fetischkonstitution von Gesellschaftlichkeit nicht nur unsere Gesellschaft betrifft, im Gegenteil aber unsere Gesellschaft diese Konstitution durch Begriffe wie "Materialismus" oder "Vernunft" verschleiert in Abstoßung von vergangenem Epochen, die ihren Fetisch als nicht von dieser Welt darstellten (was aber nicht stimmt, denn für religiöse Menschen etwa war Gott von dieser Welt oder die Welt von Gott), das wird in einem anderen Aufsatz zu zeigen sein.
Jedenfalls aber steht der Fetisch mit seiner Abspaltung in inniger Verschränkung - das eine ist ohne das andere nicht denkbar, beide kommen gleichzeitig - im selben Vorgang gesellschaftlicher Konstitution - zur Welt. Was im Wert gesellschaftlich nicht aufgeht, muss in der Abspaltung gesellschaftlich aufgehen. Insofern ist die Wertkritik Festischkritik und beide zusammen sind Abspaltungskritik. Daraus ergibt sich natürlich auch, dass in den abgespaltenen Bereichen nichts zu finden ist, was etwa als gegen den Wert gerichtet der Gesellschaftskritik den Weg in andere soziale Zusammenhänge weisen könnte. Weder das Staatliche noch das Weibliche stehen dem Wert entgegen; indem sie den Platz dessen in der Gesellschaft definieren, was im Wert nicht aufgeht, was der sozialen Reproduktion durch den Wert (also durch Arbeit und Tausch) nicht zugänglich ist, indem sie diesen Platz konstituieren, konstituieren sie das Abgespaltene als ebenso gesellschaftlich, als der Gesellschaft zugehörig, als die Gesellschaft selbst konstituierend, die Bewegungen der Gesellschaft bestimmend. So ist die Abspaltung Teil dieser Gesellschaft und wird nicht über den Wert sich erheben, sondern mit ihm weiterleben oder untergehen. Wir postulieren also, dass die Abspaltung mit dem Fetisch im selben Vorgang der Konstitution gleichzeitig und gemeinsam entsteht - kein Fetisch ohne Abspaltung, keine Abspaltung ohne dazugehörigen Fetisch - und beide bestätigen einander, wie Regel und Ausnahme einander bestätigen.

Gesellschaftskritik

Der Ausdruck Schlaraffenland taucht mit dem Beginn der Neuzeit auf. Während einerseits die Schlaraffen als Müßiggänger und darum dumm und närrisch dem Spott der Welt preisgegeben sind, weil sie sich auf arbeitslose Zustände beziehen, so scheint es sich bei den paradiesischen Schilderungen doch nicht nur um Travestien allein zu handeln; darauf deutet auch hin, dass die Seligkeit des Schlaraffenlands durchwegs mit Genussgütern, gutem Essen und Trinken, und mit der Abwesenheit von Anstrengung verbunden ist. Dennoch ist, wer die "schlaraffey" bewohnt, mit den Narren gleichgesetzt, nicht weil sie glauben, es gäbe so etwas, sondern weil sie darin sich aufhalten. Mit dem Beginn der Neuzeit tritt uns also ein sonderbares Utopia entgegen. Die Sorglosigkeit und Mühelosigkeit, die es seinen Innewohnenden beschert, wird als Narretei verlacht, verhöhnt wird, wer sich ein sorgenfreies Leben erträumt. Und doch verweist dieses Schlaraffenland mit seiner Topographie - von einem Reisring sei es umgeben, durch den sich hindurchfressen muss, wer darin Wohnung nehmen will - auf ein Versprechen, das wir aber nicht im Zentrum unserer Gesellschaft angesiedelt wissen wollen. Der Ring, der das Schlaraffenland umgibt und den es zu überwinden gilt, hält uns umfangen; erst jenseits davon ersteht das Reich der Freiheit und der Beginn der Geschichte der Menschheit, wie Marx das genannt hätte.

Heinz Blaha / Gerold Wallner

19.01.2005

mardi 15 février 2011

Islam radical: Quel avenir post-révolutions dans le monde arabe ?

Sans être d'accord avec cette analyse trop partielle (celle du PDP?), elle mérite lecture. 
Les révolutions qui ont secoué la Tunisie et l’Égypte et qui vont sûrement encore secouer de nombreux sinon tous les régimes arabes, auront fait d’une pierre deux coups. Premières cibles abattues, les dictateurs, leur régime despotique appuyé par un arsenal de constitution, de lois et de décrets taillés sur mesure et une machine gouvernementale corrompue à tous les échelons, véritable rouleau compresseur arbitraire.
Outre ces trophées, une seconde cible qui, si elle n’a pas été totalement touchée, aura du moins reçu un très gros coup qui va lui faire battre de l’aile pendant quelques temps. Ce sont les mouvements religieux intégristes et salafistes.
Les révolutions auxquelles nous assistons depuis le mois de janvier sont le fait de la seule jeunesse avec deux leitmotivs récurrents : Liberté, Dignité.
La moyenne d’âge des manifestants qui ont tenu le haut du pavé se situait entre 20 et 40 ans. Bravant la brutalité du pouvoir, leur ardeur et leur courage ont brisé le mur de la peur. A toutes les menaces proférées par des gouvernements qui se sont retrouvés en un temps record moribonds, ils ont répondu avec hardiesse et fermeté : Liberté, Dignité.
En durcissant, leur grogne révélait chaque jour un peu plus l’inefficacité des armes de leurs dirigeants, tout comme elle révélait l’inefficacité de leurs signaux lancés à l’étranger quant aux risques courus si l’aide extérieure ne se manifestait pas.
Société, islamisme et pouvoir
La confiscation du pouvoir par les équipes qui se sont retrouvées à leur tête après les indépendances est la première blessure qui a poussé les différentes couches des sociétés à opérer un repli sur soi. Écartée du jeu politique, elles n’ont même pas participé à la distribution des bons points tels que refonte de constitutions ou promulgation de lois et décrets leur accordant parfois de larges droits considérés aujourd’hui comme des acquis très précieux.
Vécue comme une duperie, la gouvernance post-coloniale a entraîné le vide quasi absolu dans tous les domaines de la vie civile, empêchant une reconstruction saine de l’identité nationale, qu’elle fût panarabe ou panislamique, leviers des combats contre le colonisateur.
La nature ayant horreur du vide, il était prévisible que l’individu allait tenter de reconquérir sa citoyenneté civile annulée par divers moyens. En empruntant le chemin le plus court, bon nombre se sont acheminés vers la foi. A la base, personnelle et individuelle, donc peu susceptible de leur être arrachée, elle devient très vite une réponse aux maux qui greffent les nations et le seul moyen de retrouver une dignité depuis longtemps perdue. De plus en plus d’appels au Djihad se font entendre dans les mosquées où la plupart des prêches deviennent des incitations à la mobilisation et à la lutte contre toute autre forme de gestion de la société que celle prévue par le Coran et la Sunna.
Malgré l’humiliation ressentie par toute la nation arabe au lendemain de la guerre des six jours, c’est la première guerre du Golfe qui va voir se cristalliser le sentiment de rejet d’un Occident perçu comme une entité rapace et vorace, sans foi ni loi, pillant et détruisant tout sur son passage. Exception faite pour une minorité, les valeurs occidentales ne représentent plus le modèle à suivre. C’est pour les fondements de la Sharia que les options vont être dirigées. Sa perte de crédibilité, l’Occident en sera lui-même à la fois instigateur et victime.
Calomniez, calomniez, il en restera toujours quelques chose
Brandie contre une révolution iranienne qui a pris de court tout le monde, la menace islamiste va se transformer petit à petit en la diabolisation de l’Islam dont l’apport à la Renaissance qui va sortir l’Occident des ténèbres, n’est plus à démontrer. A postériori, on réalise que ce ne sont pas tant les droits de l’Homme les plus élémentaires qui étaient l’objet du militantisme anti-khoméiniste mais bien plus la perte d’un allié solide pour Israël et ses protecteurs, en la personne du Shah d’Iran.
La campagne anti-islamique lancée dès la chute du bastion iranien va aller crescendo pour atteindre son point culminant en septembre 2011. A ce jour, point de conclusions de l’enquête, mais le « but » est atteint. La mémoire collective a fini par intégrer les paramètres présentant l’islam comme une religion sanguinaire, criminelle, despotique, antidémocratique, réfractaire à toutes formes de modernisme. Depuis bientôt près de quatre décennies, l’Islam est pointé du doigt par les médias, les télévisions et même le cinéma. Difficile d’y rester imperméable ou indifférents. La confusion entre l’islamisme et l’Islam est une aubaine pour les régimes dictatoriaux arabes. Judicieux, ils tournent la situation à leur double avantage.
S’attribuant le rôle de protecteurs du peuple contre ce fléau social, ils s’érigent comme seul rempart contre l’Islamisme face à un Occident aux populations désemparées et aux gouvernements complices de leurs forfaits et passés maîtres dans l’art de la duplicité.
Marginalisées et rejetées par tous, les couches les plus diverses de la société, vont venir grossir les rangs des armées levées par les chefs islamistes frustrés de ne pouvoir partager si ce n‘est s’accaparer le pouvoir. De cette frustration va naître une situation intenable où les peuples seront pris en otage entre un épouvantail islamiste et une répression sanguinaire se nourrissant l’un de l’autre.
La fin de la victimisation
En Tunisie, le 14 janvier 2011, la jeunesse a fait tomber le rideau sur cette pièce de théâtre sordide, refusant de continuer à y jouer le rôle de spectateur. Elle va plus loin en décidant d’en devenir l’acteur principal. Les deux précédents comédiens vont devoir faire avec le scénario de la nouvelle pièce de théâtre écrite par cette jeunesse et dans laquelle l’Etat islamique n’est pas à l’ordre du jour.
Dans leur combat contre les régimes en place, les Islamistes ont beaucoup souffert. Poursuivis sans relâche, ils ont payé un très lourd tribut : exil, emprisonnement, torture, dislocation des cellules familiales, isolement social, confiscation de biens …
Aujourd’hui, les uns sont rentrés d’exil quand les autres ont quitté les prisons ; tous ont retrouvé leur dignité ainsi que leur droit à la liberté et à l’exercice de la démocratie.
Bien qu’adversaire principal du gouvernement, ils n’ont pas été les vainqueurs de la partie de bras de fer joué contre lui. Ce sont les jeunes qui ont terrassé la bête.
Pourtant certains avancent encore qu’aujourd’hui, en cas d’élections législatives, les partis religieux des deux pays seraient en mesure de remporter 30% des sièges aux Parlements respectifs. Rien n’est moins sûr si l’on tient compte des nouvelles dynamiques qui sont en train d’apparaître. Nul ne peut nier que ces organisation demeurent une force d’opposition importante, sans compter que les nouvelles générations d’Islamistes, sont devenues effectivement non violentes et qu’elles ont évolué sur la question de la démocratie, des femmes et de la société civile. Aujourd’hui, leur primauté est non à la mobilisation sur les grands slogans de l’Islam politique mais au travail social.
Il reste qu’elles ne mènent pas le mouvement et qu’elles ne représentent pas la majorité de l’opposition. Parlant de l’Egypte, Patrick Haenni, sociologue affirme que « les Frères musulmans, dépassés par un islamisme light, avec une religiosité personnalisée qui n’est obsédée ni par la charia ni par l’Etat islamique, contrôlent de moins en moins bien la dynamique de réislamisation de la société égyptienne ».
La grande inconnue aujourd’hui demeure la manière dont les partis religieux vont exercer le jeu politique ? Maintenant qu’ils ne sont plus dans l’adversité, quelle va être leur nouvelle stratégie ?
Radicalisation ou libéralisation ? Crispation ou démocratie ? Le primat social l’emportera-t-il sur le primat politique ? Ce dernier l’emportera-t-il sur le primat religieux ?
La conclusion de Patrick Haenni « Je crois que la grande leçon de ces deux révolutions, celle de Tunisie et maintenant celle d’Egypte, est l’irruption de nouveaux acteurs avec de nouvelles manières de faire de la politique qui prennent à contre-pied toutes les formations traditionnelles, islamistes ou non » constitue une ébauche de réponse.
http://nawaat.org                                                          13 Février  2011 

DER INFLATIONÄRE SPRENGSATZ

Die Krise gilt weiterhin als überwunden und der Weltwirtschaft wird ein sattes Wachstum bescheinigt, das in Bälde sogar das Vorkrisenniveau übertreffen soll. Allerdings macht sich auf gar nicht so leisen Sohlen ein Vormarsch der Inflation bemerkbar, der die deflationären Schübe des großen Einbruchs abzulösen scheint. Bei den großen weltkonjunkturellen Hoffnungsträgern Indien und China hat die Inflationsrate in den letzten Monaten die Marke von 5 Prozent überschritten, die Lebensmittelpreise sind sogar um 15 (Indien) bzw. 12 Prozent (China) gestiegen. Die jeweils in mehreren Schritten vorgenommene Erhöhung der Leitzinsen, die nun 5 Prozent oder mehr über den europäischen bzw. US-amerikanischen liegen, hat bisher wenig bewirkt. Ein ähnliches Anziehen der Inflationsrate ist in vielen peripheren Weltregionen zu beobachten. Auch in der Euro-Zone hat die Teuerung im Januar 2,4 Prozent erreicht und ist damit aus dem offiziellen Zielkorridor ausgebrochen. Dieselbe Entwicklung in den USA löst dort freilich nur Achselzucken aus.

Was zumindest in der EU vor nicht allzu langer Zeit als alarmierend gegolten hätte, wird jetzt auch hier eher heruntergeredet. Sowohl EZB-Präsident Trichet als auch Deutsche-Bank-Chef Ackermann haben die weltweiten Preissteigerungen zu einem „normalen“ Phänomen in der Hochkonjunktur erklärt, das sich mit dem Zyklus von selbst wieder zurückbilden werde. Sie erliegen damit einer elementaren Verwechslung. Eine bloß zyklische allgemeine Preiserhöhung, die einem Schub der regulären Nachfrage aufgrund erhöhter Profite und Löhne aus der realen Kapitalverwertung entspringt, ist ein reines Marktphänomen und hat nichts mit dem Wert des Geldes zu tun. Ganz anders verhält es sich, wenn Staatskonsum und Notenbank-Geld die Konjunktur künstlich befeuern. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob die Nachfrage steigt, weil die Konjunktur von sich aus anzieht, oder ob die Konjunktur anzieht, weil eine kapitalistisch irreguläre Nachfrage per staatliches Dekret geschaffen wird. Im letzteren Fall beruht die allgemeine Preiserhöhung auf einer Entwertung des Geldes selber. Das ist die eigentliche Inflation, und mit dieser haben wir es jetzt zu tun.
Tatsächlich haben die Staaten und ihre Notenbanken Kreditgeld in einem historisch beispiellosen Ausmaß kreiert, um die Weltwirtschaftskrise aufzufangen. Allein in den USA wurden binnen zwei Jahren auf verschiedenen Wegen mehr als vier Billionen Dollar in die Ökonomie eingeschleust. Überall speit die Niedrig- oder Nullzinspolitik Geld wie ein Springbrunnen in das Geschäftsbankensystem, das als „Sicherheit“ faule Papiere hinterlegen darf. Darüber hinaus kauft die US-Notenbank Fed seit geraumer Zeit Anleihen des eigenen Staates en masse, weil die Asiaten diese dubios gewordenen Papiere zunehmend verschmähen. Dasselbe Spiel treibt die EZB mit den Staatsanleihen der Defizitländer im Euro-Raum, um die Gemeinschaftswährung zu retten. Entgegen den Ankündigungen ist es nicht gelungen, diese Liquidität durch Refinanzierungsgeschäfte wieder abzusaugen. Solange mit der Geldschwemme bloß Schulden umgeschuldet oder die Börsenkurse hochgetrieben werden, hält sich die Inflation in Grenzen. Aber in dem Maße, wie der Zweck der Übung erreicht wird, nämlich Nachfrage aus dem Nichts zu schaffen, folgt unvermeidlich die beschleunigte Geldentwertung. Es zeugt von Ignoranz, diesen Zusammenhang zu verleugnen und von einem selbsttragenden Boom zu fabulieren. Der inflationäre Sprengsatz wird das Scheinwachstum genauso in Luft auflösen wie der deflationäre zuvor.
erschienen im Neuen Deutschland
am 07.02.2011

Robert Kurz

Victoire des mouvements sans leaders

L'absence de direction unifiée s'est avérée être une force pour une opposition défendant un agenda simple et radical, sur qui le pouvoir ne pouvait avoir aucune prise.
 
C'est un nouveau type de révolution qui a eu raison du régime de Hosni Moubarak. Une contestation menée à grand renfort de Facebook et de Twitter, mais aussi privée de l'appui d'institutions établies. Fédérant des groupes sociaux aux agendas objectivement différents, mouvements de jeunes, Frères musulmans, partis laïcs traditionnels, la contestation était dépourvue de toute direction collégiale ainsi que de porte-parole charismatiques à qui les manifestants auraient pu s'identifier. Ce qui pouvait apparaître comme une faiblesse rédhibitoire s'est révélé au contraire une force.
Ahmed Essily, un célèbre blogueur et animateur de télévision explique que «l'absence de direction mandatée empêchait le pouvoir d'avoir une prise sur nous. Des leaders peuvent être intimidés, manipulés, achetés, pris dans une négociation où le régime aurait fait quelques concessions pour se sauver». Au contraire, un mouvement sans tête et uni dans une revendication à la fois très simple et radicale — le départ immédiat de Hosni Moubarak — n'offrait aucune prise au pouvoir. Cette «stratégie de la savonnette» s'est avérée payante.
 
Toutefois, les manifestants n'étaient pas inorganisés. Une demi-douzaine de mouvements (le Mouvement du 6 avril de jeunes, ainsi que le Mouvement de la jeunesse en colère, les Frères musulmans, l'Alliance pour le changement de Mohamed ElBaradei se consultaient informellement sur l'organisation de la vie place Tahrir. Les manifestants disposaient d'un «ministre de la Santé», de fournitures en boissons et couvertures.
Parce qu'il a déclenché la protestation le 25 janvier et qu'il n'appartenait pas au paysage politique traditionnel, le Mouvement du 6 avril a été sans conteste le plus influent durant les trois semaines de protestations. Il s'est inspiré du mouvement d'étudiants serbes Otpor (Résistance), qui avait lancé en 2000 les manifestations pacifiques ayant abouti, avec l'appui de l'armée, à la chute de Slobodan Milosevic. Otpor, qui a depuis été copié dans les «révolutions de couleur» en Ukraine, Géorgie, Kirghizstan, était soutenu par Freedom House, une association américaine de promotion de la démocratie créée en 1941 et partiellement financée par Washington. Le manuel d'action d'Otpor est le livre Les Politiques de l'action non-violente, publiée en 1973, du théoricien de la désobéissance civile Gene Sharp.
Pour autant, les témoignages recueillis place Tahrir indiquent que la contestation se serait peut être essoufflée sans les monumentales erreurs du régime, au premier rang desquelles la coupure d'Internet pendant cinq jours. «Internet fait partie de nos vies, désormais, c'est un droit fondamental, même pour les gens qui n'ont pas d'ordinateurs et ne s'en servent pas, souligne un jeune manifestant, voir notre pays ainsi coupé du monde pendant des jours a été vécu comme une punition humiliante, ce qui a mobilisé la population.» Le choix de la non-violence a impressionné favorablement le peuple venue défendre la place Tahrir contre les assauts policiers des premiers jours.

Luttes de classes en Égypte - 15 février: Les récupérateurs de la Coalition des Jeunes de la Révolution, après avoir rencontré les militaires dimanche soir, déclaraient qu’un gouvernement civil serait mieux à même de mettre fin aux grèves. «Je pense que beaucoup de ces grèves seront résolues en nommant un gouvernement de coalition rapidement», a dit Shadi El Ghazali à la presse. Les ouvriers demandent la dissolution de la Fédération syndicale étatique.

À Beni Suef, la police a ouvert le feu et arrêté 5 personnes lors de l’incendie de deux locaux municipaux. Les pillards se sont enfuis avec du matériel informatique et des meubles.
 
À Minya, deux prisonniers ont été tués et 11 autres blessés lors d’une tentative d’évasion. L’attaque de la prison, menée de l’extérieur, a duré deux heures. 
Des milliers de fonctionnaires égyptiens se sont mis en grève et ont manifesté lundi au Caire et dans d'autres villes du pays pour réclamer de meilleurs salaires et conditions de travail, dans la foulée du soulèvement qui a poussé au départ le président Hosni Moubarak. L'armée désormais au pouvoir a rapidement réagi, appelant les contestataires à cesser le mouvement de grogne. 
Des centaines de salariés des transports publics ont défilé près du bâtiment de la radio publique, alors que ceux de l'Organisation gouvernementale de la Jeunesse et des Sports manifestaient sur la désormais célèbre place Tahrir. Sur l'autre rive du Nil, dans la capitale, des centaines de conducteurs d'ambulance se sont également rassemblés avec des revendications similaires.
La Banque centrale d'Égypte, de son côté, a décidé de fermer ses bureaux dans tout le pays en raison de la grève des employés de la Banque nationale et de plusieurs autres institutions bancaires du pays. Un mouvement de grève affecte aussi la compagnie aérienne nationale EgyptAir, qui a programmé seulement 31 vols internationaux et 12 dessertes intérieures ce lundi, contre au total 145 liaisons quotidiennes. L'agence officielle Mena a fait état de manifestations dans d'autres villes, dont Assouan (sud) et Alexandrie (nord).
Les guides et professionnels du tourisme ont eux aussi manifesté lundi devant les pyramides, à Gizeh près du Caire, pour appeler les touristes à revenir en Égypte. «Dites à tout le monde que l'Égypte est sûre. Nous sommes prêts à accueillir des millions et des millions de gens comme avant. S'il vous plaît, revenez», a lancé Shahindar Adel, un guide.
Des milliers de travailleurs de plusieurs entreprises du gaz et du pétrole sont en grève, manifestant devant le ministère du Pétrole à Nasr City le 13 février. Parmi leurs revendications économiques et sociales : la fin des pratiques managériales abusives concernant les licenciements, la réintégration des ouvriers licenciés, la hausse des salaires à 400 LE, la création d’un syndicat indépendant, la destitution du ministre corrompu Sameh Fahmy,

Syrie: La bloggeuse syrienne Tal al Mallouhi, 19 ans, a été condamné lundi à 7 ans de prison pour espionnages pour un pays étranger, après un procès tenu à huis-clos, ont rapporté Al Jazeera et l'agence Reuters.
La jeune bloggeuse avait 17 ans quand elle a été arrêtée en 2009. Elle était détenue depuis par les autorités syriennes. Des associations de défense des droits de l'homme inscrivent cette décision de justice dans le contexte d'une intensification de la pression sur les mouvements d'opposition à la lumière des révolutions en Égypte et Tunisie.
Al Mallouhi avait écrit sur son blog qu'elle voulait "jouer un rôle pour le futur de la Syrie", un pays depuis 50 ans sous contrôle du parti Baas. Elle avait aussi appelé le président américain Barack Obama a agir davantage pour la cause palestinienne.

Les autorités n'ont cependant pas clairement lié son arrestation à son blog. Le chef d'accusation officiel est la "révélation d'informations devant rester cachées à un pays étranger". La sentence a été rendue pour "espionnage pour un pays étranger". Le pays étranger en question n'a pas été révélé.
Al Jazeera

Yémen: Sanaa nouveaux heurts Des affrontements ont de nouveau éclaté mardi entre des manifestants qui tentaient de se diriger vers le palais présidentiel à Sanaa et des partisans du parti au pouvoir. 3 000 manifestants, pour la plupart des étudiants, étaient sortis le matin de l'université de Sanaa pour se rendre au palais du président Ali Abdallah"Le peuple veut la chute du régime", répétaient-ils, reprenant le principal slogan du soulèvement en Égypte. 

Maroc: Le 3 février, un groupe de jeunes Marocains a appelé sur le réseau social Facebook à «manifester pacifiquement» le 20 février pour une «large réforme politique» dans le pays. Le gouvernement marocain a annoncé mardi un quasi-doublement des fonds de la Caisse de compensation qui finance la politique publique de subvention afin de pallier la hausse des prix des produits de première nécessité.

Bahreïn: Deux manifestants chiites ont été tués à Bahreïn dans la dispersion par les forces de sécurité de protestations antigouvernementales qui se poursuivaient mardi. Le ministère de l'Intérieur a confirmé dans un communiqué que le jeune homme était décédé «des suites de ses blessures», en indiquant qu'une enquête serait ouverte pour savoir si les forces de sécurité avaient «eu un recours injustifié aux armes».

lundi 14 février 2011

L’Algérie danse sur un volcan

 Alors que les USA ont déjà abandonné tout soutient officiel au pouvoir des généraux voilà ce que déclare la junte:

"La levée prochaine de l'état d'urgence, en vigueur depuis une vingtaine d'années en Algérie, signifiera un "retour à l'Etat de droit qui permettra l'expression des opinions", a affirmé lundi le ministre des Affaires étrangères, Mourad Medelci, sur les ondes d'Europe 1. "Prochainement, on en parlera au passé, mais je dis bien que la levée de l'état d'urgence interviendra dans les jours prochains", a déclaré M. Medelci, expliquant que cela signifiera un "retour, en Algérie, à l'Etat de droit qui permet, de manière totale, l'expression des opinions mais toujours par référence à la loi". Le président de la République, Abdelaziz Bouteflika, avait déjà annoncé cette mesure le 3 février lors d'un Conseil des ministres. "Les mesures exceptionnelles, prévues par l'état d'urgence qui permet au ministre de l'Intérieur et aux walis de prendre des dispositions, pourront être levées", a indiqué le ministre des Affaires étrangères, assurant toutefois que la lutte contre le terrorisme "se poursuivra".
Il a rappelé que le gouvernement algérien sous la conduite du président Bouteflika a "ramené la paix, mais n'a jamais baissé la garde contre le terrorisme"..."

En clair ils espèrent lâcher du lest avec quelques mesurettes tout en comptant sur une police, presque aux standards occidentaux et très bien équipée, nombreuse et bien formés, tenir la rue. Surtout éviter de mouiller l'armée dans une éventuelle répression de masse. Très affutés en manipulations des pseudo-opposant et partis politiques bidons, disposant de la rente pétrolière pour financer le tout ils savent pouvoir tenir longtemps.  Tant que les contestataires algériens feront confiance aux partis pour organiser leur mouvement ils échoueront. Ni le RCD, ni le louche Ali Belhadj ne méritent la moindre confiance et pour le moment seule la Kabylie est en mesure de s'organiser efficacement contre le régime, c'est trop peu.

Certes, Belhadj c'est fait viré le 12 février pour la seconde fois mais il reste le RCD et ses autres satellites. L’ancien bras droit de Abassi Madani a été prié par les jeunes de quitter la place du 1er Mai dès son arrivée sur les lieux. «Dégage, tu as les mains tachées de sang. Tu n’as rien à faire ici. Jamais nous te laisserons nous voler notre révolution», ont scandé de nombreuses personnes à son adresse.
Ne le connaissant pas, des jeunes manifestants ont, quant à eux, demandé à savoir qui il était. En dépit du fait qu’il a été déclaré persona non grata, Ali Belhadj a tout de même essayé de se frayer un chemin parmi la foule pour discuter avec les jeunes. Sa tentative s’est toutefois soldée par un échec cuisant puisqu’il a été traité de tous les noms d’oiseaux.
La Coordination nationale pour le changement et la démocratie (CNCD) n'est pas digne de confiance du fait de sa composition manipulée par le pouvoir et c'est elle qui a décidé dimanche d'organiser une nouvelle marche le 19 février. 

Tant qu'une force autonome et décentralisée n'a pas émergée rien ne sera vraiment possible en Algérie, il suffirait pourtant de s'inspirer des 2 exemple Tunisien et Égyptien... Lisez ceci

Les Truqueurs

Ce scénario a été refusé et DSK éjecté proprement par les concurrents qui ont préféré imposer Hollande (Réseaux Franco-français de Chirac contre CIA Sarko/Bush  ?)

Le spectacle de la démocratie n'est pas la démocratie. Le vieux principe des "élections démocratiques" qui fait a juste titre s'enflammer le monde Arabe n'a plus cours depuis longtemps en Occident mondialisée. Même ses versions minimalistes et dégradées qui résistaient encore dans les plus vieux pays démocratiques comme la Suisse ou la Suède ne sont plus que des jeux truqués dont le spectacle est censé rassurer l'électeur, une mascarade.
Deux pays autoproclamés pays des droits de l'homme et pays de la démocratie ont abolie devant le monde entier leurs derniers garde-fous et leurs derniers "droits", les USA et la France. Les premiers lors de cette pitoyable élection de Georges Bush qui a eu besoin de l'argent d'ENRON et du 11 septembre pour faire oublier les trucages électoraux les moins convainquant. Le second avec l'auto-désignation avant coup du gagnant. La victoire de Sarkosy était décidée depuis longtemps comme celle prévue de son remplaçant: DSK. Ce sont les même qui écrivent et imposent ces scénarios. Qui peut douter que ces hommes sont des agents de la CIA bushiste ?
On ne confie pas la finance mondiale au premier venu mais à un homme sûr et formé au sérail: DSK chargé de faire oublier Sarkosy comme le métis Obama n'a comme fonction que de faire oublier Bush et son gang qui contrôle pourtant toujours les USA (plus c'est gros, plus ça passe). Mais il faut aussi des animateurs de ces spectacles électoraux pour brouiller mieux les esprits et les cartes, ici encore rien n'est laissé au hasard, ni la marque Le Pen, ni le faux frère déguisé en "degoche" le populiste Mélenchon.  Les Le Pen servent à capter et Mélenchon à saboter tout autre scénario que celui écrit à l'avance par les stratèges de la CIA. Le con qui vote encore sera contraint d'élire DSK parce qu'il est désigné d'avance pour faire oublier Sarko et diluer tout autre vote au premier tour.
Tout cela est banal et ne diminue en rien la force du printemps Arabe et le vent de vraie démocratie qui y souffle et va emporter les anciennes tyrannies.
Alger, malgrés ses bonnes relations avec l'ami américain vient d'être lâché par les USA, quel abaissement et quel affront pour des Nationalistes traités comme des laquais et perdant leur dernier attribut après avoir tant léché les bottes des USA...

Le Pen et Mélenchon, deux stratégies pour le même électorat

Au-delà des petites phrases, on voyait bien apparaître, dans ce round de rodage pré-campagne électorale, les stratégies qui se dessinent. Et en particulier, entre ces deux personnalités politiques, une véritable concurrence pour  tromper une partie du vote populaire qu'ils ont en commun, ceux qui rejettent le système et ne savent pas trop qui, à l'extrême droite ou à gauche de la gauche, incarne le mieux ce positionnement.  Récupérant même l'arrivée de Tunisiens sur l'île de Lampedusa ces derniers jours comme le signe que nous vivons dans un monde dangereux qui exige le repli national.aire entrer la France. Les piques ont parfois fait mal.
Jean-Luc Mélenchon n'a pas eu trop de difficultés à démolir les propositions économiques de son adversaire : c'était plus facile que sur l'immigration et l'islam, sujets sur lesquels Marine Le Pen a plus de capacité à surfer sur une démagogie populiste. 
Bref ils occupent l'espace médiatique pour faire dormir les classes moyennes.
Quelle volte-face pour Obama qui est contraint de soutenir les revendications démocratiques arabes alors que son réseau de tyrans est seul capable de lui fournir l'énergie bon marché dont dépend cette pauvre Amérique qui s'auto-détruit pour quelques M3 de Gaz de schiste !

dimanche 13 février 2011

Protest to the libertarians of the present and the future about the capitulations of 1937

I am one of those who was rescued from San Miguel de las Reyes, the sinister penitentiary that was elevated by the monarchy to bury alive the men who -- because they were not cowards -- never submitted to the infamous laws that the powerful dictate to the oppressed. They took me down below, like so many others, for having committed an offense, for rebelling against the humiliations of which an entire village was the victim: in other words, for killing a "leader."[1]
I was young, and I am young now, since I entered prison at 23 and I left -- because anarchists opened the doors -- when I was 34. Eleven years submitted to the punishment of not being a man, of being a thing, of being a number!
With me left many men, who had endured as much, who were also marked by the bad treatment they had experienced since their births. Some of them scattered the moment that they tread upon the paving stones of the streets; and the others we reunited with our liberators, who treated us like friends and loved us like brothers. With them, little by little, we formed the "Iron Column"; with them, in great strides, we launched an assault on the barracks and distributed the weapons to redoubtable civilian guards; with them, after these attacks, we drove the fascists back as far as the crests of the mountains, where they still are. Accustomed to taking what we needed, hounding the fascists, we took from them provisions and guns. And we nourished ourselves for a time on what we were offered by the peasants, and we armed ourselves without anyone giving us the gift of a weapon, with what we took, with the strength of our arms, from the insurgent soldiers. The rifle that I hold and caress, which has accompanied me since I left that fateful prison, it is mine, it is my own; if I took, like a man, what I have in my hands, almost all that my comrades have in their hands is ours, properly ours.
No one, or almost no one, has ever had respect for us. The stupefaction of the bourgeois, seeing us leaving the prison, has not ended and has even spread to everyone, even at this moment, with the result that, instead of taking us into consideration and helping us, supporting us, one treats us like bandits, one accuses us of being uncontrollable: because we do not submit the rhythm of our lives, which we have wanted and [still] want to be free, to the stupid caprices of people who stupidly and haughtily consider themselves to be the owners of men because they have become part of a ministry or a committee; and because, in the villages through which we have passed -- after having taken away the possessions of the fascists -- , we have changed the system of life, annihilating the ferocious "leaders" who tormented the very existence of the peasants after having robbed them, and putting the riches back into the hands of those who know how to create it, into the hands of the workers.
No one, I can assure you, no one had involved themselves with the dispossessed, the needy, with those who were pillaged and persecuted their whole lives, better than us, the uncontrollables, the bandits, the escapees from prison. No one, no one -- I defy anyone to prove otherwise -- had ever been more affectionate and obliging towards the children, the women and the old people; no one, absolutely no one, could disapprove of this Column that, alone, without help -- and one must even say hindered -- had been in the avant-garde since the beginning; no one could accuse it of a lack of solidarity or of despotism, apathy or cowardice when it was a question of combat, or indifference towards the peasants, or lack of revolutionary spirit; because boldness and valor in combat had been our norm, nobleness with respect to the defeated was our law, cordiality with our brothers was our motto, and kindness and respect were the criteria for the unfolding of our lives.
Why this black legend that one has woven around us? Why this senseless eagerness to discredit us, while our discredit, which is not possible, could only bring prejudice to the revolutionary cause and to the [civil] war itself?
There is -- we, the men from prison, who suffered more than anyone on Earth, we know it well -- there is, I say, an extreme gentrification [embourgeoisement] in the atmosphere. The bourgeois of soul and body, who are completely mediocre and servile, tremble at the idea of losing their tranquility, their cigars and coffee, their bulls, their theater and their prostituted relations; and when they hear something about the Column, about this Iron Column, the support of the Revolution in the lands of the Levant, or when they learn that the Column has announced its descent upon Valencia, they tremble like leaves, thinking that those of the Column come to tear out their lives of miserable pleasures. And the bourgeois -- there are bourgeois of different classes and in many positions -- weave, without respite, with the threads of calumny, the black legend with which they favor us; because it is the bourgeois, and only the bourgeois, who have and can still harm our activities, our revolts and the irrepressible desires that madly carry away our hearts, the desire to be free like the eagles on the highest summits or like the lions in the deepest forests.
Even the brothers, those who suffered with us in the fields and the workshops, those who were exploited shamefully by the bourgeoisie, made themselves echo its terrible fears and came to believe them, because certain people -- finding their interests in being leaders -- say that we, the men who struggle in the Iron Column, are bandits and people without souls; with the result that this hatred, which has many times come to cruelty and murderous fanaticism, scatters rocks on our road, so as to hinder our advance against fascism.
Certain nights, the dark nights in which -- weapon in arm and ear on the look-out -- I would strive to penetrate into the depths of the surrounding country, and also into the mystery of things, I would not find any other remedy, as in a nightmare, than standing up straight, unsheltered, and this not so as to relieve the numbness of my limbs, which would be steely because they were passed through the crucible of pain, but to grip my weapon with more bad temper, feeling keenly the desire to fire, not only upon the enemy who hides at least 100 meters from me, but also upon the other enemy, against the one whom I cannot see, against the one who hides at my side, and is still there at the moment, who calls me comrade while he basely fails me, since there is no failure more cowardly than the man who indulges in betrayal. And I experienced desires to cry and to laugh, and to run across the fields crying and wringing necks with my fingers of iron, as when I broke between my hands the neck of the vile "leader," and to blow up -- until only ruins remain -- this miserable world, in which it is so difficult to find loving hands that wipe away your sweat and staunch the flow of blood from your wounds when, tired and injured, you return from battle.
How many nights, the men being together, and only forming a bunch or handful, when I would express to my comrades, the anarchists, my pains and my sorrows, I found, here-below, in the harshness of the mountain-side, faced with the enemy who lay in wait for us, a friendly voice and affectionate arms that made me love life again! And then, I would throw to the wind all the suffering, all of the past, all the horrors and all the torments that have marked my body, as if they belonged to others eras, and I would abandon myself with joy to dreams of adventure, perceiving in the fever of my imagination a world different from the one in which I have lived, but which I desire: a world different from the one in which men have lived, but which many men have dreamed of. And time would pass for me as if it flew and fatigue did not trouble me, and my enthusiasm redoubled and rendered me foolhardy[2] and made me leave the reconnaissance point for that day so as to discover the enemy and . . . all to change life; to stamp another rhythm on this life that is ours; so that men, and me among them, can be brothers; so that, once at least, joy, bursting from our hearts, can seed the land; so that the Revolution, this Revolution that has been the pole and motto of the Iron Column, can soon be an accomplished fact.
My dream would dissipate like the thin, white clouds that, above us, passed over the mountain, and I would return to my disenchantment so as to come back, another time, at night, to my joys. And thus, between sorrows and joys, between anguish and tears, I passed my life, happy at the heart of peril, comparing this dark and miserable life to the dark and miserable prison.
But one day -- it was a grey and sad day -- , on the summits of the mountain, there came news like a wind made of snow: "We must militarize ourselves."[3] And this news was like a dagger that tore me and I suffered in advance the anguish that we now feel so keenly. During the night, while sheltered, I repeated the news to myself: "We must militarize ourselves. . . ."
Beside me, keeping watch while I rested, although I could not sleep, there was the delegate of my group, who would now become a lieutenant, and several steps away, sleeping on the same soil, resting his head on a pile of bombs, was bedded the delegate of my century,[4] who would become a captain or a colonel. Me . . . I would continue to be me, the child of the country, a rebel until death. I did not want, and I still do not want, crosses, stripes or commands. I am as I am, a peasant who learned to read in prison, who has seen sadness and death up close, who was an anarchist without knowing it and who now, knowing it, is more of an anarchist than yesterday, when I killed to be free.
That day, that day on which the baleful news fell from the crests of the mountain like an icy wind that tears the soul, would be unforgettable, like so many other days in my life of sorrows. That day . . . bah!
We must militarize ourselves!
Life teaches men more than all the theories, more than all the books. Those who want to carry into practice what they have learned from others by drinking from what is written in books, they deceive themselves; those who carry into books what they have learned along the detours of the road of life, they can perhaps create masterpieces. Reality and reverie are distinct things. To dream is good and beautiful, because the dream is almost always the anticipation of what must be; but the sublime is rendering life beautiful, to make life, concretely, a beautiful work.
Me, I have lived my life at great speed. I did not taste the youth that, from what one has read about it, is joy, sweetness, well-being. In prison, I only knew sorrow. Young according to the number of my years, I am an old man by all that I have lived, by all that I have cried, by all that I have suffered. Because, in prison, one hardly ever laughs; in prison, whether one is under a roof or the sky, one always cries.
To read a book in a cell, separated from the contact of men, is to dream; to read the book of life, when the present opens a page to you, whomever the jailer, who insults you or merely spies on you, is to find oneself in contact with reality.
One day I read, I do not know where nor by whom, that the author could not get an exact idea of the roundness of the Earth in so far as he had never wandered it, measured it, felt it: discovered it. Such a pretension seemed ridiculous to me, but this short phrase remained so imprinted upon me that sometimes, during my forced soliloquies in the solitude of my cell, I thought of it. Until one day, as if I myself had discovered something marvelous that previously had been hidden to the rest of mankind, I felt keenly the satisfaction of being, on my own, the discoverer of the roundness of the Earth. And that day, like the author of the phrase, I wandered, I measured and I felt the planet, in my imagination the light making itself a "vision" of the Earth turning in the infinite spaces, a part of the universal harmony of the worlds.
The same thing happened with respect to pain. It is necessary to weigh it, to measure it, to feel it, to taste it, to understand it, to discover it, to be able to have a clear idea of what it is in the spirit. Beside me, pulling a chariot on which others, singing and rejoicing, were perched, I saw the men who, like me, acted as mules. And they did not suffer; and they did not grumble their protests from below; and they found it just and logical that these people, in so far as they were masters, were the ones who held them by reins and grasped the whip, and that it was even logical and just that the master, with a pull on the leash, gashed them in the face. Like animals, they would let a whinny, strike the ground with their hooves and begin to gallop. Afterwards, oh, such sarcasm! When one had unharnessed them, they licked the hand that had whipped them like enslaved dogs.
There is no one who, having been humiliated, vexed, outraged -- who felt himself to be the most unfortunate being on the earth, at the same time the noblest, the best, the most human being, and who, at the same time and all together, experienced his unhappiness and felt himself to be happy and strong, and who felt on his back and on his face, without warming, without motivation, for the pure pleasure of hurting and humiliating, the icy fist of the carceral beast -- no one who, having seen himself dragged into solitary [confinement] for rebellion and, in it, slapped on the face and trampled on the feet, hearing his bones crack and seeing his blood flow until he fell on the ground like a mass -- no one who, after having suffered tortures inflicted by other men, having been obliged to feel his powerlessness and to curse and blaspheme because of this, to also begin to gather together his strength for another time -- no one who, receiving punishment and outrages, became aware of the injustice of punishment and the infamy of outrages and, having this awareness, proposed to finish off the privilege that grants to some people the ability to punish and outrage -- no one, finally, who was held captive in prison or held captive in the world, understanding the tragedy of the men condemned to obey in silence and blindly the orders that they received -- [there is no one] who does not know the depths of sorrow of keeping quiet and obeying. To desire to speak and to keep quiet, to desire to sing and remain mute, to desire to laugh and have to, by force, strangle the laughter in one's mouth, to desire to love and be condemned to swim in the mud of hatred!
I passed through the barracks, and there I learned to hate. I passed through the prison, and there, among the tears and the suffering, strangely, I learned to love, to love intensely.
In the barracks, I almost lost my personality, so rigorous was the treatment that I experienced, because one wanted to inculcate in me a stupid discipline. In prison, through many struggles, I re-found my personality, each time being more rebellious to all that was imposed on me. Previously, I had learned to hate, from the lowest to the highest levels, all of the hierarchies; but, in prison, in the most sorrowful pain, I learned to love the misfortunate, my brothers, while I conserved, pure and clear, my hatred of hierarchies that the barracks had nourished. Prisons and barracks are the same thing: despotism and the free exercise of the bad nature by some, for the suffering of all. The barracks do not teach anything that does not damage physical and mental health; and the prison does not correct.
With this judgment, with this experience -- experience acquired because my life had bathed in sorrow --, when I heard, at the foot of the mountain, the order for militarization that came prowling around, I felt in an instant that my being had collapsed, because I saw clearly that the audacious guerrillero[5] of the Revolution would die, so as to continue by leading the existence that, in the barracks and in prison, stripped me of all personal attributes; so as to fall once more into the abyss of obedience, into the bestial somnambulism in which is conducted the discipline of the barracks and the prison, which both value. And, grasping with rage my gun, which was then my shelter, and looking at enemy and "friend," looking before and behind the lines, I cast a malediction similar to those I cast when, as a rebel, one led me to the dungeon, and I drove back a tear, similar to those that escaped from me, when no one could see them, to the extent of my powerlessness. And I saw well that the hypocrites who desired to make of the world a barracks and a prison are the same ones, the same ones, the same ones who, yesterday, in the dungeons, cracked our bones, us, men -- men.
Barracks . . . prisons . . . shameful and miserable life.
One did not understand us, and because one did not understand us, one did not love us. We fought -- today false modesty is not appropriate, it leads to nothing -- we fought, I repeat, as few did. Our place had always been at the first line of fire, for the good reason that, in our sector, from the very first day, we were the only ones there.
For us, there was never any relief nor. . . . What was even worse, [not even] a gentle word. The ones and the others, the fascists and the antifascists, and even our own[6] -- what shame we felt! -- everyone treated us with antipathy.
One did not understand us. Or, what is the most tragic thing within the tragedy that we live, perhaps we did not make ourselves understood; since we, having carried on our shoulders the weight of all the scorn and all the cruelty of those who were on the side of hierarchy in life, we wanted to live, even during war, a libertarian life, whereas the others followed the chariot of the State by harnessing themselves to it, which was their misfortune and ours.
This incomprehension, which has caused us immense difficulties, has hemmed in our road of misfortunes; and not only the fascists, whom we treat as they deserve, have seen a danger in us, but also those who call themselves antifascists and cry their antifascism until they become hoarse. This hatred that was constructed around us has given way to painful confrontations, the most ignominious of which -- it brings disgust to the mouth and one's hand to one's gun -- took place in the midst of Valencia, when "authentic, Red antifascists" opened fire on us. Then . . . bah! . . . Then it was necessary for us to conclude that, today, the counter-revolution is being made.
History, which welcomes all the good and all the bad that men accomplish, will speak one day.
And then History will say that the Iron Column were perhaps the only ones in Spain who had a clear vision of what our Revolution must be. History will also say that it was this Column that offered the greatest resistance to militarization. And, what's more, it will say that, because the Column resisted militarization, there were moments when it was totally abandoned to its fate, in the midst of battle, as if a unit of six thousand men, seasoned and resolved to vanquish or be killed, had to be abandoned to the enemy so that it could annihilate them.
How many things History will say, and how many figures who believe themselves to be glorious will be execrated and cursed!
Our resistance to militarization is founded on what we know of soldiers. Our current resistance is founded on what we currently know of soldiers.
The professional military has constituted, now as always, here as in Russia,[7] a caste. It is the caste that commands; to the others, there must remain nothing more than the obligation to obey. The professional military leader hates all of his forces, and so much more if it is a question of a compatriot, one whom he believes to be his inferior.
I myself have seen -- I always look at men's eyes -- an officer tremble with rage or disgust when, addressing himself to me, I have addressed him familiarly, and I know examples from today, even from today, of battalions that call themselves proletarian, in which the officer corps, which has already forgotten its humble origins, cannot permit a militiaman to speak to him familiarly -- there are severe punishments for doing so.
The "proletarian" army does not demand a discipline that would, in short, be the execution of the orders of war; it demands submission, blind obedience, the annihilation of the personalities of its men.
The same thing, the same thing when, yesterday, I was in the barracks. The same thing, the same thing when, a little later, I was in prison.
We, in the trenches, live happily. We certainly see fall next to us the comrades who began this Civil War with us; we know, moreover, that at any instant a bullet can leave us stretched out on the field of battle -- this is the compensation the revolutionary can expect -- but we live happily. We eat when there is something; when the living are few, we eat sparingly. And everyone is content. Why? Because no one is superior to another. All are friends, all are comrades, all are guerrilleros[8] of the Revolution.
The group or century delegate was not imposed upon us, but he was elected by us, and he does not feel himself to be a lieutenant or captain, but a comrade. The delegates to the Committees of the Column were never colonels or generals, but comrades. We eat together, we fight together, we laugh and curse together. We have not had pay for a long time and they have not had any. And when we got our hands on ten pesetas, they get ten pesetas.
The only thing that we consider is their proven ability and it is for this that we chose them; to the extent their merit has been confirmed. They are our delegates. There are no hierarchies, there are no superiorities, there are no severe orders: there is sympathy, affection, camaraderie; a happy life in the midst of the disasters of war. And thus, among comrades, we say that one fights because of something and for something, that war pleases us and we accept death with pleasure. But when you find yourself among soldiers, where everything is only orders and hierarchies; when you see in your hands the sad pay with which you can, with difficulty, support the family that you have left behind, and when you see that the lieutenant, the captain, the commander and the colonel pocket three, four, even ten times more than you, while they do not have more enthusiasm, more knowledge, nor more bravery than you, life becomes bitter to you, because you see well that this, this is not the Revolution, but a manner in which a small number draws profit from an unfortunate situation, which only works to the detriment of the people.
I do not know how we will live henceforth. I do not know if we can accustom ourselves to hearing the injurious words of a corporal, a sergeant or a lieutenant. I do not know if, after we have fully felt our selves to be men, we can accept being [treated like] domesticated animals, because that is what discipline leads to and that is what militarization represents.
It is definite that we cannot do so, to us it will be totally impossible to accept despotism and ill treatment, because it would be necessary to hardly be a man to peacefully endure insults while having a weapon in hand; nevertheless, we have worrisome examples of comrades who, having been militarized, submit, like a lead slab, to the weight of the orders that emanate from people who are most often inept and always hostile.
We believe that we are in motion to emancipate ourselves, to save ourselves and we risk falling into this even as we fight: into despotism, into the power of castes, into the most brutal and the most alienating authoritarianism.
Meanwhile, the moment is serious. Having been taken -- we do not know why, and if we know, we keep quiet about it at this moment -- , having been taken, I repeat, into a trap, we must leave it, we must escape from it the best that we can, because, after all, the whole field is filled with them.
The militarists, all of the militarists -- there is a furious one in our camp -- have encircled us. Yesterday, we were the masters of everything, today they are. The popular army, whose "popularity" is nothing other than the fact that it is recruited from among the people, it always happens that it does not belong to the people; it belongs to the Government, and the Government leads and the Government orders. The people are simply permitted to obey, and one demands that it always obeys.
Being swept up in the militarist net, we only have a choice between two roads: the first leads us to separate ourselves, we who are -- until today -- comrades in the struggle, by proclaiming the dissolution of the Iron Column; the second leads us to militarization.
The Column, our Column, must not dissolve. The homogeneity that it has always presented has been admirable -- I only speak for us, comrades -- ; the camaraderie among us will remain an example in the history of the Spanish Revolution; the bravery that has appeared in a hundred combats can be equaled in this battle of heroes, but not surpassed. Since the first day, we have had friends; more than friends, [we have had] comrades, brothers. To separate us, to leave each other, to no longer see each other again, to no longer experience, as we have until now, our desires to vanquish and combat -- it is all impossible.
The Column, this Iron Column, which from Valencia to Teruel has made the bourgeois and the fascists tremble, must not dissolve, but must continue to the end.
Who can say that others, having been militarized, have been stronger, bolder, more generous with their blood on the field of battle? Like brothers who defend a noble cause, we have fought; like brothers who have the same ideals, we have dreamed in the trenches; like brothers who aspire to a better world, we have gone forward with courage. Dissolve our homogeneous totality? Never, comrades. As long as we remain a century, combat. As long as there remains one of us, victory.
This would be a lesser evil, although the evil would be great if we accepted that someone, without being elected by us, gave us orders. Nevertheless. . . .
To be a column or to be a battalion is nearly the same. What is not the same thing, for us, is that [in the latter] one does not respect us.
If we remain, united, the same individuals whom we are now, whether we form a column or a battalion, this will make no difference to us. In the struggle, we have no need of people who encourage us to rest, nor do we have people who prohibit us from resting, because we will not consent to it.
The corporal, the sergeant, the lieutenant and the captain will be ours, in which case we will all be comrades, or they will be our enemies, in which case we will only treat them like enemies.
For us, column or battalion, if we want, it would be the same thing. We, yesterday, today and tomorrow, we will always be the guerrilleros[9] of the Revolution.
What happens to us after this depends on us, on the cohesion that exists between us. No one will stamp his rhythm on us, it is we who will stamp it, so as to keep an attitude adapted to those who will find themselves on our side.
Keep this in mind, comrades. The fight requires that we do withdraw from this war neither our arms nor our enthusiasm. In a column, [we are] ours, or in a battalion, [we are] ours; in a division or a battalion that would not be ours, it will be necessary to fight us.
If the Column is dissolved, if we disperse, then -- being required to militarize -- we would have to go where they order us to go, and not with those whom we have chosen. And, as we do not want to be domesticated animals, it is quite possible that we will clash with people with whom we must not clash: with those who, whether bad or good, are our allies.
The Revolution, our Revolution, this proletarian and anarchist Revolution, to which we offered pages of glory from the first days, requires is to not abandon our weapons and to not abandon the compact kernel that we have constituted until now, whatever name we are called: column, division or battalion.
NOT BORED
[1] The word employed in the original Spanish is cacique, which can mean either a local political boss or a tyrant.
[2] "Even foolhardiness, that is, boldness without an object, is not to be despised; in point of fact it is the same energy of feeling, only exercised as a kind of passion without the cooperation of the intelligent faculties." Carl von Clausewitz, On War, as translated by Colonel J.J. Graham (Barnes & Noble, 2004), p. 152.
[3] That is to say, "we must become part of the regular military forces."
[4] A military unit consisting of 100 men.
[5] The French translation retains the Spanish word for "guerrilla."
[6] The CNT-FAI.
[7] An interesting choice, and expressed in an interesting way: the so-called Soviet Union of Socialist Republics was, of course, one of the countries that was involved in the suppression of the Spanish Revolution.
[8] The French translation retains the Spanish word for "guerrillas."
[9] The French translation retains the Spanish word for "guerrillas."

(Originally written in Spanish by an "Uncontrollable" in the Iron Column, this text was published anonymously by Nosotros, an anarchist daily newspaper in Valencia, in installments on 12, 13, 15, 16 and 17 March 1937. It was translated into French by "two aficionados without qualities," that is to say, by Alice Becker-Ho and Guy Debord, who wrote a brief preface to it. The French translation was published by Editions Gerard Lebovici in December 1979 and reprinted by Editions Ivrea in November 1995. There was an English translation published by News From Everywhere in 1987 and then reprinted by the London Anarchist Black Cross in 1993. It was not consulted during the creation of this version, which was translated from the French, with recourse to the Spanish original when necessary, by NOT BORED! 18 June 2007. All footnotes by NOT BORED!)

Die Degradation der Kultur

Eine fundamentale Kritik der modernen Ökonomie erscheint den meisten Menschen heute so verrückt wie der Versuch, durch die Wand statt durch die Tür zu gehen. Zwar trägt diese Ökonomie aus der Distanz betrachtet selber alle Züge der Verrücktheit; aber weil die Kriterien der kapitalistischen Maschine allgemein verinnerlicht worden sind, gelten sie als normal. Wenn die Verrückten in der Mehrheit sind, dann ist Verrücktheit Bürgerpflicht. Unter diesem Druck zieht sich die Gesellschaftskritik aus dem Gebiet der Ökonomie zurück und sucht nach Ausweichmöglichkeiten. Gerade die Linke hat es gar nicht gern, wenn jemand den Nerv der herrschenden ökonomischen Verhältnisse anbohrt: Es tut weh, wenn man an die eigene bedingungslose Kapitulation erinnert wird. Deshalb zieht es die theoretisch abgerüstete Linke vor, jede ernsthafte Kritik des Marktes, des Geldes und des Warenfetischismus als altmodischen und unfruchtbaren "Ökonomismus" zu denunzieren, den man selber längst hinter sich gelassen habe.
Und womit beschäftigt sich eine Gesellschaftskritik, die eigentlich schon gar keine mehr ist? Früher war das große Ausweichfeld die Politik. Damit war sogar noch der Anspruch verbunden, die gemeinsamen Angelegenheiten (und also auch die Ökonomie) des warenproduzierenden Systems durch einen "vernünftigen Diskurs" der Gesellschaftsmitglieder in den politischen Institutionen zu regulieren. Davon ist fast nichts übrig geblieben. Die Politik wurde längst zur abhängigen, sekundären Funktions-Sphäre der totalitären Ökonomie degradiert. Heute hat der kapitalistische Selbstzweck die früher vermutete "relative Selbstständigkeit" der Politik aufgefressen. Deshalb flüchtet in der Postmoderne die Gesellschaftskritik aus der Politik in die Kultur, wie sie vorher aus der Ökonomie in die Politik geflüchtet war. Die postmoderne Linke ist in jeder Hinsicht "kulturalistisch" geworden und bildet sich allen Ernstes ein, im Bereich der Kunst, der Massenkultur, der Medien und der Medientheorien irgendwie "subversiv" tätig werden zu können, während sie die Kritik der kapitalistischen Ökonomie praktisch aufgegeben hat und nur noch lustlos nebenbei erwähnt.
Aber in welchen Bereich der Gesellschaft die ökonomiekritisch stumm gewordene Linke auch flüchtet, die kapitalistische Ökonomie ist immer schon da und grinst sie höhnisch an. Zwar ist es richtig, "daß diese Wirtschaft sich von der Gesellschaft geschieden hat", wie die französische Gesellschaftskritikerin Viviane Forrester in ihrem Buch über den "Terror der Ökonomie" schreibt. Aber der Kapitalismus hat die Gesellschaft nur im sozialen Sinne vergessen, ohne sie jedoch aus seinen Klauen zu entlassen. Im Gegenteil, die totalitäre Ökonomie wacht eifersüchtig darüber, daß auf dieser Erde nichts mehr geschieht, was nicht unmittelbar dem Selbstzweck der Profitmaximierung dient. Und das gilt heute auch für die Kultur.
Die moderne Ökonomie entstand in dem Maße, wie sich die kapitalistische Sphäre der industriellen Produktion von den übrigen Lebensbereichen abgespalten hat. Die Kultur im weitesten Sinne schien eine "außerökonomische" Betätigung zu sein, die als bloßer Abfall des Lebens in die sogenannte "Freizeit" verbannt wurde. Das war die erste Degradation der Kultur in der Moderne: Sie verwandelte sich in eine gewissermaßen unernsthafte Angelegenheit und in eine bloße "Restzeit". Aber sobald der Kapitalismus die materielle Reproduktion der Gesellschaft flächendeckend beherrschte, dehnte sich sein unersättlicher Appetit auch auf die immateriellen Momente des Lebens aus und er fing an, soweit wie möglich die abgespaltenen Bereiche Stück für Stück wieder einzukassieren und sie seiner ureigensten betriebswirtschaftlichen Rationalität zu unterwerfen. Das war die zweite Degradation der Kultur: sie wurde selber industrialisiert.
Dabei wiederholte sich, was Marx über die Umformung der materiellen Produktion gesagt hatte, denn auch die Kultur erlebte den Übergang von der "formellen" zur "reellen" Subsumtion unter das Kapital: Wurden die kulturellen Güter zunächst nur äußerlich und im nachhinein als Gegenstände des Kaufens und Verkaufens von der Logik des Geldes erfaßt, so ging im Laufe des 20. Jahrhunderts schon ihre Erzeugung mehr und mehr apriori von kapitalistischen Kriterien aus. Das Kapital wollte jetzt nicht mehr bloß der Agent für die Zirkulation von kulturellen Gütern sein, sondern ihren totalen Reproduktionsprozeß beherrschen. Kunst und Massenkultur, Wissenschaft und Sport, Religion und Erotik wurden zunehmend produziert wie Autos, Kühlschränke oder Waschpulver. Damit verloren auch die kulturellen Produzenten ihre "relative Unabhängigkeit". Die Produktion von Liedern und Romanen, von wissenschaftlichen Entdeckungen und theoretischen Reflexionen, von Filmen, Bildern und Sinfonien, von sportlichen und spirituellen Ereignissen konnte gleichermaßen nur noch als Produktion von Kapital (Mehrwert) stattfinden. Das war die dritte Degradation der Kultur.
Immerhin gab es in der Epoche der Prosperität nach dem Zweiten Weltkrieg noch einen gesellschaftlichen Puffer, der in vielen Ländern die Kultur wenigstens teilweise gegen den totalen Zugriff der Ökonomie abfederte. Das war der Mechanismus der keynesianischen Umverteilung. Das "deficit spending" fütterte nicht nur die militärische Rüstung und den Sozialstaat, sondern auch bestimmte Bereiche der Kultur. Sicherlich setzte auch die staatliche Subventionierung einer Selbständigkeit der Kultur enge Grenzen. Aber die Kontrolle durch den Staat war der öffentlichen Diskussion zugänglich und nicht lückenlos: Mit Funktionären und Politikern kann man im Falle eines Konflikts verhandeln, mit den subjektlosen "Gesetzen des Marktes" nicht. Durch die Vermittlung des "Kultur-Keynesianismus" war ein Teil der kulturellen Produktion nur indirekt von der Logik des Geldes abhängig. Soweit Rundfunk und Fernsehen, Universitäten und Galerien, künstlerische und theoretische Projekte staatlich betrieben oder bezuschußt wurden, mußten sie sich nicht unmittelbar betriebswirtschaftlichen Kriterien unterwerfen und es gab gewisse Spielräume für kritische Reflexion, Experimente und minoritäre "brotlose Künste", ohne daß sofort materielle Sanktionen drohten.
Diese Situation hat sich seit Beginn der neuen Weltkrise und durch den damit einhergehenden neoliberalen Feldzug gründlich geändert. Das Ende von Sozialismus und Keynesianismus mußte die Kultur am härtesten treffen, denn natürlich wurden hier die Mittel zuerst zusammengestrichen. Die Staaten haben zwar nicht militärisch, aber kulturell abgerüstet. Für einen kleinen Teil des kulturellen Spektrums tritt an die Stelle der staatlichen Förderung das private Sponsoring. Es gibt keine sozialen und kulturellen Bürgerrechte mehr, sondern nur noch die caritative Willkür der marktwirtschaftlichen Gewinner. Die kulturellen Produzenten sehen sich den persönlichen Launen von Moguln des Kapitals und Mandarinen des Managements ausgesetzt, für deren gelangweilte Frauen sie als Hobby und Zeitvertreib dienen dürfen. Wie die Hofnarren und Bedienten des Mittelalters müssen sie die Logos und Embleme ihrer Herren tragen, um für das Marketing nützlich zu sein. Das ist die vierte Degradation der Kultur.
Für den weitaus überwiegenden Teil der Künste, Wissenschaften und kulturellen Aktivitäten aller Art aber kommt nicht einmal mehr das demütigende und willkürliche private Sponsoring in Frage. Sie sind heute in einem Ausmaß wie niemals zuvor direkt und ungefiltert den Mechanismen des Marktes ausgesetzt. Wissenschaftliche Institute und Sportvereine müssen an die Börse gehen, Universitäten und Theater Profite abwerfen, Literatur und Philosophie den Kriterien der Massenproduktion standhalten. In die großen Kanäle der Distribution gelangt nur noch, was als Angebot zur Freizeitgestaltung von Heloten des Marktes taugt. Dementsprechend kommt es zu grotesken Verzerrungen in der Gratifikation für kulturelle Leistungen: Während Fußball- und Tennisspieler Millionengagen erhalten, sinken die Produzenten von Kritik, Reflexion, Darstellung und Interpretation der Welt auf den Status von Toilettenreinigern herab. Durch die kapitalistische Rationalisierung der Medien werden Billiglohn, "Outsourcing" und betriebswirtschaftliche Sklaventreiberei auf die kulturelle Sphäre übertragen.
Das Resultat kann nur die Zerstörung der qualitativen Inhalte von Kultur sein. Miserabel bezahlte, sozial degradierte und gehetzte Kultur- und Medienarbeiter stellen logischerweise auch miserable Produkte her; das gilt auf diesem Gebiet ebenso wie auf jedem anderen. Und die brutale Reduktion auf den verkürzten Zeithorizont und auf die Massendistribution des Marktes eliminiert zuverlässig alles, was mehr als ein Wegwerfprodukt sein will. Bald werden wir in den Buchhandlungen nur noch bemitleidenswerte Softpornos, Kochbücher und Esoterik für den depravierten Mittelstand finden. Auch in den Wissenschaften hinterläßt die entfesselte Logik des Geldes eine Spur der Verwüstung. Weil sie ihrem Wesen nach nicht marktkonform sein können, werden die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften aus dem akademischen Betrieb ausgejätet wie Unkraut. Vor allem die historischen Institute sind dem "Mobbing" und dem Entzug der Mittel ausgesetzt, denn der geschichtslose Markt braucht keine Vergangenheit mehr. An die Stelle der Philosophie und Gesellschaftstheorie tritt endgültig die totale Naturwissenschaft; aber auch innerhalb der Naturwissenschaften wird die "zweckfreie" Grundlagenforschung abgewertet und stranguliert zugunsten direkt profitabler Auftragsforschung des Kapitals.
Diese Tendenzen führen ebenso notwendig zum Zusammenbruch der kulturellen Subjektivität in der bürgerlichen Gesellschaft, wie sie bereits die politische und religiöse Subjektivität entwertet haben, ohne etwas Neues an ihre Stelle zu setzen. Nicht einmal ein Konservativer "ist" heute mehr konservativ, sondern nur jemand, der Konservatismus verkauft wie andere Tomatenpüree oder Schnürsenkel. Gerade der orthodoxe gegenwärtige Papst erweist sich in Wahrheit als Marketing-Spezialist für religiöse Events; bald werden auch die Kirchen und Sekten an die Börse gehen und Religion nach den Prinzipien des Shareholder value vermarkten. Dieselbe Schändung ihrer Persönlichkeit machen jetzt die Künstler und Wissenschaftler durch. Wenn sie in vorauseilendem Gehorsam selber apriori in den Kategorien der Verkaufbarkeit denken und produzieren, haben sie ihre Sache schon verloren und können nur noch ihre Selbstaufgabe ratifizieren, wie der Erfolgsmaler Baselitz in einem Augenblick der Wahrheit seine Bilder zur Wand drehte.
Der "Ökonomismus" ist kein fehlerhaftes und einseitiges Denken von unverbesserlichen Marxisten, sondern die reale Tendenz der herrschenden Gesellschaftsordnung zum ökonomischen Totalitarismus, der in der gegenwärtigen Krise seinen vielleicht größten und letzten Schub erhält. Aber der Kapitalismus kann allein auf seinen eigenen Grundlagen nicht existieren. Wie die Pharmaindustrie ihre große Quelle von Wissen und Material verliert, wenn die Regenwälder endlich vernichtet sind, so muß die Kulturindustrie austrocknen, wenn sie keine kreativen Subkulturen mehr anzapfen kann, weil die nicht-kommerzielle Selbsttätigkeit der Massen endgültig abgestorben ist. Eine Gesellschaft, die nur noch aus hechelnden, aufdringlichen Verkäufern besteht und sich selbst nicht mehr reflektieren kann, ist auch sozial und ökonomisch unhaltbar geworden.
Für die Produzenten der Kultur, der Kunst und des reflexiven Denkens gibt es keinen Grund mehr, sich dem miserabel zahlenden und selbstherrlichen Kapitalismus legitimatorisch zur Verfügung zu stellen und in der postmodernen Wüste des Marktes nach Komplimenten zu fischen. Wenn sie einen Rest von Selbstachtung besitzen, müssen sie in die innere Emigration gehen und sich wenigstens im Geheimen ihre unversöhnliche Feindschaft zu den Kriterien des Marktes bekennen. Diese Intention darf nicht passiv sein, sie muß aktiv werden. Vielleicht sollten sich die kulturellen Produzenten zu anti-marktwirtschaftlichen Gruppen, Genossenschaften, Gilden, Clubs und Vereinen zusammenschließen, die nichts verkaufen wollen, sondern im Gegenteil kulturelle Ressourcen vor der Barbarei des Marktes retten. Vom Kulturkonservatismus, der immer herrschaftskonform ist, wird sich diese Intention vor allem dadurch unterscheiden, daß sie sich mit den Erniedrigten und Beleidigten verbündet und den sozialen Leiden einen kulturellen Ausdruck gibt, statt in den fröhlichen Positivismus der postmodernen Opportunisten einzustimmen.

aus: Folha de Sao Paulo

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