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mardi 31 mai 2011

Kleine Reflexion des Re-Thinking Marx Kongresses


Über Themenverfehlungen, die Wichtigkeit der Unterscheidung von Fetisch und Ideologie und die „Dialektik der Politik“

Zwischen akademischer Konferenz und Event

Zuerst zum Setting: Die Konferenz wurde offensichtlich langfristig und professionell geplant. Dies äußerte sich nicht nur in der relativ reibungslosen Umsetzung, sondern auch bereits im „Line-Up“. Zahlreiche Berühmtheiten der akademischen Marx-Rezeption waren anwesend, etwa Wendy Brown, Etienne Balibar, Michael Heinrich, Alex Demirovic, Axel Honneth, Oliver Marchart und schließlich Moishe Postone; darüber hinaus auch einige dem Marxismus nahestehende Intellektuelle wie die Humangeographin Saskia Sassen und die post-koloniale Theoretikerin Christine Löw. Es war also nicht nur ein breites Spektrum der deutschen akademischen Linken anwesend, die Einladungspolitik ging bei weitem über die Sprachgrenzen hinaus. Besonders die englischsprachige Debatte und auch einige französische Positionen waren präsent, was durchaus zum Erkenntnisgewinn beitrug.
Die Berliner Philosophin Rahel Jaeggi trat als „graue Eminenz“ der Konferenz auf und hat offensichtlich auch bei der inhaltlichen Gestaltung der Konferenz viel zu sagen gehabt. Deutlich tritt dies erst im Nachhinein aus dem Programm hervor, da natürlich davor viele Namen und Positionen noch nicht bekannt erscheinen. Die Ausrichtung war eine ideologietheoretische/kritische, Themen wie Entfremdung und die Frage einer „humanistischen“ Lesart Marxens stellten einen deutlichen Schwerpunkt dar und nicht zuletzt war die Fraktion der mehr oder weniger von Hegel inspirierten Positionen über das sonst Gewohnte hinaus präsent.
Um die Atmosphäre etwas einzufangen: anwesend war ein sehr großes und unterschiedlich zusammengesetztes Publikum, darunter auch viele junge und „bunte“ Menschen. Dies trug zu einer angenehmen Stimmung bei, die zwischen intellektuellem Austausch, Kaffee-Kränzchen im selbstverwalteten Studi-Cafe und alternativem Kulturprogramm zwischen den Veranstaltungen insgesamt doch recht abwechslungsreich war. Der Eindruck war zeitweise mehr der einer großen Zusammenkunft der theoretisch interessierten jungen Linken ohne politisch-agitatorische Zwangsbeglückungen ebenso wie ohne klare Fraktionierungen. Natürlich waren auch die üblichen Alt-Linken vereinzelt auszumachen, etwa wenn honorige DDR-Marxisten (sic) auftraten und ihre „Wortbeiträge“ (vulgo Co-Referate) tatkräftig zu Ende geklatscht werden mussten.
Trotz dieses positiven Gesamteindrucks war eine Sache klar (darin drückt sich dann vielleicht doch noch eine heimliche Reminiszenz an die DDR-Linke aus): eine Grenze zwischen der „engagierten Masse“ und der „akademischen Elite“ wurde ganz deutlich gezogen. Die Hierarchie zwischen den einfachen BesucherInnen und dem Kreis der Vortragenden aufrecht zu halten, stellte offensichtlich ein organisatorisches Desiderat dar – die vorderen Plätze waren für die (Re-)PräsentantInnen reserviert, sie bekamen in den – außergewöhnlich knapp gehaltenen – Fragerunden mit dem Publikum das Mikro fast ausschließlich in die Hand, und auch das individuelle Distinktionsbedürfnis wurde durch hübsche Namenschilder und nicht zuletzt einen „VIP Bereich“ für die „richtigen“ TeilnehmerInnen bedient.
Ohnehin war der/die Vorstellende meist von sich aus durch das (den Außentemperaturen inadäquate) formell-zugeknöpfte Aussehen vom Rest zu unterscheiden. In diesen Zusammenhang passt natürlich die strukturell männliche Markierung dieser akademischen Form – es waren deutlich mehr Männer auf den diversen Podien (ausgenommen natürlich die „abgespaltenen“ Theoriemomente Gender&Co) vertreten, und noch viel deutlicher artikulierte sich der „male bias“ in dem anscheinend für Frauen nicht sehr einladenden Gesprächsklima – während des ganzen Kongresses konnte ich (abseits der Gender-Veranstaltung) eine Wortmeldung von einer Frau verzeichnen. Dies schien irgendwie niemanden zu stören, weder die weiblichen Referentinnen, noch die durchaus paritätisch anwesenden Frauen unter den Zuhörenden. Die meisten der Männer schienen mir ohnehin in distinkten Zirkeln anzutreffen zu sein, was wohl nicht nur mit der thematischen Segmentierung der Interessensschwerpunkte zusammenhängt, sondern recht gut die Struktur informeller akademischer Männerbünde widerspiegelt. Dies ist aber wohl nicht weiter verwunderlich, nicht zuletzt gibt es Ähnliches ja auch in nicht-akademischer kritischer Theoriebildung.

Zum Einstieg und den Themenverfehlungen

Wiewohl auf eine inhaltlich anspruchsvolle Debatte Wert gelegt wurde, gab es offensichtlich auch einige Themenverfehlungen, die ich gleich am Anfang abhandeln möchte. Am prominentesten war diese bei Saskia Sassen vorzufinden, die in ihrem „Dialog mit Marx“ nicht nur die Äußerlichkeit der eigenen Position von vorneherein akzentuierte, sondern auch bewies, dass sie tatsächlich sehr jenseits der Debatten ist – ihre Kritik an Marx traf dessen „Politik-Verständnis“ bzw. den Marxschen „Internationalismus“. In einer einzigartig einseitigen Lektüre Marxens – die Basis ihrer Auseinandersetzung stellte nach eigenen Angaben das „Kommunistische Manifest“ dar – schlitterte sie gänzlich an dem, was eine produktive Marx-Rezeption sein könnte, vorbei und beschränkte sich im Wesentlichen auf die rein phänomenologische und statische Feststellung, dass der Marx des Manifests das Politische, nämlich den National-Staat und seine Maßstäbe, nicht so verstand wie Sassen, welche in der heutigen Welt die Grenzen des Nationalen schwinden sieht. Unabhängig von dem analytischen Befund Sasssens hatte ihr Vortrag wenig mit Marx und noch weniger mit von Marx inspirierter Theorie zu tun.
Ähnlich enttäuschend war für mich nur noch der Beitrag Étienne Balibars. Sein Vortrag war wohl sicherlich von Marx inspiriert und verfehlte insofern das Thema (vielleicht) nicht. Es mochte mir jedoch – trotz großer Aufmerksamkeit und eifrigen Mitschreibens – nicht gelingen, den roten Faden zu entdecken bzw. die Quintessenz des Gesagten zu durchdringen. Dies mag an meiner mangelnden intellektuellen Fähigkeit liegen (rein sprachlich konnte ich folgen); jedenfalls aber blieb bei mir nur der Eindruck eines recht verwirrten Sammelsuriums aller möglichen angerissenen Aspekte rund um das Feld „Staat-Markt-Klasse“. Was einzig hängen blieb, war für mich das klare Bekenntnis zur Aktualität des Klassenthemas. Im Gang durch mannigfaltige post-politische, staatstheoretische und gar krisenphänomenologische Aspekte wollte Balibar die besondere Rolle des Klassenkampfes irgendwie doch noch retten. Trotz performativer Höchstleistung bei der Bedienung des Habitus-Typus „alter, eigensinniger und freundlicher Theoretiker“, die durchaus auch einige Sympathiepunkte einbringen mag – Balibar zeigte sich mit der „kämpfenden Jugend“ in Spanien solidarisch, wollte seinen Vortrag gern dort übertragen sehen – war der inhaltliche Ertrag für mich recht mager.

(Keine) Überraschungen mit und ohne Gender

Auch die Gender-Frage selbst war natürlich mit einem eigenen Panel vertreten (umso weniger durchzog sie die allgemeine Diskussion). Die Veranstaltung erwies sich jedoch als weniger neu und apannend als meinerseits ursprünglich erhofft – jedenfalls wurde in keiner Weise die Höhe der marxo-feministischen Theoriebildung erreicht, welche vor dem „postmodern turn“ anzutreffen war.
Den Einstieg machte die englische Professorin Stevi Jackson. Sie vertritt nach eigener Aussage einen „materialistischen Feminismus“, der sich in Opposition zu „psychoanalytischen Differenz-Feminismen“ verortet, welche Jackson heute auf dem Vormarsch sieht. Der Vortrag bestand dann auch im Wesentlichen aus einer Rekapitulation des Entwicklungsweges jenes „materialistischen Feminismus“, der sich gewissermaßen zwischen marxistischen Feminismen und Differenzfeminismen positioniert. Stichwortgeberinnen sind neben Simone de Beauvoir v.a. die französische Schule um Monique Wittig und Christine Delphy. Die Position könnte ungefähr so zusammengefasst werden: Die Marxsche Werttheorie (etwa die Debatte um den Wert der Hausarbeit) interessiert nicht, weil zu „technisch“; es besteht folglich eine Distanz zu explizit marxistischen Feminismen; Fragen des allgemeinen Gesellschaftlichen interessieren weniger, Momente (politischer) Herrschafts- und Ungleichheitsachsen jedoch schon; die Abgrenzung vom postmodernen/poststrukturalistischen Feminismus wird gesucht, jedoch ergeben sich auch an einigen Punkten Schnittstellen; insbesondere Fragen der Bedeutung(-skonstruktion) und der Subjektivität sind von Relevanz. Diese Stellung einer doppelten Abgrenzung gegenüber marxistischen und differenzfeministischen Positionen war mir so nicht bekannt und ist in gewisser Weise instruktiv, v.a. angesichts der sarkastischen Nebenbemerkung Jacksons, dass zahlreiche der überzeugtesten Vertreterinnen einer „technischen“, marxistischen Position nach den Debatten der 1970er mit fliegenden Fahnen zum Poststrukturalismus wechselten. Interessant sind dabei v.a. die subjekttheoretischen Momente des präsentierten „materialistischen Feminismus“. Er hebt in radikaler Weise die soziale Konstruktion der Geschlechterbinarität hervor, ebenso wie die historische Relativität der Unterscheidung zwischen Homo- und Heterosexualität. Gleichermaßen wird aber auch die Materialität dieser sozialen Verhältnisse herausgestrichen, die – wie auch Klassenrelationen – eine starke Verharrungstendenz aufweisen. Über die gesellschaftstheoretische Begründung jener Beharrlichkeit sagte Jackson zwar erwartungsgemäß nichts, dennoch ist die Insistenz auf die hierarchische und materiale Struktur der sozialen Konstruktion von Geschlechtlichkeit, ebenso wie die Verbindung dieser mit der Dimension der Heterogeschlechtlichkeit durchaus erkenntisbringend. Anders als poststrukturalistische Ansätze, die sich auf die Tatsache der Differenz selbst und die bloße „Heteronormativität“ kaprizieren, wird so eine realistische Perspektive auf Gesellschaft ermöglicht, die Bedeutung, Subjektivität und das „Alltagsleben“ nicht auf das rein aktuale Performative reduziert. Auch wenn größere ideologiekritische Entwürfe wie etwa Wittigs Kritik eines „heterosexuellen Kontrakts“ letztlich begrenzte Heuristiken darstellen und nochmals gesellschaftstheoretisch geerdet werden müssten, stellen sie zweifellos eine gute Basis nicht nur für kritisch-dialektische Weiterentwicklungen, sondern auch eine Kritik poststrukturalistischer Positionen dar: denn wie Jackson glaubhaft machen konnte, basiert der Gender-Konstruktivismus Judith Butlers nicht nur stark auf einer Rezeption Wittigs und des französischen materialistischen Feminismus; Butlers Lesart ist selbst eine sehr einseitige und dekontextualisierte, was wiederum der auf sie aufbauenden Theoriebildung als ganzer vorgeworfen werden kann. Etwas lau war dann jedoch die Moral von der Geschicht – mit all ihrer materialistischen Kritik kommt Stevi Jackson schlussendlich doch wieder beim „Common Sense“ der neueren (halbwegs bodenständigen) feministischen Debatte an – es bedürfte einer „intersektionalen Analyse“, die sich zwar nicht nur auf Identitäten beschränken, sondern auch materielle Herrschaftsachsen in den Blick nehmen sollte; aber schlussendlich doch froh darüber sein kann, den Anspruch „totalisierender“ Großtheorien nicht mehr gerecht werden zu müssen. Paradoxerweise sollen also die Verwobenheiten von Herrschaftsmomenten materialistisch untersucht, dabei aber nicht „Alles“ erklärt werden. Das Resultat – der regelrechte Stolz auf Eklektizismus und „pragmatische“ Theoriebildung – kann leztlich also wenig überzeugen.
Mit Terrell Carver – dem einzig Mann auf dem Podium – ging es jedoch nicht unbedingt vielversprechender weiter. Carver ist offensichtlich ein passionierter Komiker, der sich gerne den Touch der Coolness eines verruchten Abenteurers gibt – sein Referatsduktus entsprach dem jedenfalls und ein solches Auftreten war ob der überwiegend weiblichen ZuhörerInnenschaft etwas peinlich. Auch die präsentierten Resultate einer „gendered Critique of Political Economy“ waren wenig mehr als amüsante Anekdoten. Der Bristoler Professor, der einschlägigerweise auf Hermeneutik spezialisiert ist, versuchte Marx so darzustellen, wie er „wirklich war“ und zwar „als Person“. Abgesehen von der etwas gewagten These, das Marx keineswegs Philosoph oder gar ökonomischen Theoretiker, sondern einzig und alleine „politisch motivierter Journalist“ war, gab der Vortrag wenig, was über ein Wiederkäuen von Altbackenem (die Reproduktionsperspektive kommt bei Marx nicht vor) und Absurdem („Aspekte wie die Sklaverei in der Familie und die Unterdrückung der Frau wurden von Marx ja doch, an einer Stelle auf Seite so und so im Kapital, erwähnt – zumindest ließe sich das so interpretieren…“) hinausginge. Im Ganzen konnte sich Carver nicht entscheiden, ob er Marx nun verteidigen oder anklagen wollte. Einzig seine über das eigentliche Thema hinausweisenden und anscheinend eigenen Arbeiten entnommenen sporadischen Bemerkungen über die „Männlichkeit der Ökonomie“ und damit einhergehende Effekte tönten potentiell interessant – für eine genauere Einschätzung waren sie jedoch tatsächlich zu dünn gesät.
Nach vollständiger
Vorabveröffentlichung aus dem in Kürze erscheinenden EXIT!-Heft 8

Elmar Flatschart


Editorial Politics


The large publishing houses tied to huge financial groups have no interest in making known the original texts and the currents of thought in which the most troubling aspects of the mode of socio-economic organization that permits these groups to exercise their influence are exposed. Nevertheless, after such texts or currents have managed to be diffused by other means, these same publishers find it more advantageous to pick them up and drown them in the gelatinous mass of their gigantic production rather than leave them to a more modest publisher with less common publications. It is, of course, not a question of them earning minor (and uncertain) profits, but of making the rare publishers who are capable of distributing such novelties disappear as fast as possible. It is also a question of ostensibly placing themselves above all conflicts by presenting their own enterprises in the light of benevolent neutrality that no one would be in a position to contest.
As a simple example of an operation that, today, concerns other texts and other editorial groups, we can mention here Editions Fayard,[1] the simple subsidiary of Editions Hachette, which owns 48 French newspapers, which is quite convenient for a publisher and its authors. This gigantic enterprise nevertheless only constitutes the communications branch of the Lagardere group, of which the other sector (Matra) equips the armed forces of more than 50 countries with short-range earth-to-air missiles (the worldwide leader) and airborne missiles (the European leader). Editions Fayard has naturally not believed it fitting to respond to a letter of intent dated 1989 that ironically proposed to publish The Time of AIDS.[2] This was a very precise but somewhat insolent letter ("if the title doesn't suit you, we can propose to you [Jean-Marie] Le Pen: Does he have AIDS? or Tintin among the HIV-positive.") Ten years later, after this book and those that followed it were more naturally published by Editions Allia, Fayard made indiscrete propositions in the pleasing terms that we report here -- the comic effect obviously resulting from the pompous insincerity of this editorial assistant.
Paris, 31 March 1999
Dear Sir:
When reading your books, I often think of the verse by Rene Char: "Lucidity is the closest injury to the sun."[3] Your work is actually of a rare power, an unbelievable effectiveness. Your denunciation of the system is implacable and, by expressing the decomposition in medical terms, confers upon it an almost definitive character. Editor at Fayard of the works of Guy Debord, who is close to you, I have wanted to meet you to express several wishes to you. Not having your address, I allow myself to let you have mine (...). Hoping to receive news from you, I beg you, dear sir, to accept the expression of my best wishes.
Henri Trubert
Editor Fayard
This praise in terms of "power," "unbelievable effectiveness," "implacable" activity and "definitive" character would be better suited to the performance of missiles (stop your R. Char, Lagardere![4]). But my refusal to make a reply to such a miserable move (in the sense of "two-faced" and "this was a dud") obviously was not a matter of an affective choice in favor of small businesses and against hypermarkets. Above all, it was a question of knowing to which readers this kind of text is addressed, [readers] who will know how to read it and make use of it, [unlike those] who -- on the contrary -- find themselves immunized over a long time against what the author wishes to communicate. Perhaps it is a question of knowing if the terms of compromise still have meaning and what there is to gain by getting rid of it (how much?)
Michel Bounan

[1] The publishers of (among other titles) the controversial series of volumes entitled Guy Debord Correspondance, the first of which was published in 1999.
[2] Published by Editions Allia in 1990. For Bounan's response to Verso Book's refusal to publish a translation of this volume, see his Incitement to Self Defense.
[3] A French surrealist poet (1907-1988) who was active in the Resistance during World War II and in the anti-nuclear struggles of the 1960s. This line comes from Les Feuillets d'Hypnos, which was written in 1943-1944.
[4] "Come off it, Lagardere!" (arrete ton char, Lagardere!)

(Published as an annex to Michel Bounan, La vie innommable (Editions Allia, 2000). Translated from the French by NOT BORED! October 2007. Footnotes by the translator.)

lundi 30 mai 2011

Marx après le marxisme: Entretien avec Moishe Postone

Moishe Postone est professeur d’histoire à l’Université de Chicago et son livre:  Temps, travail et domination sociale, sous-titré Une ré-interprétation de la théorie critique de Marx[1], interroge les catégories de marchandise, travail et capital, énoncées par Marx, et la pertinence de sa critique du capitalisme dans le contexte néolibéral actuel. Non content de sauver les catégories marxiennes de l’obsolescence intellectuelle et politique, Postone montre comment elles peuvent nous aider à penser les transformations mondiales des trois dernières décennies. Dans l’entretien qui suit, il souligne l’importance, pour une gauche anticapitaliste et progressiste aujourd’hui, d’une analyse historique du capital.
 
BB: Nous aimerions commencer par quelques questions sur vos premiers contacts avec le marxisme et ce qui vous a poussé à y apporter votre contribution. En deux mots, comment avez-vous découvert Marx ?
MP: Je suis passé par différents stades. Ma première rencontre s’est faite, comme c’est le cas pour beaucoup de gens, à travers le Manifeste du Parti communiste, que je trouvais... enthousiasmant mais un peu hors sujet. Dans les années 1960, je le voyais comme un texte plein de bons sentiments, non pas dans le sens où c’est ce qu’il aurait été à l’époque de sa publication, mais parce qu’il ne me semblait plus vraiment d’actualité. Par ailleurs, en entendant le discours des représentants de la vieille gauche, ou de ce qu’il en restait, qui traînaient toujours autour des campus – des trotskistes et des stalinistes s’affrontant à coups d’arguments – je me disais que tout ça était plutôt éloigné des préoccupations des gens. Cela paraissait sorti tout droit d’un musée. C’est pourquoi je me considérais vaguement comme de gauche ou, selon le mot d’alors, « radical », mais pas particulièrement marxiste. Les questions soulevées par le socialisme m’intéressaient beaucoup, mais le marxisme ça n’est pas forcément la même chose.
C’est à ce moment que, comme beaucoup de gens de ma génération, j’ai découvert les Manuscrits de 1844. Et je les ai trouvés extraordinaires. Cependant, à ce stade, je croyais encore dur comme fer à la thèse, très répandue alors, selon laquelle le jeune Marx avait vraiment eu des choses à dire mais qu’ensuite, hélas, sa pensée s’était embourgeoisée et engourdie. Un des tournants intellectuels, pour moi, fut l’article « The Unknown Marx » écrit par Martin Nicolaus au moment où il travaillait à la traduction des Grundrisse, en 1967[2]. Ses allusions à la richesse des Grundrisse m’ont profondément secoué.
Un autre moment clé allant dans le même sens eut lieu lors d’un sit-in à l’Université de Chicago en 1969. A cette occasion, on a vu d’intenses débats politiques et diverses factions se sont formées. L’une d’elles était le Mouvement ouvrier progressiste (Progressive Labor – PL), une organisation qui se disait maoïste mais ne l’était qu’au sens où Mao s’était montré en désaccord avec le discours de Khrouchtchev dénonçant les crimes de Staline, par conséquent c’était en fait une organisation staliniste de la vieille école. Une autre faction s’appelait Mouvement de la jeunesse révolutionnaire (Revolutionary Youth Movement – RYM) ; elle s’efforçait, en mettant l’accent sur la jeunesse et sur la race, de prendre acte des changements historiques majeurs de la fin des années 1960. Elle s’est scindée en deux, en fait, et l’une des deux branches est devenue les Weathermen[3]. Au début, mes amis et moi étions plutôt du côté du RYM, contre PL, mais c’était simplement parce que PL était un mouvement fruste et, pour l’essentiel, déconnecté du monde contemporain. Toutefois, quand prit fin l’occupation de l’Université, nos divergences avec le RYM sont également apparues au grand jour. Deux groupes de travail ont émergé : celui du RYM, intitulé « La jeunesse en tant que classe », et le second, que je fondai avec un ami, intitulé « Hegel et Marx ». Nous avions le sentiment qu’une théorie de la société était indispensable pour comprendre le moment présent, et que l’accent mis par le RYM sur l’immédiateté et la surface des choses était catastrophique. Nous avons lu [Georg] Lukács, un autre grand inspirateur par la portée nouvelle qu’il donna à nombre de notions appartenant jusqu’ici à une critique du capitalisme plutôt conservatrice – critique de la bureaucratisation, du formalisme, du modèle scientifique dominant etc. – et par la façon dont il les enchâssa dans l’analyse que fait Marx de la forme marchandise. En un sens, cela donnait à ce type de critique conservatrice une allure beaucoup plus superficielle qu’auparavant, et cela approfondissait et élargissait le concept de critique marxienne. J’ai trouvé que c’était vraiment un tour de force[4] impressionnant. Cependant, j’étais très triste de voir certaines des orientations que prenait la gauche.
BB: Pour débuter par une question simple mais fondamentale, une question très importante par rapport à votre travail, pourquoi la forme marchandise est-elle nécessairement la catégorie primordiale pour le Marx du Capital ? Autrement dit, pourquoi donc une catégorie qui semble être, au fond, une catégorie économique devait-elle constituer le point de départ d’une critique de la modernité cherchant à saisir le phénomène social dans son essence ?
MP : Je pense que ce que Marx essaie de faire consiste à esquisser les contours d’une organisation sociale fondamentalement différente de celle des sociétés précapitalistes. Il affirme que les rapports sociaux qui caractérisent le capitalisme, qui le poussent en avant et lui donnent sa direction, sont historiquement uniques mais n’apparaissent pas comme sociaux. De sorte que, par exemple, bien que l’étonnante dynamique intrinsèque de la société capitaliste soit spécifique à l’ère moderne, elle n’est perçue que comme une figure de l’interaction homme-nature. Selon moi, une des choses que Marx tente de démontrer, c’est que ce qui actionne les commandes de la société capitaliste ce sont justement ces formes sociales que l’on a réifié.
BB: Dans votre ouvrage, vous insistez sur la différence qu’établit Marx entre le travail comme, d’une part, activité socialement médiatisante, c’est-à-dire dans sa dimension abstraite, et d’autre part, moyen de produire des valeurs d’usage concrètes et précises, autrement dit participant à la production de marchandises. A votre avis, pourquoi cette distinction par rapport aux formes prémodernes d’organisation sociale est-elle importante pour Marx, et comment s’inscrit-elle dans sa théorie de la société capitaliste moderne ?
MP : Eh bien, voilà un des points où je m’écarte de la plupart des auteurs qui écrivent sur Marx. Je ne pense pas que le travail abstrait soit simplement une abstraction du travail, ce n’est pas du travail en général, c’est du travail en tant qu’activité socialement médiatisante. Là se trouve, je crois, le cœur de l’analyse de Marx : dans le capitalisme, le travail accomplit quelque chose qu’il n’accomplit pas dans d’autres sociétés. Ainsi, il est à la fois, pour reprendre le vocabulaire de Marx, travail concret, ce qui veut dire une activité spécifique qui transforme la matière d’une façon précise dans un but bien défini, et travail abstrait, un moyen d’acquérir les biens des autres. De ce point de vue, le travail fait là quelque chose qu’il ne fait dans aucune autre société. A partir de cette intuition très abstraite, Marx rend compte de toute la dynamique du capitalisme. Il me semble que le problème central pour Marx n’est pas seulement que le travail est exploité – le travail est exploité dans toutes les sociétés, à l’exception peut-être de celles de chasseurs-cueilleurs – mais plutôt que l’exploitation du travail s’accomplit par le biais de structures que le travail lui-même constitue.
C’est pourquoi si, par exemple, vous éliminez les aristocrates dans une société agraire, on peut imaginer que les paysans pourront posséder leur propre lopin de terre et en tirer leur subsistance. En revanche, si vous éliminez les capitalistes, vous n’êtes pas pour autant débarrassé du capital. La domination sociale continuera d’exister dans cette société tant que les structures qui constituent le capital n’auront pas été éliminées.
PN: Comment faut-il entendre l’affirmation de Marx disant que le prolétariat est une force révolutionnaire, sans tomber pour autant dans une compréhension simpliste de ce caractère révolutionnaire ?
MP : Le prolétariat me semble constituer une force révolutionnaire à plusieurs égards. D’abord, l’interaction entre capital et prolétariat est indispensable à la dynamique du système. Le prolétariat n’est pas en dehors du système, le prolétariat fait partie intégrante du système. En mettant en avant l’opposition de classe entre capitalistes et prolétaires, Marx n’entend pas faire une description sociologique, il isole plutôt ce qui est un aspect central de la dynamique du capitalisme. Là est, je pense, sa principale préoccupation.
Deuxièmement, le prolétariat contribue involontairement, par son activité, à étendre l’emprise du capital dans le temps et l’espace. Ce qui veut dire que le prolétariat est une des forces motrices de la mondialisation capitaliste. Néanmoins, l’une des différences, selon Marx, entre le prolétariat et d’autres groupes opprimés réside en ce que si le prolétariat devient radicalement mécontent de sa condition, il crée la possibilité d’une émancipation du genre humain tout entier. Par conséquent, je ne pense pas qu’on puisse prendre la théorie du prolétariat en l’extrayant tout simplement de la théorie du capital : elles sont indissociables.
BB: Parlons un peu de Georg Lukács qui a inspiré beaucoup de gens, notamment à travers son essai La Réification et la conscience du prolétariat[5]. Tout d’abord, une question générale : quelle est pour vous l’intuition majeure de ce texte ?
MP : Eh bien, Lukács prend la forme marchandise et montre qu’il ne s’agit pas simplement d’une catégorie économique mais que c’est la catégorie qui permet le mieux d’expliquer un phénomène avec lequel Weber tenta de se colleter à travers sa notion de rationalisation, à savoir la bureaucratisation et la rationalisation croissante de toutes les sphères de l’existence. Lukács s’empare de cette notion et, en l’ancrant dans la marchandise, fournit une explication historique de la nature de ce processus. Cela m’a ouvert les portes de tout un univers.
Lukács démontre également avec brio que les formes que Marx manipule dans Le Capital sont simultanément des formes de conscience et des formes sociales. De cette façon, Lukács se débarrasse complètement du vieux paradigme marxiste consistant à décrypter la réalité et la pensée en termes de base et de superstructure. Pour le dire un peu différemment, une catégorie comme la marchandise est une catégorie à la fois sociale et culturelle, de sorte que les catégories sont en même temps subjectives et objectives.
BB: Vous avez critiqué le fait que Lukács identifie le prolétariat au sujet socio-historique. Pouvez-vous nous expliquer cela ?
MP: Lukács place le prolétariat en position de sujet de l’histoire et je pense que c’est une erreur. Beaucoup de gens confondent sujet et agent. Lorsqu’il utilise le terme « Sujet », Lukács se réfère à la notion hégélienne de sujet-objet identique qui, d’une certaine façon, impulse la dynamique de l’histoire. Lukács reprend l’idée du Geist et dit au fond que Hegel avait vu juste, sauf qu’il avait présenté sa pensée sous les atours de l’idéalisme. Le Sujet existe bel et bien mais il s’agit du prolétariat. En ce sens, le prolétariat devient le représentant de toute l’humanité. Cependant, je trouve particulièrement révélateur que quand, dans Le Capital, Marx utilise effectivement le vocabulaire hégélien pour faire référence au Geist, il ne renvoie pas au prolétariat, il renvoie à la catégorie du capital. Cela m’a fait comprendre beaucoup de choses, car l’existence d’une dynamique historique en marche implique que les gens ne sont pas de vrais agents. Si les gens étaient de vrais agents, il n’y aurait pas de dynamique. Le fait qu’on puisse tracer une courbe continue dans le temps signifie que les agents subissent des contraintes. J’ai l’impression qu’en désignant le capital comme Sujet, Marx interroge les conditions sous lesquels les hommes pourraient devenir les sujets, avec un « s » minuscule, de leur propre histoire. Alors, forcément, nous n’aurions plus cette dynamique en marche. A la place, le changement et le développement résulteraient probablement davantage de prises de décisions politiques. Pour le moment, donc, les hommes font l’histoire mais comme si c’était à leur insu, c’est-à-dire qu’ils font l’histoire en mettant en place des structures qui les obligent à agir ensuite de telle ou telle manière.
Pour Lukács, le prolétariat est le Sujet, ce qui implique qu’il doit se réaliser lui-même (Lukács est très hégélien), tandis que quand Marx dit que le capital est le Sujet, plutôt que de réaliser le Sujet, l’objectif devient alors de s’en débarrasser, de libérer l’humanité d’une dynamique en marche qu’il constitue.
PN: Nous avons tous remarqué que le mot « réification » est généralement compris dans le sens de mécanisation de la vie humaine, d’une perte de la dimension qualitative de l’expérience humaine. En d’autres termes, « réification » est entendu exclusivement comme expression du caractère oppressif de la société capitaliste. Cependant, les passages ci-dessous, extraits de La Réification et la conscience du prolétariat nous semblent suggérer que, pour Lukács, la réification du principe moteur de la société est également ce qui permet à la conscience de classe d’émerger, autrement dit que les transformations objectives de la classe laborieuse ne peuvent être appréhendées que sous une forme réifiée:
« La signification de classe de ces changements [à savoir, la rationalisation en profondeur de toute la société par le capitalisme] réside précisément dans le fait que la bourgeoisie convertit régulièrement chaque progrès qualitatif en un nouveau calcul rationnel sur le plan quantitatif. Tandis que, pour le prolétariat, cette “même” évolution possède une autre signification de classe : elle signifie l’abolition de l’individu isolé, elle signifie que le travailleur peut prendre conscience du caractère social du travail, elle signifie que la forme abstraite et universelle du principe sociétal tel qu’il se manifeste peut être rendue de plus en plus tangible et, finalement, renversée. »
et :
« Pour le prolétariat, cependant, cette capacité à aller au-delà de l’immédiateté à la recherche des facteurs “plus distants” entraîne la transformation de la nature objective des objets de l’action. »[6]
Ces extraits paraissent suggérer que, pour Lukács, la conscience de classe n’est pas inhérente à la dimension expérientielle du travail, autrement dit qu’aucune pensée politique de gauche ne peut être le produit immédiat du travail concret ; la conscience de classe émergera plutôt de la dissolution de cette immédiateté. Par quoi nous amenons Lukács à dire que la réification possède deux faces en ce qu’elle est à la fois le tremplin vers un éventuel renversement du principe sociétal capitaliste et l’un des visages de l’oppression. Elle est les deux à la fois.

dimanche 29 mai 2011

Neo-Anarchism The Reformist Alternative


Every historical period develops its own pseudo-revolutionary ideology. Though its external forms vary with each historical moment, its essential content is always the same: this ideology, despite its ever-changing revolutionary embellishments, is nothing more than reformism presenting itself as radicalism. Its practitioners are always opportunists and charlatans, its tactics are always to deceive and confound, and its essential purpose is always to integrate and modify rather than to fundamentally alter. Whether in the form of the plodding program of social democracy, the serpentine aspirations of Bolshevik state-capitalism, or the contemporary activist infatuation with identity politics, everywhere the masses have been presented with false ideas to combat their real oppression. In our own historical moment, it has become quite clear that the term "anarchism" is positioning itself to replace these ideologies which have by now become useless to the ruling class. Thus, with the demise of the state-capitalist autocracy known as the Soviet Union, "Marxism" could no longer serve its historical role as an ossified "revolutionary" ideology and was swiftly tossed into the dustbin, to be replaced by yet another form of consumable radicalism. Its replacement is none another than anarchism, Marxism's historical twin sibling. But was this "anarchism" a continuation of the thought and practice of its devoted practitioners, such brilliant and heroic people as Bakunin, Goldman, Durruti, and the millions of men and women who fought at the barricades, self-managed their factories and collectives, and sowed the seeds for a new form of human society? Not any more than the recently deceased mutation known as "Marxism" was a continuation of such brilliant and heroic people as Marx, Luxemburg, Debord, and the millions of men and women who erected worker's councils, enacted crushing general strikes, and struggled to free themselves from their reified and passive existence as wage slaves. This new "anarchism" is nothing but the dregs of anarchism's worst elements: individualism, primitivism, anti-organizationalism, outright reformism, and terrorism manifested in random acts of violence lacking any trace of organic connection with the struggles of the working class. This anarchism is nothing but a resuscitated signifier lacking any real substance; not a theory and a practice indefatigably fighting for social revolution, but a reformist, left-wing appendage to the liberal parties of capitalism. And despite their superficial differences and blown-up theoretical disputes (animal liberation or earth liberation, and other such absurdities) the actual practice of these pseudo-anarchists reveals quite plainly that all the elements in this new wave of sham radicalism are one and the same manifestation of reformism.
The typical neo-anarchist is often times nothing more than a privileged student of ordinary intelligence who one day found the Democratic Party to be insufficiently radical (although generally "radical" enough to command their vote in a capitalist election). Instead of using this semi-awakening as a springboard towards a thorough understanding of radical thought, history, and practice, this neophyte figured that the only task left was to simply show off to the world this newfound pseudo-radicalism (often times this involved presenting or even buying a new set of commodities, a set of products that signified 'revolutionary'). The best way to prove this newborn 'radicalism' was to just fall in with the local and very isolated subculture. A subculture that, devoid of all theoretical and practical coherency, is unified only by its aesthetic: tight pants, black tattered clothes, matted hair, body odor. In this fashion, our young radical learns the first thing about neo-anarchism: the need to replace genuine radicalism with a 'revolutionary' lifestyle. Much else flows from this: dumpster-diving as an end in itself, veganism – a simple dietary choice – at once becomes revolutionary, and the desire for radical activity translates into meaningless black bloc participation (the caricature of revolutionary action in an obviously non-revolutionary situation; a purely spectacular semblance of opposition and a lingering legacy from the Weathermen and other such pitiful groups). Aside from vague catch-phrases about 'autonomy', 'community', and 'anti-authoritarianism', the neo-anarchist never develops any clear idea of what the end goal really is, and because of this confusion about the end, this individual naturally develops a distorted set of means. In other words, because these "anarchists" do not understand the actual nature of the revolution and what it seeks to accomplish, the tactics that are ultimately adopted cannot help being non-revolutionary.
In truth, these are the same tactics that reformists have always used, whatever their guise. Thus the neo-anarchist votes in capitalist elections (Bakunin, Kropotkin, and all the others roll in their graves!) while recycling hackneyed platitudes about the "lesser of two-evils" because this newly initiated radical fails to understand that parliamentary democracy can only serve the bourgeoisie, and that only factory council and popular assembly direct democracy is for the working class. The neo-anarchist staunchly believes that any trade union is better than no trade union, and actively tries to organize workers into capitalist unions without understanding that their sole reason for existence is to better integrate the working class into a failed social system, not to help bring about the revolution. These drop outs also argue against the creation of organizations, claiming that such an act would be against the principles of anarchism (as they have interpreted it), that the autonomy of the individuals will surely be compromised (thus revealing their theoretically bourgeois outlook which always starts from the abstract individual, instead of concrete human society). The anarcho-liberal abandons an analysis of capitalist society that emphasizes its basic economic composition and replaces it with the silly notion that all oppressions are completely equal (thus paving the way for multiple alliances between bourgeoisie and proletariat). The neo-anarchist mechanically thinks that 'no publicity is bad publicity' and that the media, a supposedly neutral entity, can be used as a sympathetic ally (just as the Yippies and the first SDS were so deluded as to think that they could change mass opinion through one media spectacle). The new 'anarchist' supports the reactionary idea of self-determination for nations by unthinkingly waving a Hezbollah or Iraqi flag at a demonstration (in this particular case, literally nothing has changed from the "anti-imperialism" of the Leninists).
Why are these reformist tactics used? Because the neo-anarchist, like their Social Democrat and Leninist forbears, never really broke with liberalism. Today's new 'anarchist' is simply the same old reformist but only dons a different costume and speaks a slightly different language: a liberal wearing a black bandana in order to prove the existence of some sort of radicalism that was never there. Though this reformism passing itself off as radicalism may seem like a harmless occurrence, it is in fact a deleterious development. When a revolutionary situation arises, it will undoubtedly be these anarcho-liberals who will fight to defend capitalism and the state, and they will do this under the guise of radicalism. Just as 'Marxism' was called into existence to destroy the revolution and contain the spontaneous movement of the workers, 'anarchism' has now been called into existence to perform that same task in the future. Thus, the most dangerous assault on anarchism today is not from outside, it is from within: its ranks are being filled with liberals who are attempting to pass themselves off as radicals. Because of this, the whole nature of anarchism today is changing. Revolutionary tactics are being exchanged for reformist ones – often times with the approval of a few so-called leaders of contemporary anarchism (everyone knows them, we disdain to mention our self-appointed "anti-authority" authorities), revolutionary critique is being replaced with a lifestyle, class analysis is being replaced by sectarian identity politics, and anarchism, just like Marxism before it, is being carefully prepared as an ideology designed to save capitalism.

samedi 28 mai 2011

«The Revolution will not be televised»


Gil Scott-Heron is dead.

Une douzaine d'albums à son actif, dont les chansons-poèmes «The Revolution will not be televised» (La révolution ne sera pas télévisée), il a vraiment exercé une influence centrale  sur le hip-hop et les rappeurs, un chainon qui les relie au jazz.
Considéré comme une voix importante du militantisme afro-américain, Scott-Heron s'en est pris également dans ses œuvres à l'apartheid et à l'énergie nucléaire. Scott-Heron avait sorti l'année dernière un album salué par la critique, «I'm New Here».
Dans les années 90, le poète s’enfonce dans la came dure ; il joue régulièrement dans les festivals de jazz en Europe, au New Morning à Paris. Scott-Heron devait encore s’y produire fin juillet, mais il n’a pas obtenu d’autorisation de sortie de territoire. Le FBI ne lâche jamais les amis de la liberté, surtout si ils sont blacks, rien n'a changé depuis l'époque de Bird.
http://www.samadhi.book.fr/galeries/cimetieres/712903



vendredi 27 mai 2011

Égypte et Tunisie, laboratoires du plan économique néo-colonial d’Obama

Tout n'est pas parfait dans ce texte à commencer par l'expression "néo-colonial" qui est caduc pour désigner l'actuelle situation.

Le président Obama, dans son discours sur le Moyen-Orient et l’Afrique du Nord, annonce un grand plan économique de « soutien à la démocratie ». Les premiers pays où il sera réalisé sont Égypte et la Tunisie. A la demande de Washington, la Banque mondiale et le Fonds monétaire international présenteront au sommet G-8 du 26-27 mai en France, un plan pour « stabiliser et moderniser les économies égyptienne et tunisienne ».
Les Etats-Unis, ajoute Obama, ne veulent pas qu’une Égypte démocratique soit alourdie par la dette du passé : ils prennent donc à leur charge 1 milliard de dollars de la dette extérieure égyptienne. Mais ne dit pas que, si Égypte s’est endettée pour plus de 30 milliards de dollars bien qu’étant un gros exportateur de pétrole et de gaz naturel et même de produits finis, cela est dû au fait que son économie est dominée par les multinationales étasuniennes et européennes à qui Moubarak avait largement ouvert les portes. Une telle domination se renforcera puisque la quote-part de la dette égyptienne prise en charge par Washington permettra aux multinationales étasuniennes d’obtenir des parts d’entreprises et de concessions pétrolifères pour une valeur d’un milliard de dollars, sans débourser le moindre sou. Toujours pour « renforcer la croissance et l’entreprenariat » en Egypte, les USA garantiront aussi un prêt d’1 milliard de dollars, resserrant ainsi encore plus le nœud coulant de la dette. Et Washington poursuit les mêmes buts en Tunisie.
En même temps, annonce Obama, les Etats-Unis sont en train de créer des « fonds d’entreprise à investir en Egypte et Tunisie, sur le modèle de ceux qui ont soutenu la transition en Europe orientale », c’est-à-dire son assujettissement aux puissances occidentales. C’est une initiative bi-partisane promue par le sénateur démocrate John Kerry et par le républicain John McCain. L’objectif de ces investissements en Égypte et Tunisie est de « promouvoir le secteur privé et de joint-venture avec des entreprises étasuniennes » et « la création d’une classe moyenne ». Les USA visent aussi la conquête des petites et moyennes entreprises : en Égypte elles sont 160mille, auxquelles s’ajoutent 2,4 millions de micro-entreprises. Le but de ces investissements est révélé par le règlement du Fonds d’entreprise USA-Égypte : il sera gouverné par un conseil directorial de 4 citoyens privés étasuniens et 3 Égyptiens et ces derniers aussi seront « nommés par le président des Etats-Unis ».
Les régimes de Moubarak et Ben Ali étant écroulés, Washington tente de cette façon de créer une nouvelle base sociale qui garantisse ses intérêts en Egypte et Tunisie. Ces deux pays seront le laboratoire où l’on mettra au point le plan, qui prévoit l’allocation de 2 milliards de dollars pour « soutenir les investissements privés dans toute la région » et lancer une « initiative globale de partenariat de commerce et d’investissements au Moyen-Orient et en Afrique ». A ce plan, ajoute Obama, participe aussi la Banque européenne pour la reconstruction et le développement (BERD), qui se prépare à « fournir à la transition démocratique et à la modernisation économique au Moyen-Orient et en Afrique le même soutien donné pour l’Europe orientale ». Obama annonce enfin que « nous aiderons les nouveaux gouvernements démocratiques à récupérer les biens volés ». Claire est ici la référence aussi aux fonds souverains libyens - plus de 150 milliards de dollars- « congelés » surtout par les Etats-Unis, la Grande-Bretagne et la France. Quand ils seront « décongelés », il seront transformés en « fonds d’entreprise » pour s’approprier l’économie libyenne.

Manlio Dinucci
Edition de dimanche 22 mai de il manifesto,
Traduit de l’italien par Marie-Ange Patrizio

jeudi 26 mai 2011

Tchernobyl Bis Repetita ? - CRIIRAD


La CRIIRAD publie ce jour la carte qui prouve que la France a été contaminée dès le 22 mars 2011 : les masses d’air contaminé par les rejets radioactifs de la centrale nucléaire de FUKUSHIMA DAIICHI sont arrivées 2 jours avant la date indiquée par l’Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN) ; elles ont affecté les trois quarts de la France (et non pas le seul sommet du Puy-de-Dôme) ; l’activité de l’iode 131 particulaire était plus de 20 fois supérieure à celle annoncée pour le 24 mars.
La France métropolitaine n’a pas été touchée 48 heures après l’Europe septentrionale mais simultanément. Pour établir sa cartographie, la CRIIRAD s’est basée sur les chiffres de l’IRSN et de certains exploitants, chiffres qui ne figurent pas sur le site CRITER où se trouve, de source officielle, « l’ensemble des résultats de la surveillance spécifique du territoire français (métropole et DROM-COM) effectuée par l’IRSN dans le cadre du suivi de l’impact à très longue distance des rejets radioactifs de l’accident de Fukushima » mais sur le site du Réseau National de Mesure de l’environnement (RNM), curieusement délaissé au profit du premier en pleine gestion de crise.
La CRIIRAD a saisi ce jour, le Premier ministre, M. François FILLON, et le président de l’Autorité de Sûreté Nucléaire, M. André-Claude LACOSTE, d’une DEMANDE D’ENQUETE sur la chronologie des faits et les différents niveaux de responsabilités. Placé sous la tutelle conjointe de cinq ministères, l’IRSN intervient, en effet, comme appui technique du gouvernement et de l’ASN pour toutes les questions relatives à la radioprotection et à la surveillance radiologique du territoire français. Sur financement public, il est notamment chargé de « rendre compte de la réalité des contaminations de l’environnement et des risques associés ».
http://www.criirad.org

".../...Comment autant de personnes ont pu maintenir le silence sur la contamination des trois quarts du   territoire français ? 
Si l’omission est involontaire, comment expliquer que l’iode 131 radioactif soit   mesuré sur les filtres de 16 stations de mesures différentes, réparties sur 15 départements différents,   et que des dizaines, des centaines de techniciens et d’ingénieurs soient affectées, en même temps, par  le même manque de concentration, le même trou de mémoire ? 
C’est d’autant plus invraisemblable   que l’arrivée de la contamination sur les Etats-Unis était bien documentée et que toutes les équipes   étaient mobilisées dans le cadre du plan de surveillance spécifique mis en place par l’IRSN pour   caractériser l’impact des rejets radioactifs de FUKUSHIMA DAIICHI..." 

PLUS D’INFORMATION
 Lire l’extrait du rapport de la CRIIRAD relatif à l’impact des rejets radioactifs de FUKUSHIMA DAIICHI sur la France / Chapitre relatif à la contamination de l’air et à l’analyse critique des informations officielles. 
Visionner la consultation des résultats relatifs au 22 mars 2011.

Un spectacle sur les Tsiganes français sous l’Occupation censuré par le Bureau de liaison de la Commission européenne au Kosovo

COMMUNIQUÉ / PRESS RELEASE

«Mérignac-Beaudésert, Tsiganes français sous l’Occupation », est une adaptation de documents historiques relatifs à l’internement et la déportation de Tsiganes français pendant la seconde guerre mondiale. Ce texte a été édité aux éditions l'Espace d'un instant, en partenariat avec La voix des Rroms, les Nouvelles alternatives transeuropéennes et la Fédération nationale des déportés et internés, résistants et patriotes. Il a également fait l'objet d'un spectacle mise en scène par Christophe Sigognault, dans le cadre d'une résidence de création à la Maison d'Europe et d'Orient, qui a notamment été représenté en ouverture du festival du Printemps de Paris, le 9 mai dernier, jour de la fête de l'Europe.

Ce spectacle a été programmé dans le cadre du « Festival of Roma, Ashkali and Egyptian culture » au Kosovo, financé par l’ECLO (Bureau de liaison de la commission européenne au Kosovo), et produit en délégation par la KFOS (Fondation Soros).

Mais l’ECLO a considéré que le contenu de cette création artistique était « inopportun » (inappropriate) et ordonné à la KFOS que ce spectacle soit retiré de la programmation.

A notre demande de démenti, l'ECLO a répondu qu’il ne s’agissait pas de « censure » mais d’un « changement de programmation », pour la raison qu’il souhaitaient « privilégier à travers le festival la promotion du riche patrimoine culturel de ces communautés au Kosovo afin de contribuer à faciliter leur intégration dans la société kosovare et les échanges avec les autres communautés ». L’ECLO ajoute qu’il ne veut « nullement mettre en cause l'importance de ce douloureux évènement historique ni la qualité de la performance artistique proposée », mais que « [ses] partenaires pour la mise en œuvre sont tenus de [le] consulter et de [lui] présenter le détail du programme pour approbation avant toute confirmation des activités », et qu’il aurait souhaité « [en] discuter et [en] informer [ses] collègues de l'Ambassade de France au Kosovo ».

Nous exprimons notre indignation face à de tels agissements. Nous ne connaissons que trop bien la réalité que recouvre un tel discours : restreindre la culture rromani à une image d’Epinal de quelques musiciens plus ou moins désespérés flanqués de femmes potentiellement faciles dansant sur les tables, et faire l’impasse sur un travail de mémoire pour ne pas froisser quelques camarades diplomates. Nous savons aussi parfaitement à quoi correspond la volonté d’asservir le contenu d’une œuvre d’art à un financement. Nous voyons bien que l’ECLO considère que ce travail sur une mémoire commune est nuisible à l’intégration et à l’échange. Le pire, sachant que l’ECLO considère la chose comme un « malentendu », est peut-être finalement qu’il ne se rend même pas compte de la teneur de sa politique : c’est une chose normale, acquise. On imagine l’écho qu’aurait reçu une proposition de programmation du film « Liberté » de Tony Gatlif dans un tel contexte.

Nous pensons que le fait que des professionnels des arts et de la culture, français et kosovars, accomplissent ce devoir de mémoire, et particulièrement envers la communauté rromani, est un honneur et une fierté pour la France, le Kosovo et l’Europe toute l’entière. Nous pensons que ce sont bien ceux qui ne l’ont pas encore compris qui font, malheureusement, passer la Communauté européenne pour une république bananière.

Nous invitons tous ceux qui partagent ce point de vue à le faire savoir au chef de l’ECLO Khaldoun.SINNO@eeas.europa.eu, ainsi qu’à la Vice-présidente de la Commission européenne chargée de la Justice, des droits fondamentaux et de la citoyenneté viviane.reding@ec.europa.eu, et à diffuser ce message le plus largement possible.

Le spectacle se jouera à Prishtina, hors du programme officiel, grâce à la détermination des signataires.

Marcel Courthiades, commissaire à la langue et aux droits linguistiques de l’Union rromani internationale,
Dominique Dolmieu, artiste associé à la Maison d’Europe et d’Orient,
Saimir Mile, président de La voix des Rroms,
Jeton Neziraj, directeur artistique du Théâtre national du Kosovo,
Christophe Sigognault, metteur en scène de la compagnie Saudade.
A show on French Gypsies under the German Occupation censored by the European Commission Liaison Office (ECLO) in Kosovo.

"Mérignac-Beaudésert, Tsiganes français sous l’Occupation" is an adaptation based on historical documentation dealing with the internment and deportation of French Gypsies during the Second World War. The text has been published by the French publisher l'Espace d'un instant, in partnership with the Voix des Rroms, the Nouvelles alternatives transeuropéennes et the Fédération nationale des déportés et internés, résistants et patriotes. It was put on stage under the direction of Christophe Sigognault, following a residency at the Maison d'Europe et d'Orient in Paris. The performance opened the festival Le Printemps de Paris on the 9th of May 2011 at the occasion of the Fête de l'Europe (European Day).

The show was programmed by the festival "Festival of Roma, Ashkali and Egyptian culture", supported by ECLO and organised by the KFOS (Soros Foundation in Kosovo).

ECLO then considered that the content of the performance was "inappropriate" and asked KFOS for the show should not to be taken off the programme of the festival.

When asked to explain their decision, ECLO replied that it was not a case of "censorship" but a case of a "change to the programme", the reason being their wish to "put the emphasis, with this festival, on the promotion of the rich cultural heritage of these communities within Kosovo and to contribute to facilitate their integration within the Kosovan society and promote exchanges between its various communities". ECLO added that "it does not want to question the importance of these tragic historical events nor the quality of the performance", but that " [its] partners implementing the festival are requested to consult [ECLO] and give them a full presentation of the programme for approval before any of its programme can be confirmed", and that ECLO would have wished to be able to "discuss [it] beforehand and to inform its colleagues at the French Embassy in Kosovo".

We would like to express our righteous anger in the face of such behaviour. We know too well what such a position underlines: to present Rromani culture in a folkloric and preconceived manner, one of largely desperate musicians flanked by lascivious women dancing on tables, and to essentially ignore historical and memorial issues in order to please a few diplomats. We also know well what fuels the will to subjugate the content of a work of art to its funding. We can clearly see that ECLO considers this memorial work as counterproductive to exchange and integration. The worse being that -knowing that ECLO considers the case as a simple "misunderstanding"- it shows that ECLO cannot even question the content of its own policy. We can imagine how a proposal to screen Tony Gatlif's feature film "Liberté" would have been received in such a context.

We believe that the very fact that artists and cultural operators in France and in Kosovo decide to undertake and support this memorial work concerning the rromani community, should be considered with pride and honour by France, Kosovo and Europe as a whole. We believe that it is those who cannot see it this way that, unfortunately, give the image of Europe as a Banana Republic.

We invite all of those who share our views to let it be known to the head of ECLO Khaldoun.SINNO@eeas.europa.eu, as well as to the Vice-President of the European Commission in charge of Justice, Fundamental Rights and Citizenship viviane.reding@ec.europa.eu, and to circulate the present message as widely as possible.
The show will be presented in Prishtina, outside of the official programme, thanks to the determination of the signatories below.

Marcel Courthiades, Commissioner for language and linguistic rights of the International Rromani Union,
Dominique Dolmieu, Associate artist at the Maison d’Europe et d’Orient, Paris
Saimir Mile, President of La voix des Rroms,
Jeton Neziraj, Artistic director National Theatre of Kosovo,
Christophe Sigognault, Artistic director of the company Saudade.

mercredi 25 mai 2011

G8 à Deauville: La ville en état de siège


«La nuit, le silence dans les rues est assourdissant»

Accrochez-vous, même les braves bourgeois du coin n'y croient plus. Derrière chaque pot de fleur, sur terre, sur mer, dans les airs, il y a un gendarme ou un militaire.
Circulation interdite et résidents badgés, au cœur de Deauville, les rues sont anormalement désertes. Sur place, les habitants sont unanimes pour souligner le calme ambiant. «La nuit dernière, le silence dans les rues était assourdissant. C’était superbe». «La ville est à la fois calme et en pleine effervescence».  Beaucoup en ont profité pour s’éloigner : «Deauville a été comme abandonnée par ses habitants». «Ils sont remplacés par les forces de l’ordre, omniprésentes. Derrière chaque pot de fleur, sur terre, sur mer, dans les airs, il y a un gendarme ou un militaire. La ville est littéralement en état de siège.»
«Il n'y a aucune fierté d'avoir été choisi pour ce type de manifestation sachant que Deauville représente une ville de luxe et de jeux. C'est une réelle provocation pour les altermondialistes». «Le Festival du film américain que nous recevons incarne une véritable manifestation culturelle, tandis que le G8 est une grande messe de l'inutile qui coûte cher.»
Les responsables de la sécurité ont placé la ville sous très haute protection. Du GIGN à l'unité d'élite du Raid, au peloton de gendarmerie de haute montagne en passant par l'armée de l'air… Plus de 12.000 policiers, gendarmes et militaires ont déjà pris position sur la commune et aux alentours. Une zone dite «sanctuarisée», «d'interdiction totale, hormis pour les chefs d'État et leurs délégations» selon les autorités, a donc été délimitée au cœur de la cité. Elle comprend les installations où auront lieu les réunions du sommet, ainsi que les hôtels Royal et Normandy (dotés respectivement de quatre et cinq étoiles) qui hébergeront les chefs d'État. Au-delà, une zone «sécurisée» englobant la commune sera contrôlée par plus de 5700 policiers. 
Le dispositif ne s'arrête pas là. Deux périmètres de sécurité, comprenant Auberville (à l'ouest de la station), Pont-L'évêque (sud) et Villerville (est) ont également été mis en place. Ce secteur, sous contrôle de la gendarmerie, comprend notamment l'aéroport de Deauville Saint Gatien où se atterrira la majorité des délégations. A cela, il faut ajouter une zone d'exclusion aérienne, surveillée par «au moins 6 drones» et des batteries de missiles sol-air, d'après le ministère de l'Intérieur. Côté mer, «des bâtiment de guerre», des patrouilleurs et zodiacs de la gendarmerie seront également déployés.

Le Havre - Village autogéré du 20 au 29 mai dans la forêt de Montgeon contre le G8


COMMUNIQUE DE PRESSE DU DIMANCHE 22 MAI 2011 VILLAGE AUTOGÉRÉ DE MONTGEON
Dans la continuité de la manifestation contre le G8 qui a eu lieu le samedi 21 mai au Havre, nous organisons un village autogéré du 20 au 29 mai dans la forêt de Montgeon. Au Maghreb et dans les autres pays arabes des peuples s’unissent et parviennent à renverser un ordre qui leur paraissait immuable. En Grèce, en Espagne, au Mexique et au Portugal aussi, des peuples se soulèvent contre l’ordre établi.


E-g8: non au g8 de la censure d’internet !
 
Les mardi 24 et mercredi 25 mai prochains aura lieu à Paris un événement international d’un nouveau genre : le G8 de l’Internet. Prévu en tant que préparation au G8 de Deauville (jeudi 26 et vendredi 27 mai), il a été organisé selon les souhaits de Nicolas Sarkozy, qui est également l’actuel Président du G8, afin de légitimer au niveau international sa vision de « l‘Internet civilisé ».
Il a donc, pour cela, réuni à la fois les organisations les plus en pointe dans la lutte contre la liberté d’expression et les entreprises championnes dans l’art de générer du profit grâce aux informations personnelles et privées des citoyennes et des citoyens. Ainsi Microsoft, Facebook, Google ou encore France Telecom seront représentées et participeront aux discussions officielles (bien qu’interdites au public) avec les dirigeantes et dirigeants des huit pays les plus riches du monde.
Le contenu annoncé de ces discussions ne laisse aucun doute sur les intentions réelles des personnes qui y assisteront : il s’agit principalement d’harmoniser les législations en matière de censure des réseaux de communication au nom de la lutte contre le terrorisme et contre le partage d’informations soumises à droit d’auteur. Le Président Sarkozy souhaite promouvoir son HADOPI et sa LOPPSI, et il passe à l’offensive en réunissant les soutiens internationaux acquis à sa cause pour s’organiser, se synchroniser et passer à l’action : surveiller et punir, tout en générant un maximum de profit.
D’un côté, la Loi sur la Sécurité Quotidienne (LSQ, 2001), la loi sur les Droit d’Auteurs et les Droits Voisins dans la Société de l’Information (DADVSI, 2006), la HADOPI, et la censure gouvernementale d’Internet introduite par la toute récente LOPPSI. De l’autre, la Loi pour la Confiance dans l’Économie Numérique (LCEN, 2004), la création d’un Secrétariat d’État à l’Économie Numérique (transformé depuis en Ministère), et la remise de la légion d’honneur au PDG de Microsoft. Ce sont les deux volets d’une politique simple et cohérente : Internet serait au mieux un agrandissement de l’espace marchand, et au pire une régression de la démocratie qu’il s’agirait de « civiliser ». Ce sont les deux volets d’une politique globale qu’il s’agit de rejeter en bloc, car la démocratie ne saurait exister entre le marteau répressif et l’enclume marchande.
Mais ce G8 de la censure d’Internet est le reflet global d’une idéologie politique dont les effets se font également sentir localement, au plus près de chacun et de chacune d’entre nous : politiques municipales sécuritaires, promotion de la surveillance généralisée des lieux publics, mises en place de technologies de suivi des déplacements (la future carte RFID de Transpole, prévue pour l’an prochain), urbanisme soit-disant moderne conçu pour empêcher les émeutes et maximiser le rendement publicitaire (Euralille 2), etc. Nous sommes donc tous et toutes face à des enjeux globaux contre lesquels il faut se mobiliser localement : favoriser la liberté de circulation de l’information, s’organiser pour protéger notre vie privée tout en refusant la marchandisation de nos données personnelles, et refuser partout le discours de la peur.

Aucune CNIL ne nous sauvera des décisions prises lors de ce G8.
Seules la vigilance et l’action citoyenne le pourront.


Groupe DegenereScience Lille
mai 2011
Web : https://lille.dg-sc.org
E-mail : lille@dg-sc.org
Random, un dimanche sur deux sur Radio Campus (106,6 MHz FM) : https://lille.dg-sc.org/random

 

TIMANIT I TMURT N IQVAYLIYEN MOUVEMENT POUR L’AUTONOMIE DE LA KABYLIE


Comité exécutif
DÉCLARATION

La Kabylie éternelle et indépendante a subi sa première défaite en 1857 après une âpre résistance face à une armada coloniale qu’elle ne pouvait, seule, contenir.
La vengeance sanglante et le séquestre qu’elle a subis après l’insurrection de 1871 ont provoqué son estompe politique qui a duré des décennies.
Malgré cette éclipse et son incorporation forcée dans un assortiment ethnico-culturel appelé Algérie qui répondait aux intérêts coloniaux, elle n’a jamais disparu ni renoncé à une future résurrection. En 1926, grâce à ses élites politiques émigrées en France, elle renoue avec les velléités de sa libération. Elle l’a fait généreusement en confiant la direction de son mouvement à Messali, pour agréger des lea-ders arabophones récalcitrants, plutôt enclins à l’assimilation. Celui-ci que les Kabyles ont adoubé en toute confiance s’est révélé être le premier fossoyeur de l’Algérie rêvée par les patriotes kabyles.
En ces 31ème et 10 anniversaires du Printemps kabyle et du Printemps noir, la nation Kabyle assaillie de toutes parts par une colonisation qui tend à la dépersonnaliser, à la dépecer et à verser le sang de ses enfants, est en phase de se libérer.
Assa (aujourd’hui), ni l’amateurisme d’antan, ni les 50 ans d’arabo-islamisme du régime algérien raciste et ni les fausses contrariétés édictées et exécutées par des Kabyles-de-Service, ne pourront annihiler ou contrarier la volonté du peuple kabyle de son désir d’émancipation.
Aujourd’hui, avec le MAK, la Kabylie a franchi une étape décisive en prenant l’initiative politique de son autodétermination par elle-même et pour elle-même.
En Kabylie, notre Mouvement fusionne avec le peuple à chacune de ses sorties. Cette vérité fait peur. Elle fait peur au système incarné aujourd’hui par Bouteflika et les KDS. Cette peur est notre force pour aller de l’avant pour imposer l’autodétermination du peuple kabyle dans l’espoir que tous les Peuples Premiers d’Afrique du Nord suivent l’exemple.
Au niveau international, les initiatives de l’Anavad (Gouvernement Provisoire Kabyle - GPK) ont recueilli déjà une reconnaissance internationale appréciable en Europe.
En ce moment-même, les plus hautes institutions des États-Unis d’Amérique (Congrès, Sénat, Penta-gone et d’autres…) parlent, proposent et délibèrent face à M. F. Mehenni, Président du Gouvernement Provisoire Kabyle (GPK) qu’ils ont invité ès-qualité, pour évaluer la situation de l’Afrique du Nord.
Il est clair que la démarche du GPK et du MAK qui recueille l’assentiment des grandes puissances est juste et légitime.
Ici et maintenant, la nation kabyle rend grâce à ces soutiens inestimables. Elle se fera un devoir solennel d’honorer cette reconnaissance.
Kabylie, le 19 avril 2011

mardi 24 mai 2011

Preliminary Notes on a Project for the Construction of Oarystis, the City of Desire

French - Français  ( Fin de texte )



The conception of this city[1] takes its inspiration from the worlds of childhood and femininity, on a quest to free themselves from their secular oppression. It thus gives preeminence to the pleasure of play, the passion for creation, and the happiness of being oneself which, alone, allows the status of being to other people and contributing to their well-being. The project is presented here in the most summary fashion, open to the contributions of whoever desires to develop, illustrate or concretize it.
One only ever travels through and in one's body. The city is thus conceived as a corporeal unity, in which all the elements act in harmony. There is no hierarchical order in the distribution of the organs composing the individual, social, and urbanistic body, but each of these elements are comforted simultaneously by its own autonomy and by the solidarity they maintain with the whole.
The city responds to the desire to drift. It elaborates places propitious to the construction of situations, privileging the free exercise of the rights of the human being, games of apprenticeship, and psychogeography, in which the changing Carte du Tendre[2] will sketch itself out according to the passions. It has the form of a labyrinth, constructed on three levels, susceptible to aleatory modifications by a mechanism that opens and close the roads, transforming freely marked-out roads into dead-ends, and vice-versa. Thus solicited, wandering and adventure respond to the desire to facilitate for each person the discovery and refinement of his or her desires. One emerges from these roads into public places, according to the model of Venice, which reminds us that, by losing oneself, one finds oneself everywhere. The labyrinth includes diverticula that are particularly affected by variations of mood. One thus imagines a circuit of melancholy for entering into and leaving states of affliction.
Nothing is static. The houses can change form: according to the seasons, for example, or according to the desire of those who inhabit them. Some of them are able move over water, along rails, up spiral staircases, etc.
No technology endangers people's health. Everything is powered by the conjunction of natural energies (solar power, hydraulic motor-power, wind, methane, etc.). Creation-workshops are open to researchers, inventors and those who experiment with prototypes, or simply those who are curious.
Oarystis is an oasis-city. Biotopias, spread out everywhere, allow the attraction of fauna and the development of flora of the greatest diversity. One can thus maintain in their appropriate habitats animals reputed to be dangerous, with the result that only those who take the risk of venturing into their territory will cross their paths. Biotopias of bigger scope are assigned to the agriculture of vegetables, flowers and grains, thus to the husbandry of domesticated animals that furnish eggs and milk, and to the maintenance of animal companions.
Everything is subject to freedom of movement. The movements of beings and things are effectuated through water, earth and air routes. There are open sky roads and heated underground roads, the glass roofs of which form the paving of the roads above. Shallow canals provide circulation routes; they are endowed with hydraulic lifts that provide access to aerial routes, along which non-polluting automobiles circulate, leaving the majority of the roads to strollers. Elevators allow people to pass from one level to another and to reach rope-bridges set up between large trees. Circulation, in all senses of the word, will be privileged; little by little it breaks with the hierarchization of space and time, with its divisions into high and low, left and right, past and future. Perhaps the spiral is the form that best corresponds to the space-time of the living?
The interlacing of activities. Additional public places and street-houses, composed of particular colors and rooms, are used for citizens' assemblies. These places do not exclude the possibility of meeting, sleeping and eating in them. The forum, surrounded by colonnades, is the place for the large assemblies where decisions are discussed collectively.
Distribution. The streets present a large variety of booths, shops, stores and warehouses in which farmers, gardeners, artisans, artists, inventors, mechanics, cooks, poets and writers are pleased to offer the products born from their inventiveness and passion.
Provisions. Almost everywhere there are centers for exchange, reconversion of used goods and distribution of basic supplies. Every day tallies of the supply and demand for subsistence goods are communicated to all, with the result that the requirements of the sectors of priority production are clearly defined. Each sector is thus able -- according to its capacity -- to furnish the products and services necessary for the convenience of life. Collective gardens and agricultural fields are managed as centers for the production and consumption of the useful and pleasurable.
Permanent apprenticeship. The streets will be illuminated by the lights of knowledge: news is distributed there on the most diverse subjects. Not far away are those who, animated by the passion to teach and suited for the lavishing of their knowledge upon the young and the old, receive the collected information, correct it, discuss it, organize it and confer upon it the qualities demanded by the apprenticeship of life. Here, the child is not the king, but is at the center of attention, thought and the apprenticeship of destiny. The idea of creating one's own destiny is actually that which gives meaning to the institutes of mutual education at which children and parents compare their experiences.
Culture. The museums have given way to luxurious streets along which the works of art of the past are part of the everyday wonderment of the citizens. In the amphitheatre of memory, visions of ancient and recent history are presented, played and discussed. Paper chases solicit curiosity and allow each person to verify the state of his or her knowledge in the most diverse domains.
Creation. Through the pleasure that it allows, the city acts as an incitement to create. There are a profusion of automatons, musical boxes, playthings and games conceived for the pleasure of all. Each person has the right to add his or her creations.
The end of the urban enclosure. Large spaces occupied by fields, gardens, parks, forests and farms abolish the archaic separation between town and country.
The gratuity of travel. The means of transportation are available freely to all: electric cars, moving sidewalks, elevators and light railroads.
The maintenance of the body. Health clinics learn to prevent sickness and guarantee the necessary cures for those who do not succeed at staying healthy.
Houses of love.[3] The Oarystis are houses of tender love. Boys and girls meet and have their first amorous adventures there, initiating themselves into the refinements of sexual experience and discovering freely the affinities that will orient them, if they so desire, towards durable relationships and the choice to give birth to children.
Experimentation. Experimentation is presented everywhere in the greatest variety. It is engaged in on the sole condition that it responds to or accords with the project of the constant improvement of life and milieu (excluding recourse to the criteria of marketability, profit, competition, power and all practices that involve suffering, decay and death).
The city of the dead. On the outskirts of Oarystis there is a forest consecrated to the dead. For every dead person a tree is planted, according to that person's wishes. Microphones implanted amongst the foliage make the murmurs of the forest audible. One must be aware that the gardens and groves sprinkled about the city are, here and there, dotted with ears that perceive the amplified murmuring of the natural environment.
Writing and drawing. The blind walls are the blank pages on which each has the right to draw, write or engrave. The old advertising billboards are placed with poems, individual notes, calligraphy and dreamlike evocations. Everything responds to the pleasure of inhabiting, decorating, flowering and making the city into a work of art in which colors and sounds emanate from the interior landscapes that haunt the sensibility of the human being.
The principle of gratuity. Until its autarky is real, a collectively managed bank that possesses its own currency facilitates transactions with the territories still under the control of the market commodity. Anyone who finds themselves constrained to pass through the channels of payment have to obey the principle that all monies collected will be reinvested in the production of useful and pleasing goods.




[1] Translator's note: See Vaneigem's novel, illustrated by Giampiero Caiti, Voyage a Oarystis (Estuaire, 2005). The title refers to the ancient Greek play by Theocritus, The Oarystis.
[2] Translator's note: A depiction of courtship and love as a geographical exploration, the Carte du Tendre (the "Map of Tenderness") was engraved by Francois Chauveau and published in Madeleine de Scudery's romantic novel Clelie in 1654. The Carte was reprinted in Internationale situationniste #3, December 1959.
[3] Translator's note: The French here is Les maisons de rendez-vous, which literally means "houses for dating."

(Written by Raoul Vaneigem. Published 15 February 2002 by Bon-a-Tirer Translated from the French by NOT BORED! February 2007.)
 
NOTES PRÉLIMINAIRES AU PROJET DE CONSTRUCTION D'OARYSTIS, LA VILLE DES DÉSIRS
La conception de la ville puise son inspiration dans le monde de l'enfance et de la féminité, en voie de s'affranchir de ses oppressions séculaires. Elle accorde donc la prééminence au plaisir de jouer, à la passion de créer et à ce bonheur d'être à soi qui, seul, permet d'être aux autres et de contribuer à leur bien-être. Le projet est ici présenté dans son état le plus sommaire, ouvert au concours de quiconque souhaite le développer, l'illustrer, le concrétiser.

On ne voyage jamais que par et dans son corps. La ville est donc conçue comme une unité corporelle, où tous les éléments agissent en harmonie. Il n'y a pas d'ordre hiérarchique dans la distribution des organes composant le corps individuel, social et urbanistique mais chacun des éléments se trouve conforté à la fois par sa propre autonomie et par la solidarité qu'il entretient avec l'ensemble.

La ville répond au désir de dérive. Elle élabore des lieux propices à la construction de situations, privilégiant le libre exercice des droits de l'être humain, les jeux d'apprentissage, la psychogéographie, où se dessine au gré des passions la carte changeante du Tendre. Elle a la forme d'un labyrinthe, construit sur trois niveaux, susceptible de se trouver modifié de façon aléatoire par un mécanisme qui ouvre et ferme les voies, transformant en impasse un chemin librement frayé, et inversement. L'errance et l'aventure, ainsi sollicitées, répondent au souhait de faciliter pour chacun la découverte et l'affinement de ses désirs. On y débouche sur des places publiques, selon le modèle de Venise, qui rappellent qu'à se perdre on se retrouve partout. Le labyrinthe comprend des diverticules particulièrement affectés aux variations d'humeurs. On prévoira ainsi un circuit de la mélancolie, pour entrer et sortir des états d'affliction.

Rien n'est statique. Les maisons peuvent changer de forme : selon les saisons, par exemple, et au gré de ceux qui y habitent. Certaines ont la possibilité de se déplacer sur l'eau, le long de rails, par le biais d'une vis ascensionnelle, etc.

Aucune technologie ne porte atteinte à la santé. Tout est mu par la conjonction d'énergies naturelles (électricité solaire, force motrice hydraulique, éoliennes, méthane, etc.). Des ateliers de création sont à la disposition des chercheurs, des inventeurs, de ceux qui expérimentent des prototypes ou simplement des curieux.

Oarystis est une cité-oasis. Des biotopes, partout dispersés, permettent d'attirer une faune et de développer une flore présentant la plus grande diversité. On peut ainsi maintenir dans leur site approprié des animaux réputés dangereux, en sorte que seul les croise quiconque prend le risque de s'aventurer sur leur territoire. Des biotopes de plus grande envergure sont affectés aux cultures de légumes, de fleurs, de céréales, ainsi qu'à l'élevage d'animaux domestiques, fournissant œufs et lait, et à l'entretien des animaux de compagnie.

Tout y obéit à la liberté du mouvement. Les déplacements des êtres et des choses s'effectuent par des chemins d'eau, de terre et d'air. Il y a des rues à ciel ouvert et des rues souterraines chauffées, dont les verrières forment le dallage des rues supérieures. Des canaux peu profonds proposent des voies de circulation, dotés d'ascenseurs hydrauliques qui livrent accès aux routes aériennes, où les voitures à propulsion non polluante circulent, abandonnant la plupart des voies aux promeneurs. Des élévateurs permettent de passer d'un niveau à l'autre et d'accéder à des ponts de cordage jetés entre les grands arbres. Il s'agit ici de privilégier une circulation en tous sens qui rompe peu à peu avec la hiérarchisation de l'espace et du temps, avec ses divisions de haut et de bas, de gauche et de droite, de passé et de futur. Peut-être la spirale est-elle la forme qui correspond le mieux à l'espace-temps du vivant?

L'entrelacs des activités. En plus des places publiques, des rues-maisons, composées de couloirs et de pièces particulières sont préposées aux assemblées de citoyens. Ceci n'exclut pas la possibilité de s'y rencontrer, d'y dormir, de s'y restaurer. Le forum, entouré de colonnades, est le lieu des grandes assemblées où les décisions sont débattues collectivement.

La distribution. Les rues présentent une grand variété d'échoppes, de boutiques, de magasins, d'entrepôts où les agriculteurs, les jardiniers, les artisans, les artistes, les inventeurs, les mécaniciens, les cuisiniers, les poètes et les écrivains se plaisent à offrir les produits nés de leur inventivité et de leur passion.

L'approvisionnement. Il existe un peu partout des centres d'échange, de reconversion des biens usagés, de distribution des produits de première nécessité. Là est chaque jour communiquée à tous la balance indiquant l'offre et la demande des biens de subsistance, en sorte que soient clairement définis les exigences des secteurs de production prioritaire. Chacun est donc en mesure de pourvoir selon ses capacités à la fourniture des produits et des services nécessaires au confort de la vie. Les cultures et les jardins collectifs sont gérés comme des centres de production et de consommation de l'utile et de l'agréable.

L'apprentissage permanent. Les rues sont jalonnées par des phares du savoir : les informations y sont diffusées sur les sujets les plus divers. Non loin se tiennent ceux qui, animés par la passion d'enseigner et aptes à prodiguer leurs connaissances aux petits et aux grands, traitent les informations recueillies, les corrigent, les discutent, les structurent et leur confèrent les qualités exigées par l'apprentissage de la vie. Ici, l'enfant n'est pas le roi mais il est au centre de l'attention, de la pensée, de l'apprentissage des destinées. L'idée de créer sa propre destinée est en effet celle qui donne son sens aux instituts d'éducation mutuelle, où enfants et parents confrontent leurs expériences.

La culture. Les musées ont laissé place à des rues luxueuses où les œuvres d'art du passé font partie de l'émerveillement quotidien des citadins. Dans les cirques de la mémoire, les visions de l'histoire ancienne et récente sont présentées, jouées, discutées. Des jeux de piste sollicitent la curiosité et permettent à chacun de vérifier l'état de ses connaissances dans les domaines les plus divers.

La création. La ville agit, par l'agrément qu'elle présente, comme une incitation à créer. Il existe une profusion d'automates, de boîtes à musique, de jouets et de jeux conçus pour le plaisir de tous. Chacun a le droit d'y ajouter ses œuvres.

Fin de l'enclos urbain. De grands espaces occupés par des champs, des jardins, des parcs, des bois, des fermes abolissent l'archaïque séparation entre ville et campagne.

La gratuité des déplacements. Les moyens de transports sont à la libre disposition de tous : voitures électriques, tapis roulants, ascenseurs, petits trains

L'entretien du corps. Des maisons de santé apprennent à prévenir les maladies et garantissent les soins nécessaires à ceux qui ne parviennent pas à se garder en santé.

Les maisons de rendez-vous. Les OARISTYS sont les maisons de l'amour tendre. Les garçons et les filles s'y rencontrent, y tentent leurs premières aventures amoureuses, s'initient aux affinements de l'expérience sexuelle, y découvrent librement les affinités qui les orienteront, s'ils le souhaitent, vers une relation durable et le choix de donner naissance à un enfant.

L'expérimentation. Elle est présente partout dans sa plus grande variété. Elle est soumise à la seule condition de répondre ou de s'accorder au projet d'amélioration constant de la vie et du milieu (ceci exclut le recours au critère de rentabilité, de profit, de compétition, de pouvoir et à toute pratique impliquant l'usage de la souffrance, du dépérissement, de la mort).

La cité des morts. Aux abords d'Oarystis, une forêt est consacrée aux morts. Sur chaque défunt, un arbre est planté, selon ses vœux. Des micros, implantés parmi les frondaisons, rendent audibles les murmures de la forêt. Il faut noter que les jardins et les bocages dont la ville est parsemée sont hérissés çà et là d'oreilles où se perçoivent, amplifiées, les rumeurs de la nature environnante.

Écrire et dessiner. Les murs aveugles sont les pages blanches où chacun a le droit de dessiner, écrire, graver. Aux vieux panneaux publicitaires se sont substitués des poèmes, des notations individuelles, des calligraphies, des évocations oniriques. Que tout réponde au plaisir d'habiter, de décorer, de fleurir, de faire de la ville une œuvre d'art où les couleurs et les sons soient l'émanation des paysages intérieurs qui hantent la sensibilité de l'être humain.

Le principe de gratuité. En attendant que l'autarcie soit effective, une banque, gérée collectivement, possédant sa monnaie propre, facilitera les transactions avec les territoires encore sous contrôle de l'économie marchande. Ce qui se trouvera contraint de passer par les filières du paiement obéira au principe que tout argent recueilli sera réinvesti dans la production des biens d'utilité et agrément.
 

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